BVB: Leonardo Balerdi und Mateu Morey für Manuel Akanji und Lukasz Piszczek

Das 5:3 von Borussia Dortmund zum Rückrundenauftakt beim FC Augsburg hat einmal mehr offenbart, was beim BVB aktuell schief läuft. Während in der Offensive junge Talente Tore und Spektakel liefern, bereitet die Defensive Fans und Verantwortlichen Sorgen. Vor allem zwei Akteure wirken seit längerem nicht auf der Höhe. Favre hat Alternativen und muss diese langsam ins Spiel bringen.

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"Das Abwehrverhalten ist insgesamt alles andere als gut", stellte BVB-Sportdirektor Michael Zorc noch in den Augsburger Katakomben nach dem 5:3 zum Rückrundenauftakt fest.
Allgemein herrscht im Borussen-Tross eher erleichterung denn große Freude.
Man muss kein Fußballfachmann sein, um zu erkennen, dass dem BVB derzeit die Balance zwischen Offensive und Defensive fehlt. Dass drei Tore von Neuzugang Erling Haaland und fünf Tore im Gesamten notwendig sind, um letztlich beim FC Augsburg zu gewinnen, sagt einiges.
Lucien Favre muss nach daher Wegen suchen, diesen Mangel zu beheben, Abwehr und Angriff wieder zu einer Einheit zu formen. Dafür muss er auch personell härter durchgreifen.

Akanji seit Monaten außer Form

In erster Linie muss hier Manuel Akanji genannt werden. Beim Schweizer, der vor zwei Jahren für rund 20 Millionen Euro vom FC Basel nach Dortmund wechselte, ist die Form seit einer gefühlten Saison komplett weg. Auch in Augsburg patzte er kurz vor dem 0:2, als er einen Ball per Kopf in die Füße des Gegners "klärte".
Die "Sportbild" berichtet aktuell sogar davon, dass der BVB den Innenverteidiger bei einem passenden Angebot abgeben würde. Im Winter wird das aber nicht passieren, denn noch ist er als Nebenmann von Mats Hummels gesetzt. Aus Mangel an Alternativen? Nein.
Mit Leonardo Balerdi steht ein weiterer hochtalentierter Innenverteidiger, der dem BVB im vergangenen Winter knapp 17 Millionen Euro wert war, bereit. Bislang kommt er selten bis gar nicht bei den Profis zum Einsatz. Im Sommer entschied man sich aber dafür, mit Ömer Toprak und Abdou Diallo zwei direkte Konkurrenten in der Innenverteidigung abzugeben. Ein Zeichen der Wertschätzung - auch für Balerdi, der beim 5:0 gegen Fortuna Düsseldorf im Dezember zu seinem Debüt kam.
Mehr als zwölf MInuten Bundesliga waren für den Argentinier bisher aber nicht drin. "Die Anpassung bezüglich des Tempos zwischen Europa und Argentinien braucht seine Zeit. Wir brauchen Geduld. Das ist einfach so", entgegnete Favre am Mittwoch einem Journalisten, der danach gefragt hatte, ob der Trainer Bauchschmerzen hätte, Balerdi am kommenden Freitag gegen den 1. FC Köln (ab 20:30 Uhr im Liveticker) zu bringen.

Piszczek scheint über dem Zenit

Genau wie Akanji befindet sich auch BVB-Urgestein Lukasz Piszczek im Formtief. Gegen den FCA waren beim Polen enorme Tempoprobleme auszumachen. So wie vor dem 0:1 durch Florian Niederlechner, als Piszczek, der für Dan-Axel Zagadou als rechter Innenverteidiger in die Dreierkette rückte, von Ruben Vargas mühelos überlaufen wurde.
Piszczek ist nicht mehr der Schnellste. Keine neue Erkenntnis, jedoch eine, die mehr und mehr zum Problem wird. Dass er gegen Köln erneut den rechten Innenverteidiger geben muss, ist möglich. Zagadou wird frühestens eine Woche später gegen Union Berlin wieder in der Mannschaft stehen. Es könnte aber auch sein, dass Favre aufgrund der Abwehrprobleme gar auf die Rückkehr zur Viererkette setzt.
Als Rechtsverteidiger könnte es Piszczek aber ebenfalls auf Dauer schwer haben. Im Sommer verpflichtete der BVB den hochtalentierten Mateu Morey vom FC Barcelona. Bislang wartet der Spanier noch auf sein Liga-Debüt.

Morey ist fit: Warum nicht auch hinten was riskieren?

Nach einer starken Vorbereitung verletzte sich der Youngster an der Schulter und fiel lange aus. Mittlerweile ist der 19-Jährige wieder auf dem Trainingsplatz, kann wieder angreifen. Favre aber drückt noch auf die Bremse:
Angesichts der aktuellen Form von Akanji und Piszczek wäre es nachvollziehbar, würde Favre dem 20-jährigen Balerdi und dem ein Jahrjüngeren Morey eine Chance geben. In der Vergangenheit war der Schweizer in Sachen Younsgters ja nicht unerfolgreich - siehe Achraf Hakimi oder auch Jadon Sancho, der noch immer keine 20 Jahre alt ist.
Dass junge Spieler Zeit brauchen, dürfte dabei jedem Fan und jedem BVB-Mitarbeiter bewusst sein. Manchmal geht es aber auch ganz schnell. Ein Risiko, das Favre durchaus eingehen sollte.
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