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Bundesliga | Lucien Favres Härtefälle: Fünf Stars von Borussia Dortmund mit Konfliktpotenzial
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Publiziert 30/11/2018 um 12:50 GMT+1 Uhr
Champions-League-Achtelfinale, DFB-Pokal-Achtelfinale, Bundesliga-Spitzenreiter: Die sportliche Situation von Borussia Dortmund könnte nicht besser sein. Doch so gut sich der BVB als Mannschaft bisher auch präsentiert, gibt es unter Trainer Lucien Favre dennoch einige individuelle Verlierer. Eurosport.de blickt auf fünf BVB-Härtefälle mit Konfliktpotenzial - und wagt eine Prognose.
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1.) Raphaël Guerreiro
Gegen den FC Brügge erhielten einige BVB-Stars aus der zweiten Reihe eine Bewährungschance, so auch Raphaël Guerreiro. Der 24-Jährige stand erst zum vierten Mal in dieser Spielzeit in Favres erster Elf - und konnte dabei nicht wirklich überzeugen. Der Portugiese gewann lediglich 33 Prozent seiner Zweikämpfe, nur 60 Prozent seiner Pässe fanden den Mitspieler.
Ein Spiel - bezeichnend für Guerreiros bisherige Saison. Außer nach seiner Einwechslung gegen Atlético Madrid, als er zwei Treffer zum 4:0 beisteuerte, ist da viel Schatten beim einstigen Wunschspieler von Thomas Tuchel. Roman Bürki meinte nach dem müden Brügge-Kick: "Heute war es offensiv einfach zu wenig." Auch eine Kritik an Guerreiro, der es im Vergleich zum eigentlichen Linksaußen Jadon Sancho an Geschwindigkeit, Durchschlagskraft und Elan vermissen ließ.
Prognose: Guerreiro wird sich über einen längeren Zeitraum mit der Backup-Rolle begnügen müssen, zu gut macht es Sancho auf Linksaußen. Auch auf den anderen Positionen des Portugiesen, links hinten und im defensiven Mittelfeld, hatten andere BVB-Stars wie Achraf Hakimi, Thomas Delaney und Axel Witsel zuletzt stärkere Argumente. Ein möglicher Transfer erscheint aber äußerst unwahrscheinlich - durch seine Variabilität ist Guerreiro für Favre und den BVB viel zu wertvoll.
2.) Christian Pulisic
Angesprochen auf Christian Pulisic, meinte Favre zuletzt bei "Sky":
Keine Aussage, die dem 20-jährigen US-Amerikaner Hoffnung auf mehr Einsätze machen dürfte. Vier Spiele von Beginn an sind es in der Bundesliga für Pulisic bisher. Der letzte Ende September in Leverkusen. Auch ihm hat Sancho mittlerweile den Rang abgelaufen.
Zwar sind Pulisics Statistiken nicht wirklich schlecht, in 14 Partien steuerte er bisher drei Treffer und vier Vorlagen bei. Doch im Vergleich zu den vergangenen beiden Spielzeiten scheint der Youngster etwas von seiner Unbekümmertheit und seinem Instinkt in Eins-gegen-eins-Situationen verloren zu haben. Das zeigte sich auch beim schwachen Auftritt gegen Brügge.
Prognose: Ein Talent wie Pulisic will und muss spielen. Kann er das beim BVB nicht im gewünschten Ausmaß, wird er sich einen anderen Verein suchen. Interessenten soll es einige geben, laut "The Sun" bietet etwa der FC Chelsea umgerechnet 79 Millionen Euro. Zwar stellte Sportdirektor Michael Zorc bei "Sky" klar: "Wir planen mit Pulisic bis zum Sommer." Doch bei einem Angebot um die 80 Millionen Euro dürfte der BVB spätestens dann schwach werden, zumal Pulisic nur noch einen Vertrag bis 2020 besitzt.
3.) Mahmoud Dahoud
Wie Guerreiro und Pulisic erhielt auch Mahmoud Dahoud gegen Brügge eine Chance von Beginn an. Doch auch der 22-Jährige betrieb nur wenig Eigenwerbung. "Die Qualität der Pässe und die richtige Bewegung haben gefehlt, um den Gegner zu destabilisieren", lautete Favres nicht allzu berauschendes Zeugnis. Dahoud ließ seine Stärke, scharfe Diagonalpässe in die Spitze, komplett vermissen. Ohnehin fehlt dem Mittelfeldmann in dieser Saison die Torgefahr. Ein Treffer, keine Vorlage, so die magere Bilanz.
Auf der Doppelsechs hat sich das Traumpaar Thomas Delaney und Axel Witsel gefunden, auf der Zehn spielte Marco Reus zuletzt stark auf. Wohin mit Dahoud? Zwar weiß Favre um die Stärken des 22-Jährigen, zusammen verbrachten sie viereinhalb Jahre in Mönchengladbach. Doch:
Nicht gerade eine Kampfansage von Dahoud. Eher schon eine Art von Resignation.
Prognose: Favre wird einem seiner Lieblingsschüler auch weiterhin regelmäßige Einsätze gewähren. Immerhin hat Dahoud die Nase gegenüber Julian Weigl vorn. Trotzdem wird der 22-Jährige in naher Zukunft nicht über die Rolle als Ergänzungsspieler hinauskommen.
4.) Shinji Kagawa
Shinji Kagawa ist wohl einer der größten Verlierer unter Favre. Trotz der großen Rotation gegen Brügge stand der Japaner nicht einmal im BVB-Kader - wie in insgesamt elf Pflichtspielen dieser Saison. Nur zwei Startelfeinsätze sind für den 29-Jährigen viel zu wenig, wie er im "kicker" verriet:
Zorc versprach Kagawa, "nach der Hinrunde ein Gespräch mit ihm führen. Seine Unzufriedenheit ist nachvollziehbar. Es ist legitim, dass er sich Gedanken macht. Es wäre schlimm, wenn es anders wäre."
Prognose: Kagawa besitzt noch einen Vertrag bis 2020, aber den wird er kaum erfüllen. Schon ein Wechsel im Winter erscheint realistisch, Spanien gilt als das Wunschziel des 29-Jährigen.
5.) Marcel Schmelzer
Marcel Schmelzer kann wenig für seinen Status als BVB-Härtefall. Seit Ende September plagt sich der 30-Jährige mit einem Knochenödem im Knie, eine für Schmelzer "elende Warterei", wie er in der "WAZ" verriet. Doch er habe "gelernt, die nötige Fitness zu erlangen, bevor ich wieder vor den Ball trete. Da die Mannschaft gerade ihre Leistung abruft, kann ich mir die Zeit nehmen. Vielleicht kann ich noch bei ein, zwei Spielchen vor Weihnachten dabei sein."
Schon am kommenden Samstag gegen den SC Freiburg ist Schmelzer aber offenbar eine Option. Nach seinem Knie gefragt, meinte er unter der Woche bei "Sky": "Alles top."
Prognose: Der BVB kann einen fitten Schmelzer immer gebrauchen. Der 30-Jährige hat nach einer schwachen Vorsaison "den Reset-Knopf" gedrückt, so Zorc. Doch "Schmelles" Ersatz, der von Real Madrid ausgeliehene Achraf Hakimi, macht seine Sache so gut (ein Tor, sechs Vorlagen), dass Schmelzer auch nach seiner Rückkehr einen Stammplatz nicht sicher haben dürfte.
Kehl: "Verantwortung liegt bei jedem selbst"
Trotz des sportlichen Hochs weiß Sebastian Kehl um die Härtefälle im BVB-Team. In der "Westfalenpost" sagte der Leiter der Lizenzspielerabteilung:
Jeden der 29 Spieler im Profikader bei Laune zu halten, ist keine einfach Aufgabe. Konfliktpotenzial besteht. Mit einem Transfer - etwa im Fall Kagawa - etwas Druck vom Kessel zu nehmen, ist die eine Möglichkeit. Doch Kehl appelliert auch an die unzufriedenen Akteure:
Gegen Brügge hat das noch nicht wirklich geklappt.
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