Borussia Dortmund: Vier Grummelfaktoren beim BVB nach dem Remis gegen den FC Brügge

Borussia Dortmund verspielt mit dem 0:0 gegen den FC Brügge möglicherweise den Gruppensieg in der Champions League und damit eine gute Ausgangslage fürs Achtelfinale. Christian Pulisic, Raphael Guerreiro und Mahmoud Dahoud nutzen dabei ihre Chance nicht. Vier Grummelfaktoren beim BVB nach einem unbefriedigenden Champions-League-Abend.

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Von Borussia Dortmund berichtet Andreas Morbach
Die strahlenden Gesichter, die man aus dem Dortmunder Herbst 2018 kennt, waren diesmal ausgeknipst.
Unschlüssig flanierten Borussias Fußballer nach dem 0:0 gegen Brügge hinaus in die Nacht – immerhin frisch qualifiziert für das Achtelfinale in der Champions League.
Von einem Kater konnte nach dem arg lahmen Remis gegen den Dritten der belgischen Liga also keine Rede sein.
Eher von einem Sodbrennen, mit dem das Team von Lucien Favre in die letzten sechs Partien des Jahres geht.

Grummelfaktor eins: Spitzenposition verspielt

Die dritte in dieser Reihe, das Gastspiel am 11. Dezember in Monaco, ist zugleich das letzte in der Gruppenphase der Königsklasse.
Ihren schicken Platz an der Spitze haben die Dortmunder da gerade an Atlético verloren – und müssen in zwei Wochen auf die Unterstützung von Brügge gegen Madrid hoffen, um doch noch an der Pole Position und mit der Chance auf einen etwas leichteren Gegner in die K.o.-Runde zu gehen.
"Zu Hause gegen Brügge – das musst du gewinnen", fauchte Torwart Roman Bürki und legte den Finger direkt in die Wunde:
Der Hinweis ging unter anderem an drei Kollegen aus dem Mittelfeld, die im furiosen ersten Saisondrittel des BVB nur Nebenrollen spielten, ihre Bewährungschance in der ersten Reihe nun aber ungenutzt ließen.

Grummelfaktor zwei: Christian Pulisic

Vor einem Jahr wurde das Top-Talent aus den USA als der Shooting-Star in der Dortmunder Mannschaft geführt, unter Favre muss sich der 20-Jährige nun meistens hintenanstellen.
In der Liga kommt Pulisic bislang auf vier Einsätze in der Startelf, der letzte Ende September in Leverkusen. Gegen Brügge durfte er mal wieder von Beginn an ran, zeigte sich in der ersten Halbzeit auch eifrig – meist allerdings etwas zu eifrig.
Eher läppisch vergab er nach zehn Minuten die erste von zwei Dortmunder Großchancen, bei den zweiten verfehlte Marco Reus nach einer halben Stunde das Ziel nur haarscharf.
Doch während der glücklose Kapitän für heroische Balleroberungen nach der Pause wenigstens Szenenapplaus bekam, tauchte Pulisic nach dem Seitenwechsel weitgehend unter.
Der hochbegabte Kicker aus dem US-Bundesstaat Pennsylvania bleibt gerade deutlich unter seinen Möglichkeiten, Trainer Favre kommentierte die Situation kühl:
Ein Weg aus der Zwickmühle könnte für Pulisic (Vertrag bis 2020) ein Wechsel auf die britische Insel sein. Aus der Premier League haben Chelsea, Liverpool und Tottenham Hotspur offenkundig ein Auge auf den Amerikaner geworfen, auch in Italien (Juventus Turin) und Frankreich (Paris Saint-Germain) soll Interesse bestehen.
Chelsea will den BVB-Verantwortlichen einen Wechsel angeblich mit einer Ablösesumme von umgerechnet 79 Millionen Euro schmackhaft machen.

Grummelfaktor drei: Raphaёl Guerreiro

Bei Raphaёl Guerreiro ist von solchen Summen aktuell nicht die Rede.
Vis-à-vis von Pulisic übernahm der Portugiese gegen Brügge den Job auf der linken Außenbahn. In der Liga (zwei Einsätze von Beginn an) führt der einstige Wunschspieler von Thomas Tuchel mittlerweile ein Schattendasein.
Und anders als beim 4:0 Ende Oktober gegen Atlético, als er nach seiner Einwechslung mit zwei Treffern glänzte, ließ Guerreiro seine Chance in der Anfangsformation diesmal ungenutzt.
Bezeichnend: Die frustrierte Geste von Marco Reus in der 72. Minute, als er vergeblich auf einen Pass in die Spitze wartete – von Guerreiro, der wenige Sekunden später ausgewechselt wurde.

Grummelfaktor vier: Mahmoud Dahoud

Der frühere Gladbacher stand wie Pulisic von A bis Z auf dem Platz – und war im defensiven Mittelfeld mitverantwortlich für das langatmige Spiel der Borussen.
Seinen typischen Stil, mit betont unbeteiligter Miene scharfe Diagonalpässe zu spielen und die gegnerische Defensive dadurch überfallartig aufzureißen, praktizierte der 22-Jährige gegen Brügge so gut wie gar nicht.
"Unser Balltempo war nicht hoch genug, jeder hatte immer einen Kontakt zu viel", monierte Sportdirektor Michael Zorc.
"Die Qualität der Pässe und die richtige Bewegung haben gefehlt, um den Gegner zu destabilisieren", analysierte Bank-Chef Favre, der auf viereinhalb gemeinsame Jahre mit Dahoud bei der Borussia vom Niederrhein zurückblickt.
Diese Tatsache sei für ihn eher ein Nachteil gewesen, urteilte Dahoud kürzlich – basierend auf schmalen fünf Startelfeinsätzen in der Bundesliga.
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