Drei Dinge, die bei BVB - Mainz auffielen: Totalausfall von Dortmunds Prunkstück

Keine Spannung, keine Tore: Borussia Dortmund hat bei der 0:2-Heimniederlage gegen den 1. FSV Mainz 05 vielleicht die schwächste Vorstellung der Saison gezeigt. Neben dem mangelhaften Spiel gegen den Ball enttäuschte auch die hochgelobte Offensive auf ganzer Ebene. Die Gäste dagegen kämpften im Signal Iduna Park bis zur letzten Minute und bedankten sich nach Abpfiff bei einem 19-Jährigen.

Eurosport

Fotocredit: Eurosport

1. Totalausfall von Dortmunds Prunkstück

82 Tore. So viele hatte der BVB bereits vor der Partie gegen die abstiegsgefährdeten Mainzer geschossen und damit den vereinseigenen Bundesliga-Rekord aus der Saison 2015/16 eingestellt.
Vier davon alleine im Hinspiel Mitte Dezember in der Mainzer Opel Arena. Wer im Signal Iduna Park ein erneutes Schützenfest von Dortmunds Virtuosen in der Offensive erwartete, der wurde an diesem Mittwochabend allerdings bitter enttäuscht.
Über die kompletten 90 Minuten war von Jadon Sancho, Erling Haaland (19 Ballkontakte) und Thorgan Hazard (0 von 5 gewonnene Zweikämpfe) quasi nichts zu sehen.
Was sich bereits bei den knappen 1:0-Siegen gegen Berlin und in Düsseldorf angedeutet hatte, gipfelte bei der 0:2-Niederlage gegen Mainz in der vielleicht schwächsten Offensiv-Leistung des BVB unter Lucien Favre. Gerade einmal vier Torschüsse brachten die Schwarz-Gelben zustande.
Besonders der Auftritt Sanchos, der in dieser Saison so oft den Unterschied gemacht hatte, war ein Sinnbild für die desolate Vorstellung des Dortmunder Angriffstrios.
Immer wieder versprangen dem 20-Jährigen einfachste Bälle, gleich mehrfach landeten Pässe über zwei Meter in den Füßen der Mainzer. In der Szene, die zum Elfmeter und somit zum entscheidenden 2:0 durch Jean-Philippe Mateta führte, blieb Sancho einfach stehen, anstatt dem Pass von Łukasz Piszczek entgegenzukommen.
"Heute hat alles gefehlt. Vielleicht war es das schlechteste Spiel von uns zuhause", kritisierte Hazard nach Abpfiff bei "Sky". Das Prunkstück Offensive lahmte nicht nur, es war ein Totalausfall.

2. Mit dem Kopf schon im Urlaub? BVB fehlt die Spannung

"Jungs, unser Pressing ist Alibi!" Mats Hummels wütende Schreie und Appelle in Richtung seiner Teamkollegen waren im gespenstisch leeren Signal Iduna Park das ganze Spiel über klar zu vernehmen. Wirklich wach bekam der Abwehrchef, der selbst bei Weitem nicht so souverän wie sonst auftrat, seine Neben- und Vorderleute in den 90 Minuten allerdings nicht.
Dem BVB fehlte es im Gegensatz zu den vorherigen Spielen deutlich an Spannung. Neben der Offensive agierten die Dortmunder auch im Spiel gegen den Ball fahrig. Man hatte zu keiner Zeit das Gefühl, die Westfalen wollten die Partie nach Rückstand noch mit allen Mitteln gewinnen, während die Mainzer um jeden Ball kämpften.
"Wir haben gespielt, als wenn der ein oder andere schon mit dem Kopf im Urlaub sei", traf es Sportdirektor Michael Zorc in seiner Analyse in der "ARD" auf den Punkt.
Hazard beteuerte zwar, dass die ganze Mannschaft weiter eifrig am Ziel Vizemeisterschaft arbeite. Doch gegen Mainz beschlich einen zunehmend das Gefühl, dass einige Spieler die Saison, da der FC Bayern am Dienstag die 8. Meisterschaft in Folge klar gemacht hatte und der BVB schon sicher für die Champions League im kommenden Jahr qualifiziert ist, bereits ad acta gelegt hätten.

3. Torschütze Burkardt als Sinnbild für den Mainzer Kampfeswillen

Die Emotionen sprudelten in der 33. Minute nur so aus dem 19-jährigen Jonathan Burkardt heraus. Kurz zuvor hatte er eine punktgenaue Flanke von Ridle Baku zum 1:0 verwertet und damit seine vertändelte Großchance fünf Minuten zuvor mehr als wieder wettgemacht.
Der Youngster stand am Mittwoch stellvertretend für den Mainzer Kampfeswillen, der der Grundstein für die so wichtigen Punkte im Abstiegskampf war. Bis auf den Treffer gelang Burkardt spielerisch zwar nicht viel, doch er ackerte unermüdlich auf dem Flügel und ließ sich bei seinem erst zweiten Startelfeinsatz für die Rheinhessen auch von einem Frustfoul von Emre Can (53.) nicht unterkriegen.
"Das ist ein ganz fleißiger Spieler, der in dieser Saison Geduld zeigen musste", lobte Achim Beierlorzer den Torschützen explizit: "Er hat das Herz am richtigen Fleck. Wir haben gesagt: 'Ein frischer Johnny Burkardt kann uns heute helfen'. Dass er uns natürlich so hilft, solche Geschichten schreibt nur der Fußball."
Eine Geschichte, die Burkardt sicher so schnell nicht vergessen wird.
Das könnte Dich auch interessieren:
Mehr als 3 Mio. Sportfans nutzen bereits die App
Bleiben Sie auf dem Laufenden mit den aktuellsten News und Live-Ergebnissen
Download
Diesen Artikel teilen
Werbung
Werbung