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Drei Dinge, die bei BVB-Bayern auffielen: Das Beste, was der Bundesliga passieren kann

Drei Dinge, die auffielen: Das Beste, was der Bundesliga passieren kann

Gestern um 11:00

Borussia Dortmund und der FC Bayern München haben sich am elften Bundesliga-Spieltag einen spektakulären Schlagabtausch geliefert - und der BVB hat nach dem emotionalen 3:2-Sieg gegen den Rekordmeister nun satte sieben Punkte Vorsprung. Bayerns Bestes reicht an diesem Abend nicht, Marco Reus entwickelt sich zum MVP-Kandidaten. Drei Dinge, die beim Top-Spiel auffielen.

1. Die Bundesliga ist der größte Gewinner

Seit 2013 war der Blick auf die Bundesliga-Tabelle eher lahm. Außer für die Fans des FC Bayern München. Vor allem die Trainer Pep Guardiola und Jupp Heynckes hatten den deutschen Rekordmeister sechs Jahre lang zu einer national schier unbesiegbaren Punktemaschine geformt. Meister, Meister, Meister, Meister, Meister, Meister. Die Konkurrenz? Weit dahinter.

Und jetzt thront ganz oben plötzlich der BVB, spielt erfrischenden, spektakulären Fußball und hat momentan satte sieben Zähler Vorsprung auf den FC Bayern. Der Umbruch, der den Münchnern erst noch bevorsteht, wurde in Dortmund offenbar schon mit Bravour vollzogen.

Der Kader ist gespickt mit jungen, hungrigen Spielern, die allesamt über so viel Potenzial verfügen, um dem Verein dauerhaft Erfolg zu bringen. Ganz zur Freude der Bundesliga. Denn sie hat statt einem Dauermeister Bayern wieder einen echten Titelkampf.

2. Bayerns Bestes reicht nicht

Der FC Bayern lieferte in Dortmund sein bestes Spiel in dieser Saison ab. Sie bissen, rannten, pressten und suchten den direkten Weg zum Tor. Der BVB wusste nicht, wie ihm geschah und konnte sich kaum befreien.

Insbesondere in der ersten Halbzeit zeigten die Münchner, was noch in ihnen steckt. Das hohe Pressing, das Trainer Niko Kovac seinen Spielern eingeimpft hatte, fruchtete. Die Führung war total verdient.

"Wir haben viele Ballverluste gehabt, aber sie konnten nicht so weiterspielen mit diesem Tempo. Es war sehr schwer für uns", analysierte BVB-Trainer Lucien Favre.

Sein großer Vorteil: Er hatte im Gegensatz zu seinem Pendant Kovac einen Plan B. Er stärkte mit der Hereinnahme von Mohamed Dahoud für Julian Weigl zur zweiten Halbzeit das Zentrum, sein Team arbeitete sich nach vorne, wurde mutiger - die verletzungsgeplagten Bayern hatten darauf keine Antwort mehr.

"Wir lassen uns zweimal auskontern, das darf nicht passieren. Der BVB hat sehr schnelle Spieler, die in die Tiefe gehen. Wir hätten kompakter stehen müssen", bilanzierte Kovac.

Der Sieg des BVB war definitiv ein deutliches Warnsignal für die Bayern. Selbst die Bestform reicht in dieser Saison möglicherweise nicht für den ersten Platz.

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3. Mit so einem Reus ist alles möglich

Marco Reus hat dem Spitzenspiel definitiv seinen Stempel aufgedrückt. Ganz so, wie es sich für große Spieler in großen Spielen gehört. Der BVB-Kapitän holte den Elfmeter heraus, verwandelte ihn souverän zum 1:1 (49.) und glänzte mit einer Direktabnahme zum zwischenzeitlichen 2:2 (67.).

Klar, er ließ auch zwei Großchancen liegen, am Ende war er dennoch der "Man of the Match".

"Ich fühle mich wohl, spiele auf meiner Lieblingsposition. Da kann ich der Mannschaft einfach am meisten helfen. Wir haben gegen Bayern gewonnen und nicht viel zu meckern", sagte Reus, der hinter der "falschen Neun" Mario Götze zentral im offensiven Mittelfeld aufgelaufen war.

Der 29-Jährige steht sinnbildlich für den aufstrebenden BVB. Er geht mit Selbstvertrauen voran, zieht seine Kollegen mit und ist in den entscheidenden Momenten präsent.

Seine Sätze sind authentisch, es kommt gut an, wenn er sagt:

"Wir sind ein Team. Jeder ackert für den anderen. Die Spieler, die reinkommen, hauen sich rein und helfen uns echt aus der Patsche, weil der Gegner auch schon ein bisschen platt ist."
Axel Witsel, Marco Reus (Borussia Dortmund vs. FC Bayern München)

Axel Witsel, Marco Reus (Borussia Dortmund vs. FC Bayern München)Getty Images

Vorbei sind offenbar die Zeiten, in denen Reus sich von Verletzung zu Verletzung schleppte und mehr mit sich selbst als den gegnerischen Abwehrspielern kämpfte. Mit ihm als Ausnahmespieler in Bestform, scheint in Dortmund alles möglich.

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