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Bürki und der BVB: Passt das noch?

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Roman Bürki von Borussia Dortmund

Fotocredit: Imago

VonTobias Hlusiak
29/05/2020 Am 07:08 | Update 29/05/2020 Am 08:49
@THlus

Roman Bürki ist seit fünf Jahren Stammtorwart bei Borussia Dortmund. Ganz unumstritten war der Schweizer in dieser Zeit nie. Weil er beim Gegentor im Spitzenspiel gegen den FC Bayern München (0:1) nicht ganz glücklich aussah, steht er nun erneut in der Kritik. Es stellt sich die Frage, ob der BVB mit dem 29-Jährigen die hohen Ziele erreichen kann - oder einen Schnitt machen sollte.

Thomas Müller war ganz Thomas Müller, als er vor die Mikrofone trat.

Gelöst und locker sprach der ehemalige Nationalspieler über all das, was ihm so aufgefallen war, beim 1:0-Sieg seiner Bayern im Topspiel beim BVB. Er meinte, dass der Erfolg verdient und die Meisterschaft nun ein Stück näher sei. Dann imitierte er den Road Runner (Meep! Meep!) und verpackte so das Lob für Mitspieler Alphonso Davies in Tik-Tok-gerechte Sprache.

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Schließlich philosophierte er über das entscheidende Tor: Diesen filigranen Lupfer von Joshua Kimmich. Doch auch Müller kam - wie so viele - bei der Bewertung des Treffers nicht an Borussen-Schlussmann Roman Bürki vorbei.

Der, so der 30-Jährige, sei zwar "ein toller Torhüter, aber eine seiner Stärken ist, dass er ein, zwei Schritte vor dem Tor steht". Damit versuche er, "einen besseren Winkel herzustellen, weil er nicht die längsten Arme hat". Und schon war das, was als Lob begann, eigentlich gar kein Lob mehr.

Joshua habe das "brilliant gesehen und ein großartiges Tor geschossen". Deswegen wird Müller nun höchstwahrscheinlich zum neunten Mal Deutscher Meister. Und Bürki eben nicht.

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Macht Bürki im Titelrennen den Unterschied?

Nun soll hier nicht der Eindruck entstehen, als sei der Keeper allein verantwortlich für die im Titelkampf wohl vorentscheidende Niederlage gegen den ärgsten Konkurrenten. Das ist mitnichten so. Eine Teilschuld am Gegentor muss dem 29-Jährigen aber zugestanden werden.

So ist es oft mit dem Schweizer, der seit mittlerweile fünf Jahren hauptverantwortlich Gegentore bei Borussia Dortmund verhindern soll: Den meisten ist klar, dass Bürki ein überdurchschnittlicher Bundesligatorwart ist. Ob er allerdings einer ist, der in ganz besonderen, den bei der Titelvergabe entscheidenden Momenten den Unterschied macht und seine Mannschaft über den Berg hievt, daran scheiden sich die Geister.

In schöner Regelmäßigkeit wird deshalb darüber diskutiert, ob der BVB auf der Nummer eins perfekt aufgestellt ist.

Dortmund will mit Bürki verlängern

Das ist jetzt nicht anders. Denn der Titel ist nach menschlichem Ermessen weg. Es war die letzte Chance auf Silberware für Dortmund in dieser Saison. Und so bleibt auch auf Bürkis ganz persönlicher BVB-Visitenkarte ein DFB-Pokalsieg als einziger Eintrag auf der Habenseite.

Der Schweizer ist in dieser Zeit neben Marco Reus und Lukasz Piszczek die einzige durchgängige Konstante in einer Borussen-Mannschaft, die auf allen anderen Positionen optimiert und durchgeschüttelt wurde.

Es gab nie einen augenscheinlichen Grund, im Tor etwas zu ändern. Denn grobe Schnitzer in Serie oder Eskapaden außerhalb des Platzes leistete und leistet sich Bürki nie. Er blieb lediglich den Beweis schuldig, sein Talent dauerhaft auf höchstem Level abzurufen.

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Bürki zögert mit Vertragsunterschrift

Die Vereinsbosse um Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke, Manager Michael Zorc und Berater Matthias Sammer sind augenscheinlich trotzdem davon überzeugt, Bürki biete der Borussia das beste Gesamtpaket, um in den kommenden Jahren endlich die Meisterschaftsserie des FC Bayern durchbrechen zu können.

Dem Schweizer liegt laut übereinstimmender Medienberichte seit einigen Wochen ein neuer, unterschriftsreifer Vertrag über vier Jahre vor. Zorc hatte sich schon lange vor dem Bayern-Spiel darauf festgelegt und Bürki als "starken Rückhalt" gelobt.

Bürki aber hat noch nicht zum Stift gegriffen.

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Chelsea äußert Interesse an Bürki

Das ruft nun auch andere Interessenten auf den Plan. Wie die "Sun" berichtet, soll der FC Chelsea großes Interesse am Schweizer haben. Bürki solle bei den Blues Kepa Arrizabalaga als Stammkeeper ablösen.

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Rund 17 Millionen Pfund stellt sich der Klub von der Stamford Bridge als geeignete Ablösesumme vor. Immerhin läuft der Vertrag des Torhüters im kommenden Jahr aus.

Bürki hatte angekündigt, "nach der schweren Corona-Zeit" mit dem BVB weiterverhandeln zu wollen. Vielleicht kommt er nun selbst ins Grübeln.

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