1. Der beste Müller aller Zeiten?

Bundesliga
Bei Generalprobe für Chelsea: Flick muss in der Bayern-Abwehr erneut improvisieren
16/02/2020 AM 20:02

13 Scorer-Punkte (fünf Tore, acht Assists) in den vergangenen elf Bundesliga-Partien - Thomas Müller entwickelte sich seit dem Amtsantritt von Trainer Hansi Flick zum Spieler der Stunde beim deutschen Rekordmeister und untermauerte seinen Status gegen den 1. FC Köln eindrucksvoll. Gerade einmal fünf Minuten waren gespielt, da hatte der 30-Jährige seinem persönlichen Statistikbogen zwei weitere Torvorlagen hinzugefügt.

Nach nur 129 Sekunden hebelte er mithilfe eines Doppelpasses mit Robert Lewandowski, der den Ball am Ende sehenswert in den Winkel jagte, die Viererkette der Gastgeber aus den Angeln (3.). Zwei Minuten später bewies Müller erneut das Auge für den Mitspieler und fand dieses Mal Kingsley Coman im Zentrum, der zum frühen 2:0 vollstreckte (5.).

Thomas Müller bejubelt mit Kingsley Coman dessen Treffer zum 2:0 gegen den 1. FC Köln

Fotocredit: Getty Images

Generell stand Müller die bereits gegen RB Leipzig (0:0) vollzogene Änderung auf ein 4-2-3-1, mit dem selbst ernannten "Raumdeuter" auf der Zehnerposition, gut zu Gesicht. Der ehemalige deutsche Nationalspieler lieferte neben seinen beiden Assists vier weitere Torschussvorlagen und initiierte zahlreiche Angriffe des Tabellenführers.

Mit seinem sechsten Saisontreffer konnte Müller eine starke Vorstellung jedoch nicht krönen. Der gefährlichste seiner insgesamt vier Torabschlüsse landete kurz vor der Halbzeit über dem Kasten von FC-Keeper Timo Horn (45.+1).

Nichtsdestotrotz ist das Eigengewächs in der derzeitigen Verfassung nicht mehr aus der Startformation der Münchner wegzudenken - trotz eines Philippe Coutinho, der in Köln abermals über die komplette Spielzeit auf der Ersatzbank saß.

2. Nächste vogelwilde Bayern-Halbzeit

So dominant der FC Bayern die erste Halbzeit gegen völlig überforderte Hausherren gestaltete, so nachlässig präsentierte sich die Flick-Elf im zweiten Durchgang. Als Beleg hierfür dient das Torschussverhältnis: Einer Bilanz von 18:1 aus Sicht der Münchner in den ersten 45 Minuten folgte ein 6:12 im zweiten Abschnitt.

Dem FC Bayern ist es damit zum vierten Mal in Serie nicht gelungen, eine Partie über 90 Minuten dominant zu Ende zu spielen und auch die zweite Halbzeit für sich zu entscheiden (1:1). Selbstverständlich änderte die vergleichsweise mäßige Leistung nach der Pause letztlich nichts am Ausgang der Partie, trotzdem sorgte insbesondere das Defensivverhalten der Münchner bei Kapitän Manuel Neuer für Sorgenfalten.

"Köln hätte – wenn einiges bei auch noch schief gelaufen wäre – fünf oder sechs Tore schießen können", konstatierte der 33-Jährige und ergänzte:

Mich ärgert einfach, dass wir nicht konstant so weitergespielt haben wie in der ersten Halbzeit und uns das Leben selber schwer machen.

Bewahrte den FC Bayern vor weiteren Gegentreffern: Manuel Neuer

Fotocredit: Imago

Der Schlussmann bewahrte den deutschen Rekordmeister in der Schlussphase in zahlreichen Eins-gegen-Eins-Situationen gegen Jhon Cordoba (78.) und Anthony Modeste (86./89.) vor weiteren Gegentreffern. Die Hausherren versuchten immer wieder, das von den Bayern dominierte Mittelfeldzentrum durch lange Bälle zu überbrücken - was im zweiten Abschnitt auch gelang.

"Die zweite Halbzeit war zu pomadig, wir haben nicht mehr ganz so seriös gespielt wie in der ersten Halbzeit. Das sind einfach Dinge, die nicht vorkommen dürfen. Die zweite Halbzeit sorgt dafür, dass man eher verärgert über die 90 Minuten ist", legte auch Flick den Finger in die Wunde.

Der defensive Wechsel zur Pause - Lucas Hernández kam für den kommende Woche gegen den SC Paderborn gelbgesperrte Jérôme Boateng - zahlte sich jedenfalls nicht aus. Mit zwei Linksfüßen in der Innenverteidigung, David Alaba durfte diesmal den linken Part "behalten", liefen die Bayern oft nur hinterher.

Dabei wäre es gerade jetzt in der "heißen Phase" der Saison auch gegen die vermeintlich kleineren Gegner wichtig, über die komplette Spieldauer die gewohnte bajuwarische Dominanz an den Tag zu legen.

3. Coman und Gnabry beleben das Flügelspiel

"Coman ist wieder fit, aber noch nicht bei 100 Prozent. Wir wollen ihn aufgrund der nächsten Spiele langsam wieder heranführen. Er hat natürlich eine enorme Qualität, die wir in diesem Spiel natürlich auch brauchen. Von daher erhoffe ich mir vieles von ihm", erklärte Flick den ersten Startelfeinsatz des Franzosen seit Anfang Dezember.

Der Erfolg sollte dem 54-Jährigen recht geben: Coman belebte das Flügelspiel des FC Bayern vom Anstoß weg und trug sich folgerichtig bereits nach fünf Minuten in die Torschützenliste ein. Bis zu seiner Auswechslung in der 79. Minute für Leon Goretzka hinterließ der 23-Jährige einen bleibenden Eindruck und überzeugte nicht nur mit einer heurausragenden Passquote (92,3 Prozent), sondern schlug unter allen Akteuren auf dem Platz die meisten Flanken (vier).

Serge Gnabry (vorne) und Kingsley Coman (hinten) bejubeln ihre Treffer gegen den 1. FC Köln

Fotocredit: Imago

Musste Flick vor einer Woche im Topspiel gegen Leipzig noch gut 25 Minuten ohne echten Außenstürmer auskommen - worunter das Angriffsspiel der Bayern sehr litt - konnte er gegen die Domstädter wieder auf seine bewährte Flügelzange zurückgreifen.

So überraschte es nicht, dass Comans Pendent auf der anderen Seite, Serge Gnabry, ebenfalls für viel Betrieb sorgte und mit einem Doppelpack (12./66.) zum Matchwinner gegen die Domstädter avancierte. Der deutsche Nationalspieler war nahezu an jeder Offensivaktion der Gäste beteiligt und schloss insgesamt selbst siebenmal auf den gegnerischen Kasten ab.

Einziger Makel blieb die Chancenverwertung des 24-Jährigen, der sowohl in der ersten als auch in der zweiten Hälfte je einen Hochkaräter leichtfertig liegen ließ (29./72.).

Das könnte Dich auch interessieren: Überraschende Aussagen: Klopp reagiert auf Europapokal-Ausschluss von ManCity

"Noch nicht endgültig entschieden": Juve-Trainer Sarri zweifelt an City-Sperre

Bundesliga
Pressekonferenz ohne Flick: Deshalb verpasste der Bayern-Trainer die PK in Köln
16/02/2020 AM 19:33
Bundesliga
Der Rekord-Start reicht: FC Bayern bezwingt Köln und bleibt Tabellenführer
16/02/2020 AM 17:45