Marco Reus fehlt, Charakter bleibt - BVB bejubelt nach Sieg gegen RB Leipzig das "Psycho-Plus"
Publiziert 19/01/2019 um 23:30 GMT+1 Uhr
Borussia Dortmund hat durch den 1:0-Sieg gegen RB Leipzig zum Bundesliga-Rückrundenauftakt eine enorm wichtige Erkenntnis erlangt. Der Spitzenreiter holt sich drei Punkte trotz des Fehlens von Kapitän Marco Reus und etlicher weiterer personeller Probleme in der Defensive. Trainer Lucien Favre ist damit "extrem zufrieden". Das "M-Wort" will beim BVB trotzdem keiner in den Mund nehmen. Noch nicht.
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Die Antwort auf all die Zweifel, die es am Samstag vor dem Spiel von Borussia Dortmund gegen RB Leipzig durchaus gab, lieferte BVB-Trainer Lucien Favre direkt danach. In welche Kamera er auch blickte, in welches Mikrofon er auch sprach, sein typisch-verschmitztes Lächeln umspielte seine Lippen, als er sagte:
Verständlich, dass der Schweizer so frohlockte. Denn mit dem 1:0 durch das sehenswerte Tor von Axel Witsel nach einer Ecke (19.) hat der BVB nicht nur drei Punkte mehr auf dem Konto und die Spitzenposition behauptet, sondern vor allem die Bestätigung, dass das Team auch ohne personelle Bestbesetzung stabil und erfolgreich sein kann.
"Dortmund hat die Charakterprüfung bestanden", sagte "Sky"-Experte Lothar Matthäus. Der wichtigste Gewinn für den BVB war demnach die Stärkung der Psyche, das "Psycho-Plus" sozusagen.
Reus fällt wohl nicht länger aus
, während dort schon so gut wie bekannt war, dass Kapitän und Ausnahmespieler Marco Reus in Leipzig fehlen würde.
An was der 29-Jährige genau laboriert, ist übrigens nicht konkret benannt worden. Favre sagte: "Er war im Trainingslager fünf Tage quasi im Bett. Er hat die Woche trainiert, aber gesagt, dass es noch nicht geht."
Gleichzeitig hieß es, er sei im Abschlusstraining umgeknickt. So oder so soll er jedoch in der kommenden Woche wieder voll einsteigen. Klar war den Dortmundern auch, dass der gelernte Mittelfeldspieler Julian Weigl als Innenverteidiger aushelfen musste.
Weigl, der momentan heftig von Paris Saint-Germain umworben wird, machte seine Sache gut. Geradezu überragend waren jedoch Torschütze Witsel und Keeper Roman Bürki mit einigen exzellenten Paraden. Selbst ein beinahe folgenschwerer Ausrutscher in der 63. Minute, den er kurzerhand selbst ausbügelte, warf ihn nicht aus der Bahn. Es war kein Vergleich zum verunsicherten Bürki der vergangenen Saison. Er sagte:
Zorc tritt noch auf die Bremse
Zusammen wirkt das BVB-Team kompakt, körperlich auf der Höhe und standhaft. Natürlich hatten die heimstarken Leipziger, die in dieser Saison zuvor noch keine Niederlage auf eigenem Platz kassiert hatten, auch einige Chancen, das Spiel zu drehen, allerdings ging der Sieg am Ende in Ordnung.
Witsel bilanzierte:
Das "M-Wort" nahm indes noch niemand bei Dortmund in den Mund. Mit dem Gedanken und Druck der Meisterschale wollen sie sich nicht auch noch zusätzlich öffentlich belasten, sondern von Spiel zu Spiel schauen. Sportdirektor Michael Zorc versuchte, die weiterhin groß aufkeimende schwarz-gelbe Euphorie etwas zu regulieren:
Hannover (H), Frankfurt (A), Hoffenheim (H), Nürnberg (A) heißen die nächsten Gegner. Im DFB-Pokal wartet Werder Bremen, in der Champions League Tottenham Hotspur.
Mit der Erkenntnis von Leipzig kann der BVB mit gestärkten Selbstbewusstsein in die kommenden Wochen gehen. Die Chance, dass Favre auch weiterhin "extrem zufrieden" sein kann, besteht durchaus.
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