Während es für die Gäste aus Darmstadt, die eine starke Rückrunde gespielt haben, um nichts mehr ging, konnten die Kieler mit einem Sieg den direkten Aufstieg klar machen. Die Ausgangspositionen wurden auch auf dem Platz schnell ersichtlich.
Während Darmstadt kaum etwas für das Spiel tat, suchten die Störche den Weg nach vorne, um mit einem Tor für eine gewisse Ruhe im eigenen Spiel zu sorgen. Nach einer knappen Viertelstunde hätte Alexander Mühling die Störche nach einer feinen Flanke von Phil Neumann bereits in Führung bringen können. Doch der Versuch des 28-Jährigen, der völlig frei am ersten Pfosten zum Kopfball kam, ging knapp über die Latte (14.).
Nur fünf Minuten später zappelte die Kugel dann aber doch im Netz der Gäste. Mühling trat diesmal als Vorbereiter in Szene und servierte einen Freistoß aus dem rechten Halbfeld präzise auf die Stirn von Sturm-Kollege Janni Serra, der sich im Getümmel fair gegen Lars Mai durchsetzte und aus 14 Metern ins rechte Eck einköpfte (19.).
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Darmstadt fand auch nach dem Gegentreffer kaum statt. Lilien-Coach Markus Anfang machte seinem Unmut lautstark Luft und sah, wie Torjäger Serdar Dursun die einzige Chance der Gäste nach einer guten halben Stunde aus wenigen Metern über das Tor bugsierte (30.). Viel mehr sah man von dem Mann, der sich mit 25 Saisontoren nach dem Spiel die Torjägerkanone sichern sollte, im ersten Abschnitt nicht.
Stattdessen hatte der KSV durch einen straffen Distanzschuss von Mühling (37.) und einen Versuch von Finn Bartels (43.) – nach feiner Vorarbeit von Mühling und Jae-sung Lee – die Chance auf 2:0 zu erhöhen. Schuhen entschärfte jedoch Mühlings Versuch, Bartels verzog aus 14 Metern.
Nach dem Seitenwechsel überschlugen sich die Ereignisse in Kiel. Sechs Minuten nach Wiederanpfiff touchierte Dursun im Strafraum eine Freistoß-Flanke von Christian Clemens leicht mit dem Kopf und lenkte die Kugel somit in die Maschen zum Anschluss für die Lilien (51.).
Darmstadt war zurück im Spiel und legte direkt nach – natürlich wieder in Person von Top-Stürmer Dursun. Nach einer Flanke von der rechten Seite traf der Offensivmann per Direktabnahme aus sechs Metern durch die Beine von Thomas Dähne zum 2:1 (58.).
Kiel wirkte geschockt und müde, dennoch kämpften die Störche um den Ausgleich – und die Chancen waren da. Erst verpasste Hauke Wahl eine Kopfball-Verlängerung von Serra am zweiten Pfosten (62.), dann schoss Serra – nach feinem Zusammenspiel zwischen Finn Porath, Fin Bartels – aus elf Metern freistehend links am Tor vorbei (73.).
Die vergebenen Chancen bestraften die effektiven Darmstädter postwendend: Eine Ecke verlängerte Nicolai Rapp per Kopf zu Immanuel Höhn, der gegen die Laufrichtung von Dähne das 3:1 markierte (75.).
Kiel stemmte sich gegen die Niederlage, doch Bartels` Anschluss kam zu spät (87.). Da Greuther Fürth parallel in Unterzahl mit 3:2 gegen Fortuna Düsseldorf gewann, muss Kiel nun in die Relegation gegen den 1.FC Köln.

Die Stimmen:

Ole Werner (Trainer Holstein Kiel): "Natürlich sind meine Spieler und ich enttäuscht. Wir haben es nach einer guten ersten Hälfte nicht geschafft, eine ordentliche zweite Hälfte auf den Platz zu bringen und sind dementsprechend schnell auf eine sehr einfache Weise ins Hintertreffen geraten – ähnlich wie letzte Woche gegen Karlsruhe. Die letzten Wochen haben uns die Beine kaum noch getragen. Nach dem 1:1 ist in den Köpfen einiges in den Köpfen passiert, was dazu geführt hat, das wir das Spiel dann komplett aus der Hand gegeben haben. Insgesamt haben wir aufgrund der zweiten Halbzeit verdient verloren."
Markus Anfang (Trainer SV Darmstadt): "Wir wollten die Punkte, schließlich geht es um Tabellenplätze und TV-Gelder, die wir dringend benötigen, um uns für die nächste Saison aufzustellen - wir verlieren schließlich einige wichtige Spieler. Zudem wollten wir die beste Darmstädter Rückrunde der Vereinsgeschichte spielen und das ist uns gelungen. Das macht mich stolz. Die Jungs waren hungrig und wir haben uns die Punkte verdient. Ich fühle aber dennoch mit den Kielern mit, da ich dort ja auch als Trainer tätig war."

Der Tweet zum Spiel:

Frust in Kiel - am letzten Spieltag verspielten die Störche den direkten Aufstieg.

Das fiel auf: Eiskalter Dursun vermiest Kieler-Aufstiegsparty

Die Kieler bewiesen auch im Saisonfinale Nervenstärke und Wille. Von Anfang an presste das Team von Ole Werner früh und setzte die Gäste im Spielaufbau unter Druck. In der Offensivbewegung ging viel über die linke Angriffsseite von Johannes van den Bergh und Fabian Reese. Im Zentrum sorgte Mühling sowohl als Passgeber aber auch als Schütze immer wieder für Gefahr und Unruhe.
Nach dem Seitenwechsel bot sich dann ein anderes Bild. Kiel wirkte müde – das nutzte Lilien-Knipser Dursun eiskalt aus und machte aus zwei Chancen seine Saisontore 26 und 27.

Die Statistik: 27

Mit 27 Treffern sicherte sich Dursun die Torjägerkanone in der Zweiten Liga vor Simon Terodde (24/HSV). Wo der Stürmer in der nächsten Saison spielen wird, ist noch unklar. Sicher ist, dass er Darmstadt verlassen wird.
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