Werder Bremen: Florian Kohfeldt will von Wunder nichts Wissen

Werder Bremen darf sich nach der Gala gegen Köln wieder große Hoffnung auf den Klassenerhalt machen. Trainer Kohfeldt hält den Druck hoch, denn nach wie vor droht der zweite Abstieg seit 1980 in Werders Historie. Die Relegationsspiele finden am kommenden Freitag und dem darauffolgenden Dienstag statt, eine Derby gegen den Hamburger SV ist möglich.

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Für Florian Kohfeldt fühlte sich die Rettung in die Relegation nicht wie ein neues "Wunder von der Weser" an. "Das wäre mir zu hochgegriffen" sagte der Trainer von Werder Bremen nach dem überlebenswichtigen wie beeindruckenden 6:1 (3:0)-Sieg gegen den 1. FC Köln, nach einer Punktlandung mit Knalleffekt: "Wir sind uns vollkommen bewusst, dass wir noch nichts erreicht haben."
Während vor dem Weserstadion und in der ganzen Stadt Fans berauscht und nicht immer coronakonform über den Sprung auf Rang 16 in letzter Sekunde jubelten, kreisten Kohfeldts Gedanken längst um die anstehenden K.o.-Spiele gegen den 1. FC Heidenheim oder den Hamburger SV. "Die brutale Drucksituation bleibt bestehen", sagte der Werder-Coach: "Denn jetzt haben wir die nächsten zwei Endspiele." Ein Nordderby um die erste Liga hätte eine besondere Brisanz.

Werder: "Die Tür ist wieder offen"

Werder ist immer noch in großer Gefahr, der zweite Abstieg nach 1980 droht nach wie vor. Am Donnerstag steigt Teil eins der Entscheidungsspiele gegen den Zweitligadritten im Weserstadion (20:30 Uhr im Liveticker auf Eurosport.de), das Rückspiel ist für den darauffolgenden Montag (6. Juli) angesetzt.
Am Sonntag ging es also schon wieder auf den Trainingsplatz. Freilich mit einem ganz anderen Gefühl, denn die Situation der Bremer hat sich durch den eigenen Auftritt und den Sieg von Union Berlin gegen Werders Konkurrenten Fortuna Düsseldorf natürlich stark verändert. "Jetzt ist die Tür wieder offen, die Chance ist da", sagte Aufsichtsratsboss Marco Bode, der am Sonntag im "Sport1-Doppelpass" anfügte: "Wir sind selbstbewusst, aber auch vorsichtig, da wir in dieser Saison nach Erfolgen immer wieder Negativerlebnisse hatten."
Werder hat es wieder in der eigenen Hand, den Absturz am Ende einer katastrophalen Saison zu verhindern. Und die Hanseaten haben sich durch den Kantersieg gegen Köln mit Selbstvertrauen vollgepumpt. "Wir waren so häufig tot, wir waren so häufig abgeschrieben dieses Jahr", sagte Kohfeldt, nun zeigte Werder beeindruckend, dass es noch quicklebendig ist. Yuya Osako (22./58.), der im Sommer wohl wechselnde Milot Rashica (27.), Niclas Füllkrug (29.), Davy Klaassen (55.) und Josh Sargent (68.) sicherten Rang 16, der Gegentreffer von Dominick Drexler (62.) fiel nicht ins Gewicht.

Klaassen: "Habe noch kein Derby gespielt"

Sofort begannen die Diskussionen um den Gegner in der Relegation. "Ich habe noch kein Derby gespielt, das wäre vielleicht ganz geil. Wenn ich wählen müsste, würde ich sagen HSV", sagte Klaassen bei Sky. "Ich glaube, wir brauchen keine besondere Brisanz durch ein Nordderby", sagte Sportchef Frank Baumann dagegen eher zurückhaltend im "Aktuellen Sportstudio" des "ZDF". Kohfeldt freute sich unterdessen über den "kleinen Vorteil" für die Planung, "dass wir erst ein Heimspiel haben und keine Reiselogistik zu bewältigen ist".
Nun gelte es zu regenerieren und die Sinne schnell wieder zu schärfen. Letzteres wünscht sich Kohfeldt auch von den Werder-Fans, die der Polizei in der Nacht zu Sonntag viel Arbeit bereiteten. "Wir sind immer noch in einer Pandemie", sagte der Familienvater und bat die Anhänger zu Hause zu bleiben. Die Polizei appellierte mit Blick auf Donnerstag, dass die Anhänger nicht "unnötig Polizeikräfte binden" sollten.
(SID)
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