Mateu Morey: Die Zukunft des BVB auf der rechten Seite

Mateu Morey ist nach langer Leidenszeit endlich bereit, beim BVB anzugreifen. Beim 6:1 in Paderborn gab der Spanier sein lange ersehntes Debüt und deutete umgehend sein großes Potenzial an. Auch gegen Hertha BSC durfte er spielen. In Dortmund steht der 20-Jährige im Saisonendspurt unter besonderer Beobachtung, denn er könnte schon bald gleich zwei Probleme beim BVB lösen.

Eurosport

Fotocredit: Eurosport

"Ein Traum wird wahr", hieß es auf dem Instagram-Profil von Mateu Morey am 31. Mai. Der Spanier, der im Sommer 2019 aus der weltberühmten Nachwuchsakademie "La Masia" vom FC Barcelona zum BVB wechselte, hatte soeben in Paderborn beim furiosen 6:1-Sieg sein Bundesligadebüt gegeben.
Kurz aber intensiv und vor allem effektiv, so lassen sich Moreys erste sechs Bundesliga-Minuten (inkl. Nachspielzeit) für Borussia Dortmund zusammenfassen.
Der 20-Jährige kam in der 87. Minute beim Stand von 4:1 ins Spiel, leitete das 5:1 durch Marcel Schmelzer (89.) mit einem beherzten Dribbling ein und legte das 6:1 durch Jadon Sancho (90.+1) dann selber vor.
Chapeau!

Mateu Morey: Lange Leidenszeit in jungen Jahren

"Mateus Einsatz war der verdiente Lohn für seine Arbeit", lobte Sportdirektor Michael Zorc und hatte dabei auch den unglücklichen Start des Talents beim BVB im Hinterkopf. Morey verletzte sich nach einer "hervorragenden Vorbereitung" im Testspiel gegen St. Gallen an der Schulter und fiel, wie schon vor seinem Wechsel zum BVB, fortan aus.
"Es war sehr bitter, dass ich mich wieder verletzt habe. Erst die Knieverletzung in Barcelona, mit der ich acht Monate lang ausgefallen bin, jetzt die Schulterverletzung hier in Dortmund - wieder zwei Monate Pause. Das war schon schwer für mich", erzählte Morey im vergangenen Oktober in einem Interview mit den "Ruhrnachrichten".
Spielpraxis sammelte Morey seit September 2019 ausschließlich in der zweiten Mannschaft. Natürlich unter ständiger Beobachtung von Lucien Favre. "Wir vergessen ihn natürlich nicht", erklärte der Schweizer im November: "Er ist nach sechsmonatiger Verletzung hierher gekommen. Er hat endlich ein Spiel mit der U23 gemacht. Für die Zukunft ist er sicher ein Spieler mit Potenzial und Perspektive."

BVB: Weg frei für Morey ab Sommer?

Die von Favre angesprochene Perspektive ist aktuell deutlich erkennbar. Als Mann für die rechte Außenbahn gilt er sowohl als legitimer Nachfolger für den 35-jährigen Lukasz Piszczek, der seinen Vertrag kürzlich nochmals um ein weiteres Jahr bis 2021 verlängerte, als auch für Youngster Achraf Hakimi.
Der Marokkaner wird die Borussia aller Voraussicht nach am Ende der Saison verlassen und zu seinem angestammten Klub Real Madrid zurückkehren. Die Chancen, dass es den BVB-Verantwortlichen gelingt, den pfeilschnellen Außenverteidiger langfristig in Dortmund zu halten, werden als gering eingeschätzt.
Gut also, dass man im Lager der Borussia im vergangenen Sommer schon vorgesorgt hat. "Ich glaube, dass mich mein Offensivspiel auszeichnet. Ich versuche, mit viel Tempo nach vorne zu kommen und gefährliche Flanken zu schlagen. Damit will ich der Mannschaft helfen", beschreibt er sein eigenes Spiel.
Fähigkeiten, die sich ganz nach Hakimi anhören. Auch der Marokkaner glänzt immer wieder durch pfeilschnelle Läufe über die rechte Seite und bedient dann das Zentrum oder den Rückraum mit gefährlichen Hereingaben. Zehn Tore bereitete er so in dieser Saison schon vor.

Morey wird auch in den kommenden Wochen spielen

Morey steht derweil bei einer Torvorlage, darf sich aber bis zum Saisonende auf weitere Spielminuten freuen. Beim Heimsieg am vergangenen Bundesligaspieltag gegen Hertha BSC (1:0) ließ ihn Favre schon elf Minuten aufs Feld.
Morey hat sich rangekämpft und bekommt nun seine Chancen. "Ich habe Borussia Dortmund gewählt, weil ich davon überzeugt war, dass es ein guter Ort ist, um sich weiterzuentwickeln. Ich habe geglaubt, dass ich hier den Sprung in den professionellen Fußball schaffen kann", hatte er im Sommer seinen Wechsel nach Dortmund gegenüber dem Radiosender "Cadena Ser" begründet.
Wie schnell man das als blutjunges Talent beim BVB gehen kann kann, haben zuletzt Giovanni Reyna (17 Jahre) oder der ebenfalls erst 20 Jahre alte Sancho gezeigt.

BVB: Morey will es wie Sancho machen

Morey und Sancho kennen sich schon länger, spielten im U17-EM-Finale 2017 gegeneinander. Ein Spiel, an das sich der Spanier noch bestens erinnert: "Es war sehr schwer gegen ihn zu spielen. Ich wusste damals schon, dass er ein guter Fußballer ist, mittlerweile weiß das jeder", schwärmt Morey im "Ruhrnachrichten"-Interview und hofft insgeheim, eine ähnliche Entwicklung wie sein Teamkollege (17 Tore, 17 Assists in der laufenden Bundesliga-Saison) zu nehmen.
"Ich will es auch schaffen im Profi-Fußball. Nicht bei jedem Spieler geht es gleich schnell. Bei mir kamen die Verletzungen noch hinzu. Außerdem spielen wir auf unterschiedlichen Positionen. Aber ich glaube daran, dass ich meine Chance bekomme - und dann will ich da sein."
Morey bekam seine Chance gegen Paderborn. Und ja, er war sofort da.
Das könnte Dich auch interessieren: Mehr Offensivpower für den BVB: Haaland kehrt zurück
Mehr als 3 Mio. Sportfans nutzen bereits die App
Bleiben Sie auf dem Laufenden mit den aktuellsten News und Live-Ergebnissen
Download
Diesen Artikel teilen
Werbung
Werbung