Julian Weigl: Thomas Tuchels geheimer Schlüsselspieler bei Borussia Dortmund

Der BVB hat beim 4:0-Auftaktsieg gegen Borussia Mönchengladbach begeistert. Dabei überzeugten die Dortmunder vor allem durch ihr variables Ballbesitzspiel. eurosport.de analysiert, warum einem der Neuzugänge dabei eine Schlüsselrolle zuteil wird.

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Das eindrucksvolle Comeback von Thomas Tuchel in der Bundesliga, der wiedererstarkte Henrich Mchitarjan, der Lustlos-Auftritt von Borussia Mönchengladbach. Das Auftaktduell zwischen den beiden Borussias sorgte für jede Menge Gesprächsstoff.
Um einen Protagonisten war es jedoch verhältnismäßig ruhig: Julian Weigl.
Sprinten, kratzen und beißen? Fußball spielen und helfen!
Bei seinem Bundesliga-Debüt glänzte der Neuzugang auf der Sechserposition mit großer Übersicht und gutem Stellungsspiel. Dass man als defensiver Mittelfeldspieler nicht wild herumrennen und grätschen muss, zeigte der 19-Jährige auf beeindruckende Art und Weise.
Nur sieben Sprints stehen in der Statistik des Youngsters - die wenigsten aller Spieler der BVB-Startelf. Mit 51 intensiven Läufen, wie die Bundesliga-Datenbank schnelle Läufe über große Distanzen nennt, liegt er ebenfalls im untersten Bereich - bei den Dortmundern kam nur Sokratis (31) auf weniger.
Diese Statistiken sind keine Überraschung: Weigl ist kein Modellathlet. Er ist ein intelligenter Fußballer, der seine taktischen Aufgaben auf dem Platz verlässlich erledigt. Seinen gerade einmal vier (!) Fehlpässen stehen 80 erfolgreiche Pässe gegenüber. Diese Passquote von rund 95 Prozent stellte natürlich den Spitzenwert der Partie dar.
"Er hat einfach immer einen Plan", erklärte BVB-Manager Michael Zorc die gute Leistung seines Einkaufs nach der Partie. Die Besonderheit dieses Plans liegt in seiner Einfachheit. Weigl schaut, wo er gebraucht wird - und erkennt dies blitzschnell.
Haben sich die Kreativspieler am Flügel in eine schwierige Situation gedribbelt, bietet er sich als Rückpassoption an und verlagert das Spiel mit schnellen, kurzen Pässen. Rückt Mats Hummels mit dem Ball vor, füllt Weigl die Lücke. Dass er mit 11,7 Kilometern die größte Strecke aller eingesetzten Akteure abspulte, schien ihm nichts auszumachen. Der 19-Jährige ist eben kein spektakulärer Spieler, sondern ein Helfer.
Gündogan und Weigl: Ein Duo für die Zukunft?
Am Sonntag (ab 15:30 Uhr im eurosport.de-Liveticker) reist der BVB zum FC Ingolstadt. Für Weigl ist es eine Reise gen Heimat. Der gebürtiger Oberbayer wird jedoch anderes im Kopf haben als das Wiedersehen mit Freunden oder Verwandten. Er will sich weiter in das neue Spielsystem einfinden und vor allem eins: Punkte sammeln.
Das Zusammenspiel mit Ilkay Gündogan in der Schaltzentrale klappt schon sehr gut. Das Duo profitiert ganz offensichtlich voneinander. Während Weigl vor allem beim Übergang vom ersten ins zweite Spielfelddrittel hilft, kann Gündogan sich stärker auf die Pässe in Richtung der Offensivreihe konzentrieren.
Flexibilität ist unter Tuchel Trumpf
Diese Arbeitsteilung ist jedoch keineswegs in Stein gemeißelt - im Gegenteil: Flexibilität ist unter Tuchel Trumpf. Auch Weigl soll sich in die Offensive einschalten, vor allem dann, wenn Gündogan sich mal weiter nach hinten fallen lässt.
Natürlich ist es nach nur einem Bundesligaspiel etwas zu früh, um Weigl und Gündogan zum neuen Traumduo auszurufen. Dass sie jedoch das Potenzial dazu haben, ist offensichtlich. Nun gilt es, diesen Eindruck zu beweisen. Am besten schon am Sonntag in Ingolstadt.
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