BVB: Das ist Transferziel Jude Bellingham von Birmingham City

Borussia Dortmund hat sich angeblich mit dem 16-jährigen Jude Bellingham von Birmingham City auf einen Transfer im Sommer geeinigt und damit einmal mehr unter Beweis gestellt, dass der Verein mittlerweile die Top-Destination für Europas Top-Talente ist. Doch wer ist der potenzielle neue Borusse, wie tickt er und warum hat er sich für den Bundesligisten entschieden?

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Wer von Euch kennt Trevor Francis?
Vermutlich werden wenige diese Frage mit einem überzeugenden "Ich!" beantworten. Macht nichts. Francis war ein solider englischer Fußballprofi, der von 1978 bis in die frühen 1990er-Jahre eine vorzeigbare Karriere hinlegte. Er spielte unter anderem für Manchester City, Nottingham Forest, die englische Nationalmannschaft und Atalanta Bergamo.
Zwei Dinge gaben der Karriere des mittlerweile 65-Jährigen aber ein Alleinstellungsmerkmal. Francis war der erste englische Spieler, dessen Marktwert die Schallmauer von einer Million Euro durchbrach. Und: Er war der jüngste Spieler, der jemals als Profi für seinen Jugendverein Birmingham City auflief. Dieser Rekord hielt bis zum 25. August 2019.
Dann kam der 16 Jahre und 57 Tage alte Jude Bellingham. Nun ist Trevor Francis kein Rekordspieler mehr. Die Schlagzeilen gehören jetzt seinem "Nachfolger". Nun auch in Deutschland.
Denn Bellingham ist auch hierzulande spätestens seit Anfang März in aller Munde. Da nämlich sickerte durch, dass sein nächster Verein offenbar Borussia Dortmund sein wird. Der Vizemeister soll sich mit dem (immernoch) 16-Jährigen auf eine zukünftige Zusammenarbeit geeinigt haben.
Noch ist der Deal nicht bestätigt. Von rund 35 Millionen Euro Ablöse war zunächst die Rede, dann nur noch von einer Ausbildungsentschädigung von unter 10 Millionen Euro. Auch Birminghams Trainer Pep Clotet Ruiz weiß noch von nichts:
Was sich jedoch abzeichnet, ist eine Tendenz: Es ist sehr gut möglich, dass Bellingham ab Sommer das BVB-Trikot trägt.

Haaland und Bellingham: Zwei starke Ansagen des BVB

Nach dem Transfer von Erling Haaland wäre dies das nächste große Dortmunder Ausrufezeichen auf dem Transfermarkt. Der 16-Jährige gilt als eine der größten Nachwuchshoffnungen des englischen Fußballs. Der FC Bayern, FC Liverpool, FC Chelsea sowie Manchester United sollen ebenfalls Interesse gehabt haben.
Bellinghams Leben wird sich also in naher Zukunft ändern. Genauer gesagt im Juni, wenn er seinen ersten Profivertrag unterschreiben darf. Noch verdient der Mittelfeldspieler nämlich 165 Euro in der Woche - trotz Stammspieler-Rolle beim englischen Zweitligisten.
Birminghams Verantwortliche beschreiben ihr Juwel als wissbegierig, extrem ehrgeizig, intelligent und fleißig. Dazu sind seine körperlichen Anlagen herausragend - seit seinem Profidebüt im August wuchs er weitere 2,4 Zentimeter auf nun 1,80 Meter. Seit frühester Kindheit soll sein herausragendes Talent erkennbar gewesen sein.
Citys Jugendakademie-Leiter Kristjaan Speakman beschreibt den vereinsinternen Umgang mit dem Jungstar: "Wir haben einen mehrstufigen Plan für Jude ausgearbeitet. Zunächst sollte er ab und zu bei den Profis mittrainieren, dann regelmäßig. Dann haben wir ihn während der Spiele der ersten Mannschaft auf die Tribüne gesetzt, dann in den Kader, damit er am Warmmachen teilnehmen konnte. Uns war vollkommen klar, dass er im Verlaufe der Hinrunde sein Debüt feiern würde. Wir wollten Jude die Umstellung aber so einfach wie möglich machen, weil uns klar war, dass ganz England auf ihn schauen würde."

Altersgenossen werden von Bellingham abgehängt

Offenbar ist der Plan aufgegangen. In Englands extrem körperlicher zweiter Liga hat Bellingham mittlerweile 31 Partien bestritten, 24 von Beginn an. Vier Tore und drei Vorlagen stehen zu Buche. Speakman ist begeistert von dieser Entwicklung:
Das war schon immer so. Bellingham war seinen Alterskollegen stets einen - oder zwei - Schritte voraus. Als 13-Jähriger debütierte er für die U15-Nationalmannschaft, mit gerade einmal 14 Jahren stand Bellingham für die U18 seines Klubs auf dem Platz, im Alter von 15 war er schon in der U23.
Da hatte die Borussia den Spieler längst auf dem Zettel. Beobachtet wird er von den Westfalen bereits seit 2018. Mittlerweile hat sich Bellingham, der mit einem Marktwert von zwölf Millionen Euro zu den wertvollsten U17-Talenten weltweit (Rang vier) gehört, bereits das BVB-Trainingsgelände angesehen.

"Kontakt" über Social-Media wurde schon aufgenommen

Beim BVB erhofft man sich, dass der flexibel einsetzbare Mittelfeldmann eine ähnliche Entwicklung wie Landsmann Jadon Sancho nimmt. Der 19-Jährige kam 2017 für rund acht Millionen Euro von Manchester City zum BVB. Mittlerweile hat Sancho einen Marktwert von 120 Millionen Euro - gehört zu den besten Spielern der Bundesliga.
Auf Instagram folgt Bellingham seinem Landsmann schon. Auch Senkrechtstarter Giovanni Reyna und den BVB hat er abonniert - mehr als ein Zufall?
Seine Interessen lässt er neben dem Fußballplatz durch seinen Vater vertreten. "Er hat eine enge Familienbindung", sagt Speakman. Und weiter:

"Der beste 16-Jährige, den ich je gesehen habe"

Das macht auch außerhalb des Vereins Eindruck. Mark Robins, Trainer des Liga-Konkurrenten Coventry City kam im Januar aus dem Schwärmen gar nicht mehr heraus. Dem "Daily Mirror" sagte er:
Bellingham versucht, bei all den Lobeshymnen den Blick auf das Wesentliche zu bewahren: "Ich verstehe, wie wichtig eine gute Ausbildung ist. Dadurch sitze ich nicht nur zu Hause und spiele Videospiele", sagt er.
Premier-League-Experte Marcus Foley von Eurosport/England kennt Bellinghams Stärken, warnt aber: "Er ist sehr talentiert, ganz klar", sagt er. Und weiter: "Manchmal ist Talent aber nicht alles. Er ist erst 16 Jahre alt und trotz seiner Reife ist ein Wechsel ins Ausland immer ein großer Schritt. Es bleibt abzuwarten, ob er das verkraftet."
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