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Taktik-Check: Stöger-Fußball 2.0 - die Auferstehung des 1. FC Köln

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Stefan Ruthenbeck und Simon Terodde

Fotocredit: Eurosport

VonEurosport
02/02/2018 Am 08:18 | Update 02/02/2018 Am 08:18

Nach vier ungeschlagenen Spielen in Folge will der 1. FC Köln gegen Borussia Dortmund (Freitag, 20:30 Uhr live im Free-TV auf Eurosport 1) nachlegen und weiter Boden auf die Konkurrenz gutmachen. Doch was macht Stefan Ruthenbeck beim 1. FC Köln eigentlich anders als sein Vorgänger Peter Stöger? Eurosport.de analysiert im Taktik-Check, warum es beim Tabellenletzten nun wieder besser läuft.

Der 1. FC Köln verteidigt nun wieder deutlich besser als in der Hinrunde. Das Team erwartet den Gegner noch immer recht tief und üben erst ab der Mittellinie Druck aus, dennoch haben sie mehr Aggressivität in ihrem Spiel.

Weil die Abstände zwischen den Ketten - aber auch zwischen den einzelnen Spielern in der Horizontalen - wieder so klein gehalten werden wie zu Stögers besten Zeiten, kommt man schlichtweg besser in die Zweikämpfe.

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Diese Kompaktheit ist die Basis für das Kölner Umschaltspiel, das Auswärtsspiel beim Hamburger SV lieferte hier genug Anschauungsmaterial. Man überließ den Hanseaten den Ball, zog sich in den eng gestaffelten Defensivverbund zurück und verteidigte diszipliniert und aggressiv, ohne sich dabei zu hastig in die Zweikämpfe zu stürzen. Die Folge: viele Ballgewinne und vielversprechende Konteraktionen.

Über weite Strecken der Hinrunde musste Ex-Trainer Stöger in der Defensive oftmals das Personal wechseln, auch Ruthenbeck musste nach seiner Amtsübernahme erst einmal improvisieren - von defensiven Automatismen konnte man aus Kölner Sicht nur träumen.


Eurosport zeigt das Freitagabendspiel am 2. Februar 2018 um 20:30 Uhr zwischen dem story65045841. FC Köln und Borussia Dortmund live im Free-TV story.aspxNoneauf Eurosport 1. Neben dem Live-Spiel präsentiert Eurosport den Zuschauern ab 19:30 Uhr auch die umfangreiche Rahmen-Berichterstattung mit dem hochkarätigen Experten-Duo Matthias Sammer und Jan Henkel.


Rückkehrer + Neuzugänge = Qualität + Flexibilität

Zwischenzeitlich fielen beim FC 14 Spieler gleichzeitig aus - und zwar allesamt Akteure mit Stammplatzambitionen. In der Winterpause konnten sich jedoch einige erholen, zudem wurde der Kader mit den Neuzugängen Simon Terodde und Vincent Koziello verstärkt.

Gerade in der Offensive hat Ruthenbeck mittlerweile viele verschiedene Optionen. Mit Terodde, Serouh Guirassy, Jhon Cordoba, Simon Zoller, Yuya Osako und Claudio Pizarro stehen gleich sechs Stürmer im Kader. Zum Jahresende mussten aufgrund der Personalsorgen noch der gelernte Außenverteidiger Lukas Klünter und U21-Mittelfeldspieler Chris Führich als Notlösungen im Angriff agieren.

Entscheidet sich Ruthenbeck für Simon Terodde als Stoßstürmer?

Fotocredit: SID

Nun kann Ruthenbeck je nach Spielweise - oder auch nach Spielstand - den jeweils passenden Spielertypen im Sturm auswählen. Mit Terodde und Guirassy gibt es zwei klare Stoßstürmer, die körperlich stark sind. Zoller und Cordoba bringen hohes Tempo mit, Osako ist spielerisch am stärksten und zeigt sich zwischen den Linien. Und Altmeister Pizarro kann mit seinen Fähigkeiten im Abschluss sowie seiner Cleverness ebenfalls ein Mann für gewisse Spielsituationen sein.

Weil auch Jonas Hector wieder fit ist, wird das Kölner Spiel auch im Bereich zwischen Abwehr und Mittelfeld flexibler. Der Nationalspieler kann links in der Viererkette, eine Postion davor oder aber im zentralen Mittelfeld agieren. Mit seiner Ballsicherheit ist er ein Fixpunkt im Kölner Aufbau- und Übergangsspiel.

Mut zum Risiko

In der Winterpause arbeitete Ruthenbeck mit seiner Mannschaft viel am Ballbesitzspiel. Die Kölner verzichteten auf ein Trainingslager und schoben viele Doppelschichten am heimischen Geißbockheim. Dabei lag der Fokus ganz klar auf dem Spielaufbau: Die Innenverteidiger sollen mutig agieren und das Spiel offensiv eröffnen. Spätestens mit dem zweiten Ballkontakt soll nach vorne gespielt werden, auch das Andribbeln bis ins Mittelfeld ist ein Mittel zum Ankurbeln des Offensivspiels.

Ziel der Kölner ist es, den Ball vom Flügel ins Zentrum zu bekommen und sich dort für ein schnelles, zielstrebiges Kombinationsspiel zu positionieren. In den Spielen zuletzt sah man beispielsweise immer wieder den mutigen Flachpass eines Außenverteidigers in die Sturmspitze. Dieses Anspiel ist für die Kölner Sechser und Flügelspieler das Signal, sich hinter dem empfangenden Stürmer zu positionieren. Nach dem Prinzip "Tief-Klatsch-Tief" soll der Ball nach der Ablage direkt hinter die gegnerische Abwehrkette gespielt werden.

Diese Passstafetten sind relativ risikoreich, da schon das erste Anspiel über eine große Distanz geht. Durch das Nach- bzw. Einrücken der Mittelfeldspieler positioniert sich der FC jedoch direkt fürs Gegenpressing - geht der Ball also mal verloren, kann sofort Druck ausgeübt werden.

Eurosport-Check: Ruthenbeck hat das Spiel des 1. FC Köln nicht komplett umgekrempelt, sondern die alten Stärken fokussiert. Dass das kompakte Verteidigen und das schnelle Umschalten nach Ballgewinn nun gut funktionieren, dürfte nicht unwesentlich mit der entspannteren Personalsituation zusammenhängen - neben der Qualität der einzelnen Akteure spielt hier auch der Faktor Eingespieltheit eine große Rolle. Der FC spielt aktuell wieder den über die letzten Jahre gewohnten Fußball kombiniert mit neuem Mut zum Risiko im Aufbauspiel. Ob dieser "Stöger-Fußball 2.0" auch gegen einen richtig starken Gegner funktioniert, wird sich nun ausgerechnet gegen eben jenen Peter Stöger und seinen BVB zeigen.

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