Anthony Modeste stieg mit einem breiten Grinsen in den Teambus. Als die feiernden Werder-Fans dann lauthals seinen Namen riefen, kam der Stürmer zum Eingang zurück, er winkte der grölenden Menge zu und klopfte mit der Hand auf die Stelle seines weißen T-Shirts, wo das Emblem des 1. FC Köln gedruckt war.

"Einer der jämmerlichsten Szenen der Saison", sagte Experte Marcel Reif angewidert bei Sport 1, er dürfte vor allem den Absteigern von Fortuna Düsseldorf aus der Seele gesprochen haben. Zuvor hatten sich die Kölner schon auf dem Rasen beim 1:6 als Relegations-Helfer für Werder Bremen präsentiert.

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Am Pranger stand nach dem Saisonfinale in der Bundesliga aber auch Borussia Dortmund, das durch den lustlosen Auftritt beim 0:4 gegen die TSG Hoffenheim in den Kampf um die Europacupplätze eingriff.

Arnold: "Saufe mir richtig einen rein"

Maximilian Arnold, der mit dem VfL Wolfsburg nun auf die Ochsentour der Europa-League-Qualifikation gehen muss, wollte seinen Frust auf den BVB nur noch ertränken. "Heute Abend werde ich mich noch mal ärgern, da saufe ich mir richtig einen rein", sagte der Mittelfeldspieler bei "Sky": "Ich hätte nicht gedacht, dass Dortmund so spielt. 0:4, was soll man dazu noch sagen?"

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VfL-Geschäftsführer Jörg Schmadtke wollte zwar "niemanden anklagen", er betonte jedoch vielsagend, der letzte Spieltag habe "eine enorme Aussagekraft über jede einzelne Mannschaft". Ist der BVB also charakterschwach? Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke wehrte sich im Doppelpass trotzig gegen die diese Andeutung: "Wenn ich selber 0:4 verloren hätte, würde ich lieber die Klappe halten."

Was Watzke verschwieg: Anders als Dortmund zog Bayern München beim 4:0-Sieg in Wolfsburg voll durch. Selbstkritischer zeigte sich BVB-Torhüter Roman Bürki, der seiner Mannschaft ansah, dass sie "nicht viel Lust hatte".

Bode: Von Köln kam "nicht die große Gegenwehr"

Ähnlich war es auch bei den Kölnern. Man habe "gemerkt: Da kommt jetzt nicht die große Gegenwehr", gab sogar Bremens Aufsichtsratsboss Marco Bode zu. Die Düsseldorfer wollten sich öffentlich nicht auf den Rivalen vom Rhein einschießen. "Ich habe immer gesagt: Selbst ist der Mann", sagte Fortuna-Trainer Uwe Rösler nach dem 0:3 bei Union Berlin.

Die Berliner bewiesen große Moral. Auch wenn es für sie um nichts mehr ging, schenkten sie den Düsseldorfern keinen Zentimeter. Das lag vielleicht auch an den Ex-Bremern Anthony Ujah und Felix Kroos, die ihre Mannschaft extra motivierten. "Habe jetzt alle Nachrichten von den Werder-Fans gelesen. Aktueller Stand: 1678 Kisten Bier und 5467 Liebesbekundungen (meistens männlich)", twitterte Kroos am Sonntag.

Vielleicht hat nun ja auch der gefeierte Modeste Werder Bremen im Herzen...

(SID)

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