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HSV gegen BVB wie ein Absteiger - Markus Gisdol ruft den "Existenzkampf" aus
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Publiziert 05/11/2016 um 21:10 GMT+1 Uhr
Uwe Seeler wollte sich seinen 80. Geburtstag von diesem desolaten HSV nicht verderben lassen. "Hamburger geben nicht auf", sagte das Klub-Idol beim Abschied aus dem Volksparkstadion. Seeler, als Spieler ein nimmermüder Kämpfer, ein Vorbild, war an seinem Ehrentag beim 2:5 gegen Borussia Dortmund ein Zeuge einer abstiegsreifen Vorstellung seines heruntergekommen Herzensvereins geworden.
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"Ich bin natürlich enttäuscht und hätte mir ein paar weniger Geschenke für die Dortmunder in der ersten Spielhälfte gewünscht", sagte Uwe Seeler, der Ehrenspielführer der deutschen Nationalmannschaft, nach der 2:5 (0:3)-Pleite des Hamburger SV gegen Borussia Dortmund und sprach damit ganz im Sinne des hilflos wirkenden Trainers Markus Gisdols.
Nach der vierten Niederlage im fünften Spiel unter seiner Leitung fühlte sich der 47-Jährige bereits bemüßigt, den Überlebenskampf an der Elbe auszurufen. "Es ist für die Mannschaft und den Verein eine sehr schwere Situation", startete Gisdol seine emotionale Rede, das Gesicht gerötet, die Augen weit aufgerissen. Die Erwartungshaltung vor der Saison sei in einem "nicht angemessenen Maße" aufgebaut worden:
Ab sofort, ab dem 11. Spieltag. Mit einem Kader, der für rund 33 Millionen Euro verstärkt worden ist.
HSV-Führungsspieler mit eklatanten Fehlern
Nichts war es gewesen mit dem "Seeler-Effekt", auf den der ganze Klub an diesem besonderen Tag gesetzt hatte. Nach den Ehrungen für den Altstar und kurzem Schwelgen in alten, erfolgreichen Zeiten, wurde den stolzen HSV-Fans die ganze Brutalität der Gegenwart vorgeführt. Insbesondere von BVB-Stürmer Pierre-Emerick Aubameyang, der die völlig überforderte Defensive der Hausherren vor unlösbare Probleme stellte.
Der Stürmer traf gleich viermal (4., 23., 27., 48.) und profitierte bei seiner Gala von eklatanten Fehlern der HSV-Profis, die eigentlich als Führungsfiguren vorangehen sollen. Doch Torwart René Adler, Kapitän Johan Djourou, der erfahrene Emir Spahic und auch der früh ausgewechselte Cleber erwischten einen rabenschwarzen Tag. Die von Gisdol erstmals praktizierte Dreierkette in der Abwehr funktionierte überhaupt nicht.
"Normalerweise bist du von diesen Spielern solche Fehler nicht gewohnt", sagte Gisdol:
Die taktische Umstellung in der Defensive wollte er nicht als Fehler werten. Djourou hatte kurz zuvor preisgegeben, in der veränderten Formation noch nicht mit hundertprozentiger Sicherheit zu agieren.
HSV: Gisdol mahnt Rückhalt an
Auch Nicolai Müller sah die Wurzel des Übel eher in den individuellen Fehlern. "Sie haben uns das Spiel kaputtgemacht", sagte der frühere Mainzer, der sich wie Dortmunds Ousmane Dembélé (76.) noch in die Torschützenliste eintrug (55., 81.). Müller hat nun die Hälfte der HSV-Treffer in dieser Saison erzielt - er war am Samstag der einzige Lichtblick für Seeler.
Der HSV habe "keine gute Mischung, nur Suppe", hatte er schon zuletzt in der Analyse des HSV-Kaders gesagt: "Ich habe schon ein bisschen Fladder." 'Die ist an seinem runden Geburtstag nicht weniger geworden.
Die Fans quittierten die Vorstellung mit Unmut, Gisdol äußerte "Verständnis", mahnte jedoch:
Und, mit Blick nach vorne: "Ich bin genauso Teil des Teams, und deswegen werden wir hier sehr kämpferisch weiterarbeiten. Es werden auch wieder andere Gegner und Spiele kommen, die wir gewinnen können."
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