BVB | Nico Schulz von Borussia Dortmund ist der Verlierer des Rückrundenstarts
Nico Schulz wechselte im Sommer als einer von vier Top-Transfers von der TSG 1899 Hoffenheim zu Borussia Dortmund. Ein halbes Jahr später fällt die Bilanz des 26-Jährigen beim BVB ernüchternd aus. In der Hinrunde erspielte er sich keinen dauerhaften Stammplatz, zum Start der zweiten Saisonhälfte muss er sich hinter Raphael Guerreiro einreihen. Dabei braucht Schulz gerade jetzt Spielpraxis.
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Schaute man nach BVB-Spielen zuletzt auf den Spielberichtsbogen, suchte man einen Namen vergeblich: den von Nico Schulz. Im Sommer war der Nationalspieler noch als Transfercoup von der TSG 1899 Hoffenheim nach Dortmund gewechselt - Sportdirektor Michael Zorc heimste viel Lob ein.
Mittlerweile ist es ruhig geworden um den Außenverteidiger, der immer größere Probleme bekommt, sich unter Lucien Favre für die erste Mannschaft zu empfehlen.
Zu Saisonbeginn sah das noch anders aus. Schulz startete als Linksverteidiger gegen den FC Augsburg (5:1), spielte auch im darauffolgenden Spiel beim 1. FC Köln (3:1). An der Alten Försterei, bei der ersten Niederlage der Saison (1:3), saß der 26-Jährige angeschlagen auf der Bank, ehe er mit einer Fußverletzung endgültig ausfiel. Kurz gesagt: Schulz Hinrunde verlief ernüchternd – mindestens.
Stand jetzt ist seine Zeit in Dortmund eine einzige Enttäuschung.
Systemwechsel kommt Schulz eigentlich entgegen
Auch zum Rückrundenstart zeichnet sich ein ähnlich verheerendes Bild für den Linksverteidiger. Schulz spielte weder beim FC Augsburg (5:3), noch gegen den 1. FC Köln (5:1). Viel schlimmer noch: man vermisste ihn nicht.
Schulz fliegt komplett unter dem Radar, auf Pressekonferenzen wird nach seiner Person kaum gefragt. Dabei wäre er doch im 3-4-3, das Favre seit geraumer Zeit seinem "Lieblingssystem" 4-2-3-1 vorzieht, der ideale Konterpart von Achraf Hakimi auf der rechten Seite.
Genau wie der Marokkaner ist auch Schulz pfeilschnell, mit viel Offensivdrang ausgestattet und auf dem Papier sogar defensiv noch etwas stärker, weil disziplinierter. "Genau wie die deutsche Nationalmannschaft werden wir von seiner Physis, seinem Tempo und seiner extremen Dynamik sehr profitieren", freute sich Zorc noch bei seiner Vorstellung. "Schnellere Außenverteidiger als wir wird niemand haben", ergänzte Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke mit einem verschmitzten Lächeln.
Der BVB hinten links: Vorteil Guerreiro
Die Realität sieht für Schulz aber anders aus. Raphael Guerreiro hat dem gebürtigen Berliner den Rang abgelaufen und ist derzeit nicht wegzudenken von der linken Abwehrseite. Fußballerisch gehört der Portugiese zu den besten Spielern im BVB-Kader, auch er scheint ideal ins neue BVB-System zu passen - und Favre bestätigt das mit seiner Aufstellung.
"Ich finde das super", freute sich Guerreiro schon im Wintertrainingslager in Marbella:
Mit Blick auf die EM: Schulz braucht Spielpraxis
Des einen Freud, des anderen Leid. Denn eigentlich hat Schulz in der Rückrunde vor allem eines bitter nötig: Spielpraxis. Im Sommer steht die länderübergreifende Europameisterschaft statt, Schulz schielt auf den Stammplatz auf der linken Abwehrseite – muss sich aber noch empfehlen.
Die Konkurrenz schläft schließlich nicht. Sowohl Marcel Halstenberg (RB Leipzig) als auch Jonas Hector (1. FC Köln) sind Stammspieler und Leistungsträger in ihren Klubs. Auch wenn Hector im Verein zuletzt eher als defensiver Mittelfeldspieler eingesetzt wird – für Löw ist er der erfahrenste Linksverteidiger im Aufgebot.
Schulz wird in der Rückrunde weiter seine Chancen bekommen. Dass er sie nutzen muss, versteht sich von selbst. Vor allem mit verbessertem Zweikampfverhalten kann und muss er Favre überzeugen. In der Hinrunde war er in Sachen Zweikampfquote Dortmunds schwächster Verteidiger.
Steigert er sich dort, wird Favre wieder vermehrt auf ihn setzen. Denn nach wie vor drückt der Schuh beim BVB eher hinten als vorne.
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