David Alaba will den FC Bayern verlassen: Das sind seine Optionen im Ausland

Bleibt David Alaba auch über den Sommer hinaus beim FC Bayern? Bislang konnte sich der 28-Jährige mit dem Klub auf keinen neuen Vertrag einigen. Hansi Flick will seinen Abwehrchef gerne halten, doch der pokert - und kokettiert mit einem Wechsel ins Ausland. Wirft man einen genaueren Blick auf die potenziellen Alaba-Abnehmer, fällt allerdings auf: Viele ernsthafte Optionen bleiben ihm nicht.

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Viel zu entlocken ist David Alaba dieser Tage nicht.
Sowohl in einem großen Interview mit dem "Kicker" als auch nach dem Sieg des FC Bayern im DFB-Pokalfinale (4:2 gegen Leverkusen) setzte der 28-Jährige sein Pokerface auf. Fragen nach seiner Zukunft schmunzelte der Österreicher gekonnt weg.
Tatsächlich dürften die Verhandlungen um Alabas weiteren Karriereweg im Hintergrund aber auf Hochtouren laufen.
Die Fronten sind klar. Bayern-Trainer Hansi Flick will um den Verbleib seines "Herzstücks" kämpfen: "Er ist hier zu einem außergewöhnlichen Spieler gereift. Er weiß, dass er im Verein eine riesengroße Wertschätzung hat“, lobte der 55-Jährige, der Alaba in der laufenden Saison vom Linksverteidiger zum unangefochtenen Chef in der Abwehrzentrale machte, und ergänzte unmissverständlich: "Man kann in dem Verein, in dem man ausgebildet wurde, auch die Karriere beenden."
Alaba (Vertrag bis 2021) dagegen pokert dem Vernehmen nach um mehr Gehalt. Nach dem Transfer von Leroy Sané und den Verlängerungen von Manuel Neuer und Thomas Müller will auch er als verdienter Spieler des Rekordmeisters in die Riege der Top-Verdiener (um die 20 Millionen Euro pro Jahr) aufsteigen - oder eben ins Ausland wechseln.
Keine Frage, einen polyvalenten Spieler wie den 28-Jährigen, der neben seinem Haupteinsatzgebiet in der Defensive auch in der Mittelfeld-Zentrale aushelfen kann, würde fast jedem europäischen Verein gut zu Gesicht stehen.
Die Betonung liegt auf "würde". Aufgrund der Coronakrise steht nämlich auch den Top-Klubs ein schwieriger Transfer-Sommer bevor. Wirft man einen genaueren Blick auf die Situation der potenziellen Alaba-Abnehmer, fällt auf, dass Vereine, die akut Bedarf haben und zudem die finanziellen Forderungen des Österreichers und des FC Bayern erfüllen können, rar gesät sind. Eurosport.de gibt einen Überblick.

Spanien

Wenn Real Madrid oder der FC Barcelona anklopfen, dann kommt jeder Spieler ins Überlegen. So zumindest lautet eine alte Fußball-Weißheit. Und tatsächlich wurde Alaba in den vergangenen Jahren immer wieder mit den beiden spanischen Schwergewichten in Verbindung gebracht, schien nicht abgeneigt von einem Wechsel. Es blieb allerdings beim Flirt.
In diesem Sommer gestaltet sich die Situation anders. Laut Informationen der "Sport Bild" gehören Madrid und Barcelona zwar zu Alabas Wunsch-Destinationen, doch keiner der beiden Klubs soll bislang in München angeklopft haben.
Kein Wunder: Beide Vereine stecken in finanziellen Schwierigkeiten und sind eher daran interessiert, Spieler abzugeben. Bei Real stehen inklusive Leihspielern mehr als 35 Akteure unter Vertrag, zudem läuft seit Frühjahr der Umbau des Estadio Santiago Bernabeu. Kostenpunkt: mehr als eine halbe Milliarde Euro.
Da der FC Bayern offenbar erst ab 50 Millionen Euro bei Alaba gesprächsbereit ist, dürfte ein Transfer sowohl für die Königlichen als auch die Katalanen schwer zu finanzieren sein. Zumal beide auf der linken Seite mit Ferland Mendy und Marcelo bzw. Jordi Alba und Júnior Firpo keinen akuten Bedarf haben.

England

Obwohl die Premier League nicht Alabas präferiertes Ziel sein soll, wurde er in den vergangenen Tagen besonders mit zwei Klubs auf der Insel in Verbindung gebracht: Manchester City und Chelsea.
Die Blues, die mit den Transfers von Timo Werner und Hakim Ziyech bereits zwei teure Deals festgezurrt haben, sind auf der Suche nach einem neuen Linksverteidiger. Laut England-Experte Pete Sharland von Eurosport in London genießen aktuell jedoch Ben Chilwell von Leicester City und Nicolás Tagliafico von Ajax Amsterdam Priorität.
Eine ganz heiße Spur führt dagegen nach Manchester, wo Alaba auf Ex-Coach Pep Guardiola treffen würde. "Die Defensive ist ganz klar Citys Schwachstelle und sie wollen im Sommer einen oder zwei Innenverteidiger verpflichten", weiß Sharland: "Alaba wäre ein großes Upgrade für Guardiolas Team."
Allerdings hängen die Hoffnungen der Sky Blues auf einen Alaba-Coup am seidenen Faden. Bleibt die Europokal-Sperre für die kommenden zwei Jahre bestehen, dürfte Alaba wenig Interesse an einem Wechsel in die englische Arbeiterstadt haben.

Italien

"Soweit ich weiß, wird Alaba gehen, und ich glaube, Inter Mailand hat da bereits etwas Wichtiges abgeschlossen", verriet der Berater Ivan Reggiani jüngst in einem Interview mit dem Internet-Portal "Calciomercato".
Schwer zu sagen, wie glaubwürdig die Aussagen des Italieners sind, allerdings berichteten auch "Sport1" und der Sender "SportMediaset" zuletzt von einem Interesse der Nerazzurri.
Antonio Conte soll ein großer Bewunderer des Abwehrspielers sein und neben dem mittlerweile 34-jährigen Ashley Young fehlt dem Inter-Coach noch ein flexibel einsetzbarer Spieler für den linken Flügel in seinem 3-5-2-System.
Der italienische Eurosport-Experte Marco Castro zweifelt jedoch trotz der finanziellen Unterstützung der chinesischen Suning Holdings Group an der Realisierbarkeit eines Transfers: "Weder Inter noch Juventus werden in diesem Sommer 50 Millionen für Alaba investieren - und ein Gehalt von 20 Millionen ist ohnehin utopisch."

Frankreich

Französische Medien brachten sowohl Alaba als auch Teamkollege Lucas Hernández Mitte Juni mit Paris-Saint Germain in Verbindung, seit der Vertragsverlängerung von Linksverteidiger Layvin Kurzawa scheint das Interesse aber abgekühlt zu sein.
"Ein Spieler des Kalibers von Alaba würde jedem Team helfen, aber PSG ist in der Defensive eher auf der Suche nach einem Rechtsfuß, um den Abgang von Thiago Silva zu kompensieren", schätzt Cyril Morin von Eurosport in Frankreich die Chancen eines Wechsels in die französische Hauptstadt ein: "Mit Presnel Kimpembe und Abdou Diallo in der Innenverteidigung und Kurzawa und Juan Bernat als Außenverteidiger haben sie bereits vier Linksfüße im Team. Der Fokus liegt auf einem neuen Mittelfeldspieler."
Für Mauro Icardi musste der Klub von Thomas Tuchel bereits 50 Millionen Euro locker machen. "Ich kann mir nicht vorstellen, dass sie noch einmal so viel Geld in einen Spieler stecken, dessen Profil für sie aktuell nicht essentiell ist", so Morin. Zudem steht eine Vertragsverlängerung mit Top-Star Kylian Mbappé weiter an erster Stelle der Prioritätenliste. Und die dürfte sehr teuer werden...
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