BVB: So könnte Borussia Dortmund im Jahr 2020 aussehen

Bei Borussia Dortmund rumort es. Lucien Favre steht zur Disposition, das ausgegebene Saisonziel "Meisterschaft" scheint derzeit fast unerreichbar. Mehr als ein halbes Jahr vor Ende der Spielzeit 2019/20 beginnt nun bereits die Diskussion um die Zukunft. Dem BVB droht im kommenden Sommer ein erneuter Umbruch, weil diverse Leistungsträger vor dem Absprung stehen. Wohin führt der Dortmunder Weg?

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Derzeit wird bei Borussia Dortmund in allen Varianten am aktuellen Kader herumgemäkelt. Im Winter soll nachgebessert werden, um national vielleicht doch noch ganz oben angreifen zu können.
Doch der Blick geht auch schon voraus: Wie wird der Kader des BVB in der kommenden Spielzeit aussehen? Langfristige Planungssicherheit ist beim Vizemeister derzeit nicht gegeben. Stars und Leistungsträger stehen vor dem Absprung.
Festzumachen ist diese Problematik an vier Personalien.

Achraf Hakimi - der Traum von Madrid dürfte real werden

Mit Achraf Hakimi wird ein Leistungsträger den Verein im Sommer nach seiner zweijährigen Leihe höchstwahrscheinlich Richtung Madrid verlassen.
Der Marokkaner gehört Real und sieht für sich eine Zukunft als "Königlicher". Daraus machte er nie einen Hehl. In einem Interview mit "El Pais" sagte der 21-Jährige nun, er strebe einen neuen Anlauf beim spanischen Giganten-Klub an:
Der Hakimi-Abgang dürfte den BVB dennoch schmerzen. In seinen zwei Jahren als Borusse machte sich der blitzschnelle Außenspieler auch durch seine Vielseitigkeit einen Namen. Er gab sowohl auf beiden Seiten den Außenverteidiger als auch einen torgefährlichen Flügelstürmer.
Einen Ersatz zu finden, könnte knifflig werden.

Mario Götze - will hier überhaupt jemand verlängern?

Die Personalie Götze scheint verfahren, wie kaum eine andere. Der Vertrag des Weltmeisters läuft im Sommer 2020 aus. Nach einer formidablen Rückrunde der Saison 2018/19 wurden immer wieder Gespräche über eine Verlängerung geführt - ohne Erfolg.
Mittlerweile hat sich die sportliche Situation des 27-Jährigen immer weiter verschlechtert. Unter Favre spielt er kaum eine Rolle, im Winter soll ein weiterer Stürmer kommen. Für Götze - der ebenfalls auf Spielminuten im Sturmzentrum hofft - ein Schlag ins Gesicht. Gespräche gibt es auch seit längerer Zeit nicht mehr.
Es riecht nach Wechsel. Vielleicht schon im Januar. Spätestens aber im kommenden Sommer. Dann sogar ablösefrei.
Ob man dann einen direkten Ersatz für den ehemaligen Münchner braucht, ist fraglich. Spieler mit seinen Fähigkeiten befinden sich eigentlich bereits im Kader. Julian Brandt und Thorgan Hazard dürfen sich angesprochen fühlen.

Jadon Sancho - droht ein neuer Fall Dembélé?

Mit Jadon Sancho droht den Schwarz-Gelben ein weiterer Abgang. Der Engländer machte zuletzt häufiger durch Schlagzeilen außerhalb des Platzes auf sich aufmerksam. Vor dem Champions-League-Spiel gegen Barcelona hat der 19-Jährige offensichtlich gleich mehrere Termine verpasst. Folgerichtig schmorte er im Camp Nou eine Halbzeit lang auf der Bank.
Die andauernden Disziplinlosigkeiten des englischen Nationalspielers bringen merklich mehr und mehr Unruhe in die Mannschaft. Droht dem BVB gar ein zweiter "Fall Dembélé"? Der Franzose fiel gegen Ende seiner Zeit in Dortmund fast nur noch neben dem Platz auf und streikte sich schließlich weg. Auszuschließen ist das nicht.
Von Woche zu Woche häufen sich die Wechselgerüchte um den Youngster, für den die Borussia nur wie eine Zwischenstation scheint. Laut letzten Infos der "Bild" würde Sancho ab kommendem Sommer gerne in Spanien sein Geld verdienen.
Die Chancen stehen gut, dass die BVB-Bosse zustimmen und ihr Juwel gegen jede Menge Kohle veräußern. Allein um des lieben Friedens willen.

Paco Alcácer - führt die Spur nach Spanien?

Eigentlich ist der Stürmer die Dortmunder Lebensversicherung. Spielt er, performt der BVB deutlich erfolgreicher als ohne ihn. Seine Verletzungsanfälligkeit und Exzellenz in der Jokerrolle aber sorgen dafür, dass der 26-Jährige oft auf Tribüne oder Bank Platz nimmt.
Damit ist der Spieler nicht zwingend zufrieden. Auch deswegen liebäugelt Alcácer mittlerweile öffentlich mit einer Rückkehr nach Spanien. In der "Marca“ sagte er, dass seine Zukunft durchaus in Spanien liegen könnte. "Wo ich spielen werde, weiß ich nicht. Es ist nie klar, was das Leben bereithält", so der spanische Nationalspieler. Und weiter:
Derzeit allerdings fühle er sich noch wohl im Ruhrgebiet. Was solche Einschübe im Profifußball wert sind, ist aber hinlänglich bekannt. Man könnte durchaus den Eindruck gewinnen, als teste Alcácer den Markt.
Bei der Borussia herrscht ohnehin Handlungsbedarf in der Sturmspitze. Erst kürzlich gestand Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke ein, einen Fehler gemacht zu haben, als man einzig und allein auf Alcácer setzte. Nun will man schon im Winter nachbessern. Eventuell mit Mario Mandzukic.
Ändert sich nun auch die Gemengelage beim Spanier selbst, könnte man im Sommer erneut zum Handeln gezwungen sein.

Bleiben die "Legenden" Schmelzer und Piszczek?

Hinzu kommen Spieler, die im Verein entweder einen schweren Stand haben oder kein Bestandteil der langfristigen Planung sind. Marcel Schmelzer, Jacob Bruun Larsen oder Mahmoud Dahoud wären hier zu nennen. Auch die Verträge von Lukasz Piszczek und dem dritten Keeper Eric Oelschlägel laufen aus.
Und: Traut man den Talenten Leonardo Balerdi, Mateu Morey, Tobias Raschl, Dan-Axel Zagadou den nächsten Schritt zu? All diese Personalien werden auf den Tisch kommen.
Dem BVB-Führungsquartett um Watzke, Zorc, Sammer und Kehl stehen heiße Überlegungen bevor.
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