So lief das Spiel:

Die Anfangsphase des mit Spannung erwarteten Spitzenspiels dominierten ganz klar die Hausherren. Der FC Bayern schnürte die Gäste aus Leipzig in der eigenen Hälfte ein. Thiagos Schlenzer aus 20 Metern deutete bereits nach fünf Minuten die Richtung an, in die es gehen sollte. Péter Gulácsi im Tor der Leipziger entschärfte den Versuch. Leipzigs neu formierte Fünferkette mit Neuzugang Angelino auf der linken Seite ließ vor allem Thomas Müller, Alphonso Davies und Serge Gnabry auf den Außenbahnen immer wieder gewähren und hatte Glück, dass sich die Bayern trotz haushoher Dominanz keine wirklich hochkarätigen Torchancen herausspielte.

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Transfer-Check: Leipzigs Upamecano zum FC Bayern
09/02/2020 AM 16:44

Nach etwas mehr als 20 Minuten kamen die Gäste dann besser ins Spiel. Nach einem Angriff über Dani Olmo und Christopher Nkunku auf der rechten Seite landete der Ball links im Strafraum bei Timo Werner, dessen Flachschuss knapp am linken Eck vorbei ging (24.).

Auf der anderen Seite zauberten sich Thiago und Gnabry per Doppelpass durch den Leipziger Strafraum, ehe Robert Lewandowskis Flachschuss von Dayot Upamécano zur Ecke abgewehrt wurde (26.).

Die Hausherren dominierten auch in der Folge die Partie, die beste Möglichkeit der ersten Halbzeit hatte dann erneut Lewandowski kurz vor der Pause. Der Pole initiierte den Angriff selbst und legte den Ball raus auf die rechte Seite zu Müller. Der ehemalige Nationalspieler flankte an den zweiten Pfosten, wo Lewandowski freistehend zur Direktabnahme ansetzte. Upamécano klärte in höchster Not kurz vor der Torlinie (39.).

Thiago konnte dem Bayern-Spiel gegen Leipzig nicht seinen Stempel aufdrücken

Fotocredit: Getty Images

Der zweite Durchgang startete furios. Gerade einmal ein paar Sekunden waren gespielt, da hatte Marcel Sabitzer die Führung für die Gäste auf dem Fuß. Nach einem Angriff über die rechte Seite landete die Kugel etwas glücklich beim Österreicher, der völlig freistehend aus 14 Metern zentraler Position vergab (46.). Aber Leipzig wurde nun gefährlicher. Nur wenig später produzierte Jérôme Boateng einen Kopfball-Querschläger, der vor den Füßen von Werner landete. Der Nationalspieler umkurvte Neuer, der etwas übermotiviert aus seinem Kasten herausgestürmt war, und zog von der Strafraumgrenze ab. David Alaba blockte den Schuss im letzten Moment (49.).

Auf der anderen Seite machte sich Lewandowski wenig später zur Ausführung eines Elfmeters vorbei – kurz zuvor war der Pole von Upamécano im Strafraum von den Beinen geholt. Schiedsrichter Marco Fritz nahm seine Entscheidung mithilfe von Video-Assistentin Bibiana Steinhaus aber kurz darauf zurück, Lewandowski hatte in der Szene, die zum Foul führte einen Schritt im Abseits gestanden (54.).

Nagelsmann über schlagbare Bayern: "Wir hatten die Chancen"

Waren die Bayern im ersten Durchgang noch haushoch überlegen, wirkten die Angriffe des Rekordmeisters in der zweiten Halbzeit nun deutlich weniger strukturiert. Die Gäste dagegen nahmen nun deutlich Fahrt auf. Nach einem langen Ball aus der eigenen Hälfte von Konrad Laimer war Nkunku links auf und davon und bediente im Zentrum den mitgelaufenen Werner. Der DFB-Stürmer nahm die Hereingabe direkt, setzte die Kugel aber links am Tor vorbei – eine Hundertprozentige (63.).

Hans-Dieter Flick hatte schon kurz zuvor reagiert und Philippe Coutinho für Gnabry eingewechselt, die Leihgabe vom FC Barcelona blieb allerdings einmal mehr weitgehend unauffällig. Wenig später kam auch Lucas Hernández zu seinem Comeback nach langer Verletzungspause. Er ersetzte Boateng in der Innenverteidigung (67.).

Die Partie verlor im Anschluss allerdings ein wenig an Fahrt, erst zehn Minuten vor Abpfiff kam der FC Bayern noch einmal zu einer Großchance. Nach Doppelpass mit Lewandowski tauchte Leon Goretzka frei vor Gulácsi auf, konnte den ungarischen Schlussmann aber mit seinem Flachschuss aus zwölf Metern nicht überwinden (80.).

In den Schlulssminuten riss der Rekordmeister das Geschehen noch einmal an sich, ohne sich allerdings weitere Tormöglichkeiten herauszuspielen. So blieb es am Ende beim leistungsgerechten 0:0-Unentschieden.

Der Tweet zum Spiel:

Die Stimmen zum Spiel:

Timo Werner (RB Leipzig): "So wie wir am Anfang gespielt haben, war es eine Frage der Zeit, bis wir das Gegentor bekommen. Aber wir haben uns dann komischerweise ab Mitte der ersten Halbzeit gefangen und angefangen Fußball zu spielen, so wie es der Trainer sich vorgestellt hat. Wir haben dann in der zweiten Halbzeit zwei Riesenchancen auf den Sieg. In so einem Spiel muss man solche Bälle reinmachen, auch ich. Ich denke, gerade nach der Winterpause haben wir zu viele Dinge in den Köpfen zu tun gehabt, die nicht mit Fußball zu tun hatten, sondern mit der möglichen Meisterschaft und möglichen Meisterfeiern. Jetzt sind wir Zweiter und können vielleicht von hinten noch einmal angreifen."

Hans-Dieter Flick (FC Bayern München): "Man muss am Ende wirklich ehrlich sein, dass das 0:0 auch wirklich korrekt ist. Die ersten 45 Minuten haben mir sehr gut gefallen von meiner Mannschaft. Aber dann muss man einfach sagen, dass uns die Seriosität abhanden gekommen ist. Wir wissen, dass es noch 13 Spieltage sind und dass es noch ein harter Weg ist, bis zur deutschen Meisterschaft."

Thomas Müller (FC Bayern München): "Es war viel drin, aber es war auch nichts drin. Wir haben es verpasst, aus diesem Spiel unser Spiel zu machen. Die ersten 20, 25 Minuten haben wir gut losgelegt, aber verpassen es, das Tor zu machen. Dann merkt man eben auch so ein wenig, dass beide Mannschaften mit dem 0:0 gut leben können. Wir haben es nicht geschafft, auch nochmal über unseren Schatten zu springen und auf Sieg zu spielen. Ab der 70. Minute haben beide Mannschaften dann so ein wenig die letzte Konsequenz vermissen lassen. Wir haben nicht mehr diese Energie, nicht mehr diesen absoluten Siegeswillen gezeigt. Wir sind aktuell diesen einen Punkt vorne, aber wir werden am Ende der Saison sehen, wer ganz oben steht."

Manuel Neuer (FC Bayern München): "Ich glaube, das Unentschieden geht in Ordnung. Wir haben in der ersten Halbzeit dominiert. Dann hat Leipzig umgestellt, da mussten wir uns auch erstmal anpassen. Beide Mannschaften hatten ihre Chancen, aber für mich als Torhüter ist es okay, wenn es 0:0 ausgeht."

Das fiel auf: (K)eine Machtdemonstration

Der FC Bayern dominierte den ersten Durchgang nach Belieben, führte jegliche Zweikampf- und Ballbesitzstatistik an, konnte sich aber bis auf eine Möglichkeit von Robert Lewandowski kurz vor dem Halbzeitpfiff kaum gefährliche Torchancen erspielen. Vor allem aus der Mittelfeldzentrale um Thiago, Kimmich und Goretzka kam zu wenig kreativer Input, zumal in der zweiten Halbzeit die Körpersprache der Leipziger eine ganz andere war und den Münchnern das Leben in der Defensive schwerer machte. Auch die Einwechslung von Philippe Coutinho, unter der Woche im Pokal bereits alles andere als überzeugend, blieb ohne Wirkung. Der Brasilianer wirkt derzeit einmal mehr wie ein Schatten seiner selbst und konnte in den 30 Minuten Spielzeit, die er von Hans-Dieter Flick bekam, kaum ins Spielgeschehen eingreifen.

Die Statistik: 21

Timo Werner stand bislang in allen Bundesliga-Partien der Leipziger von Beginn an auf dem Platz und hätte heute einmal mehr der ausschlaggebende Faktor sein können, vergab aber eine

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