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Am Montag trifft Borussia Dortmund in der ersten Runde des DFB-Pokals auf den MSV Duisburg (ab 20:45 Uhr im Liveticker). Ob Julian Brandt dann auch in der Startelf stehen wird, ist nicht klar.

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Denn trotz einer respektablen Debütsaison bei den Schwarz-Gelben (sieben Tore und 13 Vorlagen bei 42 Einsätzen) scheint im System von Trainer Lucien Favre für den ehemaligen Leverkusener kein fester Platz zu sein.

Im zuletzt vom BVB-Coach präferierten 3-4-3 oder 3-4-2-1 kann Brandt nur schwer seine Stärken ausspielen. Die defensiveren Positionen im Mittelfeld werden von Axel Witsel und Emre Can ausgefüllt. Letzterer hilft teilweise auch neben Mats Hummels und Manuel Akanji in der Abwehr aus.

Hinzu kommt nun noch Neuzugang Jude Bellingham, der in der Vorbereitung einen starken Eindruck hinterließ. Auch Giovanni Reyna überzeugte in den Testspielen. Der junge Amerikaner könnte Brandt ebenso eine der beiden Flügelpositionen oder einen Platz im Zentrum streitig machen wie Thorgan Hazard.

Julian Brandt (links) und Thorgan Hazard (rechts)

Fotocredit: Getty Images

Reus nach Verletzung wieder zurück

Wie das letzte Testspiel des BVB gegen Sparta Rotterdam (2:1) zeigte, ist zudem wieder mit Kapitän Marco Reus zu rechnen, der gegen die Niederländer nach über sieben Monaten Verletzungspause sein Comeback feierte. Der 31-Jährige erzielte dabei sogar das Führungstor für die Dortmunder und scheint wieder voll einsatzbereit zu sein.

Ein weiterer Platz, der damit für Brandt wegfällt. Auf den Flügeln, wo der DFB-Star auch von Bundestrainer Joachim Löw eingesetzt wird, ist der 24-Jährige jedoch nicht so effektiv wie aus dem Zentrum heraus.

Sieben Mal spielte Brandt für den BVB in der vergangenen Saison auf den offensiven Außen. Das Ergebnis: lediglich ein Tor über alle Wettbewerbe hinweg, keine einzige Vorlage. Aus dem Zentrum legte der DFB-Star hingegen alle seiner 13 Assists auf, hinzukommen sechs Treffer.

Profitieren könnte Brandt in der Theorie von einer Umstellung auf das ursprünglich von Favre bevorzugte 4-2-3-1-System. Ohne Reus wäre der 24-Jährige in diesem Fall wohl der Favorit auf die Zehnerposition. Reyna zeigte zwar gute Leistungen, doch für Brandt würde dabei vermutlich die größere Erfahrung sprechen. Das erfolgreiche Comeback des Dortmunder Kapitäns macht diesem Gedankenspiel aber wohl wieder einen Strich durch die Rechnung.

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Brandt erntet Kritik für Risiko-Pässe

Zumal Brandt immer wieder für seine enorme Risikobereitschaft kritisiert wird, so zuletzt auch von Nationalmannschaftskollege Ilkay Gündogan. Dieser wies - ohne Brandts Namen zu nennen - klar auf eine Szene des 24-Jährigen hin, die schlussendlich gegen die Schweiz zum Ausgleichstreffer führte.

"Ich bin auch ein bisschen angepisst. Wenn du den Ball vorne hast, dann musst du ihn auch behaupten", polterte der ManCity-Star nach dem Nations-League-Duell mit den Eidgenossen (1:1) in das Mikrofon des "ZDF". Damit gemeint war zweifelsfrei der Ballverlust Brandts in der 57. Minute, als dieser einen risikoreichen Pass zu Timo Werner spielen wollte. Der Ball landete aber bei BVB-Kollege Akanji auf Schweizer Seite. Im Anschluss traf Silvan Widmer zum 1:1-Endstand.

Brandt verteidigte in der Vergangenheit jedoch schon mehrfach diesen extrem offensiven Spielstil, der eben auch fehleranfällig ist. Im Interview mit dem "Kicker" meinte der Ex-Leverkusener: "Ich war nie der Typ, der im Mittelfeld den Ball annimmt und ihn wenige Meter quer zum Mitspieler schiebt. Klar, das könnte ich auch so spielen, aber das wäre dann nicht ich. Ich liebe es seit meiner Kindheit, ins Risiko zu gehen, den Ball durch enge Korridore zu spielen oder mich im Eins-gegen-eins durchzusetzen."

Dass er dadurch auch der Buhmann sein könne, sei ihm bewusst, ergänzte Brandt: "Wenn es gelingt, ist es top. Dann sagen die Leute: 'Super, der traut sich was!' Geht es aber schief, fängst du dir im schlimmsten Fall einen." Eine gewisse Balance und Dosierung des Risikos wäre jedoch mit Sicherheit auch aus Sicht der Dortmunder wünschenswert, um die in der Vergangenheit anfällige BVB-Defensive nicht unnötig in Bedrängnis zu bringen.

Vielleicht würden damit auch die Chancen Brandts auf einen Stammplatz steigen. Das Spiel gegen Duisburg könnte schon einen Hinweis darauf geben, ob Favre dem 24-Jährigen für die neue Saison das Vertrauen ausspricht und wenn ja, auf welcher Position.

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