Trainer-Legende Eduard Geyer: "RB Leipzig tut dem Fußball-Osten gut"

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Eduard Geyer exklusiv bei Eurosport - über Aufsteiger RB Leipzig in der Bundesliga. Kein anderer Verein polarisiert Fußball-Deutschland mehr als die Sachsen. Von den Kritikern als millionenschwerer Retorten-Verein verschrien, sind die "Roten Bullen" in Leipzig das neue Aushängeschild. Das sieht auch Ost-Kulttrainer "Ede" Geyer so, der von 1994 bis 2004 bei Energie Cottbus das Zepter schwang.

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Fotocredit: Eurosport

Keiner kennt sich im Fußball-Osten besser aus als Geyer. Er war letzter Nationaltrainer der DDR, spielte in den 1970er Jahren mit Dynamo Dresden gegen Bayern, trainierte den schwarz-gelben Kultklub vor der Wende, heuerte zwei Mal bei Sachsen Leipzig an und war Trainer bei Energie Cottbus.
Zu Aufsteiger RB Leipzig hält sich Geyer nicht zurück - und spricht Klartext:
Der kometenhafte Aufstieg von RB Leipzig ist den Millionen-Geldern von Red-Bull-Boss Dietrich Mateschitz zu verdanken. Er hat den Verein aus dem Nichts gestampft. In Leipzig ist der Verein mittlerweile angesagt - außer bei den eingefleischten Lok- und Sachsen-Leipzig-Fans.
Es ist wieder schick zum Fußball zu gehen. Den meisten Leipzigern ist egal, wer den Klub sponsort. Sie wollen einfach Bundesliga-Fußball sehen. Der sportliche Erfolg spricht für RB. Seit der Vereinsgründung am 19. Mai 2009 kletterte der "Brauseklub" von der 5. Liga ins Oberhaus.

Heftige Fan-Proteste gegen RB Leipzig

Nach einer anfänglich zähen Phase ging es mit der Verpflichtung von Manager Ralf Rangnick ab 2012 steil nach oben. Als erste Amtshandlung beurlaubte Rangnick damals Peter Pacult und ersetzte ihn durch Alexander Zorniger, unter dem RB Leipzig zwei Aufstiege in Folge schaffte.
Zur Saison 2015/16 übernahm Rangnick selbst den Posten des Cheftrainers, stieg mit RB Leipzig in die Bundesliga auf und holte Ralph Hasenhüttl als Cheftrainer für die Saison 2016/17.
Für diese Erfolge erntet er Respekt von Geyer:
Als Geyer von 2006 bis 2007 zum zweiten Mal nach 1992 bis 1994 Trainer bei Sachsen Leipzig war, wollte Red Bull sogar bei den "Ex-Chemikern" einsteigen. Damals gab es Gespräche im Zentralstadion. Aber das hatte sich schnell erledigt. Beide Seiten kamen nicht zusammen. Die Fans protestierten. Der DFB legte sein Veto ein.
2009 übernahm RB Leipzig das Startrecht von Fünftligist SSV Markranstädt. Seitdem schwappt eine Welle der Empörung durch das Land. Zuerst durch den Fußball-Osten - mittlerweile ist die Antipathie gegen die RasenBaller auch im Westen angekommen. Nach dem Motto: Fußball-Kultur gegen Kommerz.
Zuletzt hatten Proteste - wie beim DFB-Pokalspiel in Dresden oder beim Bundesliga-Auftakt in Hoffenheim - für Schlagzeilen gesorgt. Während die Fan-Aktionen in Hoffenheim mehrheitlich kreativ waren, flog bei Zweitligist Dynamo Dresden ein abgetrennter Bullenkopf in den Stadion-Innenraum. Ein ekelhafter Eklat.
Dynamo-Urgestein Geyer zu den Protest-Aktionen:
Am Samstag besiegte RB Leipzig in seinem ersten Bundesliga-Heimspiel den BVB mit 1:0 (0:0), dessen Boss die neureichen Sachsen äußerst kritisch sieht. Wie Hans-Joachim Watzke erklärte, wird RB Leipzig niemals sein "Lieblingskonstrukt" werden. Zum einen aus moralischen Gründen - zum anderen wegen der Konkurrenzsituation.

Neue Gefahr für Bayern und BVB?

Mit RB Leipzig wächst ein ernstzunehmender Gegner im Kampf um die internationalen Plätze heran. Den Grundstein hat Rangnick in Leipzig gelegt. In der Stadt, wo am 28. Januar 1900 der Deutsche Fußball-Bund (DFB) gegründet wurde. Traditionsvereine wie Lok Leipzig oder Sachsen Leipzig (aufgelöst) spielen in der Fußball-Metropole aber keine Rolle mehr.
Unter Rangnick setzt RB Leipzig vor allem auf junge Talente - wie zuletzt die Verpflichtungen von Schottland-Juwel Oliver Burke (19) und Naby Keïta (21) für jeweils 15 Millionen Euro zeigten. Timo Werner (20) kam für zehn Millionen vom VfB Stuttgart. Der Brasilianer Bernardo (22) für sechs Millionen aus Salzburg.
Geyer sieht diese Entwicklung positiv:
Die Voraussetzungen scheinen perfekt, um RB Leipzig als Topverein in der Bundesliga zu etablieren. Wovon Hansa Rostock, Dynamo Dresden, der VfB Leipzig oder Energie Cottbus nur träumten, könnte bei den "Roten Bullen" in die Realität umgesetzt werden - als erster Ost-Verein dem FC Bayern und Dortmund auf die Pelle zu rücken.
Über kurz oder lang wird RB Leipzig in der Bundesliga ganz oben mitmischen. Eine erste Kostprobe auf die kommenden Gegner gab's bereits am Samstag. Die Sachsen bestanden den ersten Härtetest gegen Vizemeister Dortmund mit Bravour. Für Geyer war vorher klar, dass Leipzig nicht chancenlos ist:
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