Die Störche hatten den besseren Start ins Spiel und durch Phil Neumann früh die Gelegenheit, in Führung zu gehen. Der 24-Jährige wollte einen Chipball von Fabian Reese direkt auf das Tor befördern, verfehlte aber das Ziel knapp (4.).
Reese gehörte in der ersten halben Stunde zu den präsentesten Kieler Spielern - umso bitterer, dass er frühzeitig verletzungsbedingt seine Auswechslung signalisierte (28.). Für ihn kam Joshua Mees, der sich allerdings als positive Überraschung herausstellen sollte.
Nur Sekunden vor dem Halbzeitpfiff sorgte nämlich jener Mees für das 1:0: Neumann flankte von rechts präzise an den Fünfer, wo der 25 Jahre alte Linksaußen den Ball sehenswert per Seitfallzieher in die Maschen jagte (45.). Werder-Torwart Jiri Pavlenka war chancenlos.
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Der zweite Durchgang begann mit einer kurzen Unterbrechung, weil durch Pyrotechnik verursachte Rauchmengen die Sicht behinderten. Werder zog danach das Tempo an, trotzdem gelang der Elf von Interimstrainer-Ersatz Christian Brand erstmal weiter keine gefährliche Chance.
So kam der Ausgleich eher überraschend und mit dankenswerter Mithilfe von Kiel-Keeper Thomas Dähne. Der Holstein-Schlussmann verschätzte sich bei einem Klärungsversuch und beförderte den Ball ins Seitenaus. Marvin Ducksch handelte beim Einwurf gedankenschnell und Niclas Füllkrug lupfte den Ball ins leere Tor (57.).
Kiels Antwort ließ jedoch nicht lange auf sich warten: Kapitän Hauke Wahl spielte einen guten Pass auf Alexander Mühling, der an den rechten Pfosten schoss. Von dort prallte der Ball direkt vor die Füße von Benedikt Pichler, der mühelos aus kürzester Distanz einschob (65.).
Kurz darauf musste Kiel-Torwart Dähne nach einem Zusammenprall mit Niklas Schmidt lange behandelt und schließlich ausgewechselt werden (76.).
Bremen wurde in der Schlussphase stärker, bot aber nicht genug Präzision, um den nun zwischen den Kieler Pfosten stehenden Ioannis Gelios zu überwinden. Erst in Minute 98 wurde es richtig gefährlich, als Duckschs Flanke zu einem ungewollten Torschuss wurde, den der Schlussmann glanzvoll parierte.
Kiel feierte so einen wichtigen Sieg im Kampf gegen den Abstieg, Holstein verbesserte sich auf Platz zwölf. Bremen verliert dagegen die Aufstiegsränge so langsam aus den Augen - Werder hat bereits acht Punkte Rückstand auf den Relegationsrang.

Die Stimmen:

Benedikt Pichler (Holstein Kiel): "Es war ein Wahnsinnsspiel. Wir hatten einen guten Start ins Spiel, haben dann einen bitteren Ausgleich kassiert und am Ende den Sieg erzwungen, der absolut verdient war. Wir hatten gute Phasen gehabt und haben uns nach dem Ausgleich nicht hängen lassen. Es war purer Wille."
Stefan Thesker (Holstein Kiel): "Der Sieg ist völlig verdient. Wir sind zu Recht in Führung gegangen und haben unglücklich den Ausgleich kassiert. Nach unserem 2:1 haben wir verteidigt mit allem, was wir hatten. Am Ende haben wir mit Willen und Leidenschaft den Sieg über die Zeit gebracht."
Ömer Toprak (Werder Bremen): "Es wäre viel zu einfach zu sagen, hier war in der letzten Woche viel Wirrwarr. Letztes Wochenende haben wir das gegen Schalke hinbekommen. Wir als Spieler, gerade die Führungsspieler, müssen die Verantwortung übernehmen."

Der Tweet zum Spiel:

Insgesamt zweimal musste das Spiel wegen Pyrotechnik-Vergehen unterbrochen werden.

Das fiel auf: Torwart Dähne im Fokus

Erst leistete sich der 27 Jahre alte Schlussmann der Kieler einen Bock, der zum Ausgleich für Werder führte. 20 Minuten später musste er ausgewechselt werden, weil er im Zusammenprall mit Schmid anscheinend eine Kopf- oder Schulterverletzung erlitt. Nach dem Spiel gab Störche-Coach Marcel Rapp allerdings zumindest zum Teil Entwarnung: Dähne und dem ebenfalls verletzt ausgewechselten Reese gehe es "soweit gut", sagte Rapp.

Die Statistik: 72

Zum ersten Mal seit 72 Jahren, nämlich seit dem 16. November 1949, gewinnt Holstein Kiel ein Spiel gegen Werder Bremen. Zwar fanden seitdem nur neun Duelle statt, dennoch ein historischer Abend für den KSV.
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