Bellingham vor Wechsel zum BVB: Ein Spielertyp, der Dortmund fehlt

Mit Jude Bellingham gelang dem BVB der Transfer eines der größten Nachwuchstalente im europäischen Fußball. Der 17-Jährige wird ab der kommenden Saison das Mittelfeld der Dortmunder verstärken und dem Kader einen Spielertypen hinzufügen, der dem BVB seit Jahren abgeht. Mit seiner Spielweise erinnert er an Leon Goretzka vom FC Bayern München. So plant der BVB mit dem Youngster.

Eurosport

Fotocredit: Eurosport

In England vergleichen ihn die Experten schon jetzt mit den Größten. Namen wie Steven Gerrard, Yaya Touré oder Dele Alli fallen, wenn nach dem Spielertyp Jude Bellingham gefragt wird.
Der Mittelfeldspieler von Zweitligist Birmingham City kann ab der kommenden Spielzeit in der Bundesliga reifen. Beim aktuell wohl heißesten Klub, wenn es um Talententwicklung und -Förderung geht - bei Borussia Dortmund.

Jude Bellingham: Der perfekte Box-to-Box-Spieler

Birminghams Verantwortliche beschreiben den aus Stourbridge, einem 60.000-Einwohner-Vorort der Metropole Birmingham, stammenden Bellingham als wissbegierig, extrem ehrgeizig, intelligent und fleißig.
BVB-Sportdirektor Zorc sieht in dem Teenager einen klassischen Achter, der stark in beide Richtungen agiert. Er ist extrem laufstark und ausdauernd, ist sich nie zu schade für einen langen Sprint, weshalb er fast überall auf dem Feld zu finden ist.
picture

Jude Bellingham | Birmingham City

Fotocredit: Getty Images

Fähigkeiten, die an Leon Goretzka vom FC Bayern erinnern - ein echter Box-to-Box-Spieler eben. Ein solcher fehlt dem BVB seit Jahren. Weder Julian Weigl noch Nuri Sahin, Axel Witsel oder Sven Bender, um nur einige prägende zentrale Mittelfeldspieler der Borussia der jüngeren Vergangenheit zu nennen, hatten dieses Profil.
Zusätzlich bringt er etwas mit, das dem BVB in den vergangenen Jahren oft als Manko ausgelegt wurde: Mentalität und Körperlichkeit.

BVB sticht namhafte Konkurrenten aus

Beim Abstiegskandidaten Birmingham City in Englands extrem körperlicher zweiter Liga sticht er heraus, agiert für sein junges Alter erstaunlich reif und abgeklärt am Ball. Ihm werden Führungsqualitäten attestiert.
Mark Robins, Trainer des Liga-Konkurrenten Coventry City, kam im Januar aus dem Schwärmen gar nicht mehr heraus. Dem "Daily Mirror" sagte er: "Es ist unglaublich, welche Power er im Alter von 16 Jahren in seinem Körper hat. In Jude Bellingham hat Birmingham den besten 16-Jährigen, den ich jemals gesehen habe."
Das fiel freilich nicht nur dem BVB auf. Auch in München beim FC Bayern, in Manchester bei City und United, bei Juventus Turin, Ajax Amsterdam und dem FC Chelsea kursierte der Name Bellingham. Doch der BVB machte beim Supertalent, wie so oft bei vergleichbaren Rohdiamanten, das Rennen.

Bellingham soll hinter Witsel wachsen

Für den BVB dürfte Bellingham trotz seiner gerade einmal 17 Jahre umgehend wichtig werden. Mit Mo Dahoud und Thomas Delaney wird er um den Platz hinter Witsel und Emre Can im zentralen Mittelfeld konkurrieren. Sein Vorteil: Delaney ist genau wie Witsel und Can ein eher defensiv denkender Spieler, wird aktuell sogar mit einem Abschied vom BVB in Verbindung gebracht.
Dahoud, der einzige echte Achter im Team, überzeugte in seinen ersten drei Jahren beim BVB nur äußerst selten. Gut möglich also, dass Bellingham als erste Alternative für die Zentrale vorgesehen ist. Sollte Can, wie zuletzt des Öfteren, als Verteidiger in der Innenverteidigung aushelfen müssen, könnte der junge Engländer sogar Chancen von Beginn an bekommen.

BVB braucht Geduld - Favre kennt sich aus

Doch erst einmal ist Geduld die Devise. Bellingham ist blutjung, kennt den Profifußball bisher ausschließlich aus Englands zweiter Liga und braucht daher sicherlich einige Zeit, um sich an das Umfeld und das höhere Tempo zu gewöhnen.
Beim BVB ist man sich dessen natürlich bewusst - und Favre kann durchaus als der richtige Trainer für die Integration junger Talente angesehen werden. Auch Jadon Sancho, Erling Braut Haaland oder Gio Reyna wurden von ihm in jungem Alter in den Kader eingebaut und nachhaltig (Reyna noch ausgenommen) zu Leistungsträgern geformt.
Bellingham selbst weiß, dass er Geduld braucht. Auch in Birmingham ging er schließlich nicht den zweiten Schritt vor dem ersten.
Citys Jugendakademie-Leiter Kristjaan Speakman beschreibt den vereinsinternen Umgang mit dem Jungstar so: "Wir haben einen mehrstufigen Plan für Jude ausgearbeitet. Zunächst sollte er ab und zu bei den Profis mittrainieren, dann regelmäßig. Dann haben wir ihn während der Spiele der ersten Mannschaft auf die Tribüne gesetzt, dann in den Kader, damit er am Warmmachen teilnehmen konnte. Uns war vollkommen klar, dass er im Verlaufe der Hinrunde sein Debüt feiern würde. Wir wollten Jude die Umstellung aber so einfach wie möglich machen, weil uns klar war, dass ganz England auf ihn schauen würde."
Ab der kommenden Saison wird Bellingham dann auch ins deutsche Scheinwerferlicht rücken.
Mehr als 3 Mio. Sportfans nutzen bereits die App
Bleiben Sie auf dem Laufenden mit den aktuellsten News und Live-Ergebnissen
Download
Diesen Artikel teilen
Werbung
Werbung