Fit, motiviert, hinten dran: Borussia Dortmund sucht Platz für André Schürrle
Im Juli 2016 tätigte Borussia Dortmund seinen Rekordtransfer: André Schürrle kam für 30 Millionen Euro vom VfL Wolfsburg. Ein von Verletzungen geprägtes Premierenjahr stellte weder Spieler noch Verein zufrieden und auch Jahr zwei startete denkbar schlecht (Muskelfaserriss). Am Montag kehrte Schürrle zurück auf den Trainigsplatz, will wieder angreifen. Stellt sich nur die Frage: wo soll er spielen?
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André Schürrle kennt das zur Genüge. Am Montag kehrte der Nationalspieler - mal wieder - nach einer langwierigen Verletzung ins Mannschaftstraining seines Vereins zurück. Aktuell heißt dieser Borussia Dortmund und ist Tabellenführer der Bundesliga.
Bei den Westfalen sollte nach unglücklichen Jahren mit Chelsea und dem VfL Wolfsburg endlich der ersehnte Neuanfang auf Vereinsebene gelingen. Bisher ist Schürrle trotz 92,5 Millionen generierter Transfererlöse (für keinen deutschen Spieler wurde mehr Geld ausgegeben) nur bei Mainz 05, seiner ersten Station, und mit Abstrichen bei Bayer Leverkusen eingeschlagen.
Wie so viele schnelle, technisch versierte Flügelspieler hat auch Schürrle ein Problem. Er ist verletzungsanfällig. In einem Jahr in Wolfsburg verpasste er sieben Spiele aufgrund verschiedener Blessuren, in Dortmund sind es bereits deren 26.
Mal wieder Neuanfang
Unter Neu-Coach Peter Bosz sollte für "Schü", wie er von seinen Freunden und Mitspielern genannt wird, alles besser werden. "Ich habe das Gefühl, dass der Trainer mir vertraut und meine Qualitäten schätzt", sagte Schürrle bei Eurosport während der Saisonvorbereitung angriffslustig.
Und er lieferte, schoss den 3:2-Siegtreffer gegen Urawa Red Diamonds auf der Asienreise im Juli - die Bosz-Premiere als Borussen-Trainer.
Das mag stimmen, nur hapert es wie so oft an der Umsetzung. Schürrle war in Dortmund bisher selten fit, lieferte deshalb auch selten Topleistungen ab. Bisheriger Höhepunkt war der Treffer zum 2:2 im Champions-League-Spiel gegen Real Madrid in der Gruppenphase 2016. Im Anschluss fehlte er mit einer Innenbanddehnung im Knie einen kompletten Monat und kam in der restlichen Saison nur noch sporadisch zu Einsätzen.
In der Sommerpause stand er kurz davor, die Reißleine zu ziehen, war sich mit West Ham United schon über einen Wechsel zurück nach London einig. Der BVB verhinderte die Leihe aber am Deadline Day.
Wohin mit Nationalspieler Schürrle?
Nun geht er also in seine zweite Saison als Borusse - und es dürfte nicht leichter werden, sich in der hochtalentierten und bereits gut eingespielten Mannschaft einen Stammplatz zu erkämpfen. Den Saisonstart nutzten die Neuzugänge und direkte Konkurrenten Andrij Jarmolenko und Maximilian Philipp mit starken Spielen für sich. Youngster Christian Pulisic schaffte den endgültigen Durchbruch beim BVB, ist derzeit unverzichtbar und steht bei Bosz hoch im Kurs.
"Er ist ein Riesentalent. Und Christian hat noch Luft nach oben. Das ist für ihn noch lange nicht das Ende der Fahnenstange", schwärmt Bosz vom US-Amerikaner:
Bedenkt man, dass spätestens nach der Winterpause auch Marco Reus, der sich derzeit in der Reha-Phase nach seiner Kreuzbandverletzung befindet, in den Kader zurückkehrt, sei die Frage gestattet: wo soll ein fitter Schürrle überhaupt spielen?
Die Außenbahnen sind mit Philipp, Pulisic und Yarmolenko bereits bestens besetzt. Kehrt Reus zurück, ist Schürrle nur fünfte Wahl.
Chancen werden kommen - und müssen genutzt werden
Für den 26-Jährigen spricht seine Vielseitigkeit. Schürrle kann in der offensiven Dreierreihe jede Position bekleiden. Sowohl in der Nationalmannschaft als auch beim BVB spielte er schon links, rechts und in der Sturmspitze.
Allerdings ist es sehr unwahrscheinlich, dass Bosz Schürrle als Aubameyang-Backup verwenden wird. Der Niederländer bevorzugt es, Spieler auf ihren gelernten Positionen einzusetzen. So gab er beim Champions-League-Auftakt gegen Tottenham dem mit der Spielweise noch wenig vertrauten Jeremy Toljan auf der Linksverteidigerposition den Vorzug vor Da-Axel Zagadou, der die Rolle von Marcel Schmelzer bereits in der Vorbereitung und in den ersten Ligaspielern ausgefüllt hatte.
"Zagadou ist Innenverteidiger. Er hat uns gut geholfen, aber ich habe es lieber, wenn die Spieler auf ihren stärksten Positionen spielen", erklärte Bosz seine Entscheidung pro Toljan nach der 1:3-Niederlage in Wembley.
Sollte Aubameyang fehlen, ist daher ein Einsatz des jungen Alexander Isak eher zu erwarten, als der eines zum Mittelstürmer umfunktionierten Schürrle.
Die Situation ist klar: der Ex-Wolfsburger muss sich auf den Flügelpositionen durchsetzen. Chancen dafür, wird er bei der Menge an Spielen, die der BVB vor der Winterpause noch in drei Wettbewerben abspulen muss, bekommen. Es liegt an Schürrle selbst, diese zu nutzen - am besten sofort. Denn viel Anlaufzeit dürfte er nach über einem Jahr im Verein nicht bekommen.
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