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FC Bayern: Uli Hoeneß eröffnet Abteilung Attacke - volle Breitseite gegen Fredi Bobic

Volle Breitseite gegen Bobic: Hoeneß eröffnet Abteilung Attacke

15/04/2018 um 09:27

Uli Hoeneß will im Sinne des FC Bayern München die Vorgänge um die Trainerverpflichtung von Niko Kovac klarstellen und liefert dabei eine Breitseite gegen Fredi Bobic ab. So seien die Worte des Sportvorstandes von Eintracht Frankfurt in Richtung Bayern eine "Schweinerei" gewesen. Niko Kovac habe er derweil vor diesem Donnerstag nur rein zufällig zum Abendessen getroffen.

Hoeneß mit Breitseite gegen Bobic

So startete Hoeneß das Interview mit "Sky"-Reporter Patrick Wasserziehr mit einer Breitseite gegen Bobic. "Wir haben die Aussagen von Fredi Bobic als ziemlich unverschämt gesehen", sagte der Bayern-Präsident und nannte Bobics am Freitag gesprochene Worte "unanständig" sowie eine "Schweinerei".

Niko Kovac hatte Fredi Bobic am Donnerstag informiert, dass er ein Angebot vom FC Bayern München erhalten habe und Bayern die in Kovacs Vertrag verankerte Ausstiegsklausel ziehen würde. Darüber berichteten am Donnerstagabend bereits mehrere Medien - Bayern verkündete daraufhin am Freitag den Trainer-Transfer.

Den Zeitpunkt so kurz vor dem wichtigen Spiel von Eintracht Frankfurt bei Bayer Leverkusen (1:4) hatte Bobic kritisiert und Bayern unterstellt, die Information an die Medien getragen zu haben, um den Trainer-Transfer verkünden und für die letzten Saisonwochen selbst Ruhe haben zu können.

Hoeneß stichelt wegen Ausstiegsklausel

Dazu wollte Hoeneß am Samstagabend drei Dinge klarstellen.

"Wir haben uns sehr professionell verhalten, weil wir eine Lücke im Vertrag mit Niko Kovac, den er gemacht hat, ausgenützt haben. Das ist sehr professionell", stichelte Hoeneß zunächst gegen Bobic und fuhr wie folgt fort:

"Zweitens: Wir haben uns lange überlegt, wann wir es den Frankfurtern sagen sollen. Wir hätten es auch nach der Saison sagen können, aber wir haben es bewusst so früh wie möglich gesagt, damit sie eine Möglichkeit haben, sich eine Alternative zu besorgen. Wenn wir es erst in ein paar Wochen gesagt hätten, hätten wir Ruhe gehabt und die Frankfurter den Ärger."

Hoeneß: Kein Informations-"Leck" bei Bayern

Man habe "kein Interesse" an einer jetzigen Veröffentlichung des Wechsels gehabt, "außer die Frankfurter Eintracht zu schützen".

Zu guter Letzt wies Hoeneß den Vorwurf, die Bayern haben eine offene Stelle gehabt, klar von sich:

"Wir haben nicht die Presse informiert. Die Springer-Presse hilft uns ganz selten. Aber in dem Fall hat sie endlich mal gesagt, wie es war: Nämlich dass wir gar nichts dazu beigetragen haben, dass die Sache an die Öffentlichkeit kam."

Zufälliges Abendessen mit Kovac

Richtig skurril wurde es dann, als Hoeneß doch noch einräumte, Kovac vor dem Donnerstag bereits gesprochen zu haben - allerdings nicht gewollt. Vielmehr sei es zu dem in der "Süddeutschen Zeitung" beschriebenen Abendessen vor einigen Wochen nur durch einen Zufall gekommen.

Hoeneß:

"Wir haben uns mit Niko Kovac zu einem Abendessen getroffen, was reiner Zufall war. Weil mein Fahrer, der ein Kroate ist, 60. Geburtstag hatte und Robert und Niko Kovac eingeladen hat. Zu einem Italiener im Umfeld der Stadt München. 60 Leute waren da. Karl-Heinz Rummenigge war eingeladen mit seiner Frau, ich war eingeladen mit meiner Frau. Dass wir an dem Abend vor 60 Leuten zusammen Vertragsverhandlungen führen, das ist ja wohl ziemlich abwegig."

Hoeneß beendet Gespräch schnippisch

Er habe vielmehr erst am Morgen der Feier von seiner Frau erfahren, dass die Kovacs ebenfalls auf der Gästeliste stehen.

Auf die Frage von "Sky", wann denn dann die erste konkrete Kontaktaufnahme mit der Kovac-Seite stattgefunden habe, sagte Hoeneß:

"Wir sind hier nicht bei der Staatsanwaltschaft. Das geht sie einen ziemlichen Mist an."

Danach endete das Interview.

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