Borussia Dortmund | Jadon Sancho im Visier von Manchester United: Was für den BVB spricht
Der Poker um Jadon Sancho von Borussia Dortmund sorgt seit Wochen für Schlagzeilen, das ist auch in Zeiten der Corona-Pandemie nicht anders. Für Aufsehen sorgt nun eine Meldung, wonach der 20-Jährige dem englischen Rekordmeister Manchester United inoffiziell eine Zusage für einen Transfer gegeben habe. Doch wie glaubhaft ist das? Eurosport.de hat sich auf die Suche nach einer Erklärung gemacht.
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Hat er Manchester United nun unter der Hand zugesagt oder nicht? Die Meldung des irischen "Independent", wonach Jadon Sancho den Red Devils einen Wechsel mündlich bestätigt haben soll, schlägt hohe Wellen. Die Zeitung aus Dublin ist mit ihrer 115-jährigen Geschichte eine Institution auf der grünen Insel, dennoch sind Zweifel an der Richtigkeit der Nachricht angebracht.
"Manchester United lässt die gut gemachte PR-Story, dass Sancho definitiv kommt, an die Journalisten durchsickern - was natürlich den Druck auf den Spieler erhöht", glaubt Fußball-Experte Pete Sharland von Eurosport in London. Ob der 20-Jährige, wenn er denn Borussia Dortmund überhaupt verlässt, bei United landet, sei völlig offen. "Chelsea, Liverpool oder Real Madrid, alles ist vorstellbar im Moment", so Sharland.
Der "Independent" nennt derweil mehr Details. Manchester United biete dem englischen Nationalspieler ein Wochengehalt von bis zu 450.000 Euro, garniert mit dem Versprechen, dass er die Trikotnummer sieben bekomme. Ein besonderes Zeichen der Wertschätzung, denn auch die Vereins-Ikonen Cristiano Ronaldo, David Beckham oder Eric Cantona trugen einst die Sieben. Die kolportierte Ablöse von bis zu 130 Millionen Euro schrecke United nicht ab, wie das Blatt weiter berichtet.
Über den Status eines Gerüchts, einer Spekulation kommt die Meldung aber ebenso wenig hinaus wie die zahlreichen Wasserstandsmeldungen der vergangenen Wochen und Monate, die sich um Sanchos Zukunft drehten.
BVB kämpft verbissen um Sancho
Fakt ist hingegen, dass das Supertalent beim BVB einen Vertrag bis 30. Juni 2022 hat und der Verein größten Wert darauf legt, dass Sancho diesen erfüllt. Dies sei keine finanzielle Frage, sondern eine der Perspektive, wie Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke Anfang März gegenüber der BBC" klarstellte:
Der Klub gebe daher sein "Bestes, ihn so lange zu halten, wie es nur geht". Alles andere wäre grob fahrlässig, wie ein Blick auf Sanchos Saisonbilanz zeigt. 14 Tore und 16 Assists gelangen dem Rechtsaußen in 24 Ligaspielen, die Scorerliste führt er mit 30 Punkten vor Bayern-Goalgetter Robert Lewandowski (29) an.
Klar, dass der BVB um so einen Spieler mit aller Macht kämpft, zumal Sancho bestens mit Neuzugang Erling Braut Haaland harmoniert. Der 19-Jährige legte im Borussen-Dress einen Raketenstart hin, was Trainer Lucien Favre in die luxuriöse Lage bringt, zwei der begehrtesten Youngster Europas in seinem Kader zu haben.
Der Haaland-Faktor im Sancho-Poker
Haaland, so ist im "Independent" zu lesen, sei auch der Grund, weshalb man in Manchester nun alle Hebel in Bewegung setzt, um Sancho zu ködern. Denn: Haaland stand offenbar auch bei United auf dem Wunschzettel, doch der Norweger entschied sich im Januar für Dortmund.
Mit der Corona-Pandemie und der Aussetzung aller Wettbewerbe hat sich die Situation auf dem Transfermarkt aber dramatisch verändert. Selbst die Klubs der finanziellen Schwergewichtsklasse - wie Manchester United, Chelsea oder Real Madrid - treibt die Sorge um, ob der ausbleibenden TV-Gelder, Zuschauereinnahmen oder Sponsoring-Erlöse in Not zu geraten.
Neuverpflichtungen im dreistelligen Millionen-Bereich sind da eher ungünstig. Für den BVB könnte sich die aktuelle Unsicherheit zumindest dahingehend positiv auswirken, dass man sowohl Sancho als auch Haaland halten kann.
Sancho besser als Messi und Ronaldo
Wie groß das Potenzial ist, das Dortmund da in Händen hält, zeigt ein Vergleich zwischen Ronaldo, Lionel Messi und Sancho. Als der Shootingstar der Schwarz-Gelben vor wenigen Tagen seinen 20. Geburtstag feierte, hatte er in 90 Spielen als Profi 31 Tore und 42 Assists auf dem Karriere-Konto. Ronaldo stand zum gleichen Zeitpunkt bei 16 Treffern und 16 Vorlagen, Messi bei 26 Toren und acht Assists.
Es ist also keineswegs übertrieben, wenn BVB-Sportdirektor Michael Zorc bei Sancho von einem "Phänomen" spricht - und das wollen sie in Dortmund noch möglichst lange bestaunen.
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