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FC Bayern München: Wer ist der neue Trainer, den Fredi Bobic schon kennt?
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Publiziert 28/01/2018 um 00:36 GMT+1 Uhr
Fredi Bobic beschert der Bundesliga einen Schattenmann. Eintracht Frankfurts Sportvorstand kennt den neuen Trainer des FC Bayern bereits ("Ich habe gehört, wer's wird"), Namen nannte er keine. Die Münchner werden einen deutschen Coach installieren, und dass Bobic schon im Januar von Mister X unterrichtet ist, legt einen frei verfügbaren Kandidaten nahe. Also Jupp Heynckes. Oder Thomas Tuchel.
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Matthias Sammer wird's nicht. "Ablöse zu hoch", winkt unser Eurosport-Experte schmunzelnd ab, der FC Bayern muss sich nach anderen Trainern umsehen. Beziehungsweise: hat das bereits getan, obendrein erfolgreich.
Wenn nicht alles täuscht, wissen die Münchner, wen sie 2018/19 als Chef-Coach begrüßen dürfen, und Fredi Bobic ist zwar kein Münchner, weiß es aber auch. "Ich habe irgendwo gehört, wer's wird", sagte Eintracht Frankfurts Sportvorstand am Freitagabend bei Eurosport. Hört, hört!
Anderntags reagierte Bayerns Sportdirektor Hasan Salihamidzic via "Sky" genervt: "Wir werden uns dazu nicht mehr äußern. Wenn jemand dazu etwas sagt, kann ich auch nichts dafür." Klubpräsident Uli Hoeneß sagte "Sport1" knapp:
So hat Bobic einen Schattenmann kreiert, Namen nannte er keine, was verständlich, aber natürlich zutiefst bedauerlich ist. Bayerns Trainerfrage beschäftigt die Branche ja spätestens, seitdem Hoeneß im Winter beschlossen hat, Jupp Heynckes mit einer Schmeicheltour zu umgarnen; neulich stieg Karl-Heinz Rummenigge in die "Charmeoffensive" ein, Heynckes zeigte sich wenig beeindruckt.
Nagelsmann ist für 2018 aus dem Rennen
Der 72-Jährige kommentiert das Thema nicht länger. Obwohl er oft genug betont hat, am Saisonende aufzuhören, macht es den Anschein, als wäre das aller-allerletzte Wort nicht gesprochen. Möglicherweise ist Bobic da genauer informiert, es lohnt jedoch, seine Aussagen zu analysieren. Bobic ließ etwa dieses Sätzchen fallen:
Er sagte: Sie hätten jetzt noch ihren Trainer. Das deutet auf Heynckes' Abgang hin.
Fest steht, dass der FC Bayern einen deutschen respektive deutschsprachigen Coach installiert.
Bobic schloss Frankfurts Niko Kovac aus, Sammer sieht dessen Reife- und Entwicklungsprozess ebenfalls nicht beendet. Ähnliches gilt für Hoffenheims Julian Nagelsmann, mangelnde Reife (30 Jahre jung, ein paar unglückliche Auftritte im Europapokal) haben ihn für 2018 disqualifiziert. Bei Ralph Hasenhüttl aus Leipzig trifft trotz 20 Jahren mehr Lebenserfahrung im Prinzip dasselbe zu; bereit für Bayern fühlt sich der Österreicher ohnehin nicht.
Wie sollte Löw das machen?
Jürgen Klopp ist bis 2022 an Liverpool gebunden und scheint nicht auf kurzem Weg in die Bundesliga zurückzustreben. "Ich denke und erwarte, dass er irgendwann Trainer beim FC Bayern wird", meinte Bayern-Legende Ottmar Hitzfeld, das ist gut möglich, aber eher nicht im kommenden Sommer.
Bundestrainer Joachim Löw könnte mit dem Gedanken spielen, nach der Mission Titelverteidigung am Höhepunkt abzutreten. In der Praxis ergeben sich logistische Komplexitäten, die ein Engagement in München von vornherein verhindern. Erreicht Deutschland das WM-Finale, wäre Löw bis Mitte Juli beschäftigt - wie sollte er da (parallel!) eine Bayern-Saison inklusive Kader planen?
Dass Bobic schon im Januar von Mister X unterrichtet ist, legt einen frei verfügbaren Kandidaten nahe. Also Thomas Tuchel. Zwei Jahre Dortmund haben gereicht, um diesen unergründlichen Asketen auf die Agenda nahezu jedes Großklubs zu hieven, sogar bei Real Madrid wird er gehandelt.
Guardiola empfahl Tuchel als Nachfolger
Der FC Bayern soll lose Kontakt zu Tuchel halten, speziell Rummenigge ist dem Vernehmen nach ein Befürworter. Pep Guardiola sagte einst:
Er wurde es nicht, der 44-Jährige hat das Problem, dass Image haftet wie Sekundenkleber. Und sein Image skizziert ihn als menschlich schwierig, was immer das heißen soll im testosterongeschwängerten Fußballbusiness voller Egos und Eitelkeiten. Man müsse abwägen, "ob er charakterlich passt", hat Oliver Kahn gesagt.
Eurosport-Einschätzung: Wäre es für einen Bayern-Coach nicht fatal, sich von außen (bzw. oben, Hoeneß und Rummenigge) beeinflussen zu lassen? Tuchel ist vereinslos, profiliert, ein Fußballdoktor - und höchstwahrscheinlich derjenige, der sich hinter der Silhouette des Schattenmanns verbirgt.
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