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Brandt, Cuisance und Co.: Diese Bundesliga-Transfers enttäuschten bislang

Brandt, Cuisance und Co.: Diese Bundesliga-Transfers enttäuschten bislang

16/10/2019 um 17:02

Philippe Coutinho, Mats Hummels, Lucas Hernández - die Bundesliga hatte diesen Sommer spektakuläre Transfers zu vermelden. Doch nicht alle Neuinvestitionen schlugen auch direkt bei ihren neuen Klubs ein. Julian Brandt und Michael Cuisance blieben bislang deutlich hinter ihren Erwartungen zurück. Welche Transfer konnten bislang noch nicht zünden? Eurosport.de zieht ein Zwischenfazit.

    Knapp 140 Neuzugänge haben sich im Sommer den 18 Bundesliga-Klubs angeschlossen. Während etliche Zugänge wie Philippe Coutinho und Mats Hummels bei ihren neuen Vereinen einschlugen, blieben einige deutlich hinter ihren Erwartungen zurück. Welche Transfers konnten bislang noch nicht zünden?

    Eurosport.de zieht ein Zwischenfazit.

    Julian Brandt: Königstransfer sucht seine Rolle

    Transfer: Für 25 Millionen Euro von Bayer Leverkusen zu Borussia Dortmund

    Neben Mats Hummels der wohl namhafteste Neuzugang des BVB in diesem Sommer. Doch anders als Hummels, der sich nach seiner Ankunft aus München sofort zum Abwehrchef der Schwarz-Gelben etablierte, ist Julian Brandt in Dortmund noch nicht wirklich angekommen.

    Zwar absolvierte der 23-Jährige bislang neun Pflichtspiele für die Borussia, stand dabei jedoch nur 417 Minuten auf dem Platz. Ein Tor und zwei Vorlagen sind die überschaubare Bilanz eines eher enttäuschenden Starts.

    Brandt sucht weiterhin nach seiner Rolle im offensiven System des Vizemeisters. Trainer Lucien Favre setzte ihn vornehmlich auf ungewollter Position als Linksaußen ein. In der Champions League gegen Slavia Prag (2:0) musste der Nationalspieler sogar als Mittelstürmer ran. Bislang konnte er sich nirgendwo nachhaltig für einen Stammplatz empfehlen.

    In fünf von sieben Bundesligapartien gehörte der ehemalige Leverkusener nicht zur Startformation des BVB. Gegen Freiburg gab es für den Blondschopf sogar die Höchststrafe, als er 75 Minuten nach seiner Einwechslung den Platz wieder verlassen musste.

    Ein leichter Anflug von Unzufriedenheit macht sich daher schon jetzt beim gebürtigen Bremer breit. "Dieses Hin und Her ist schon ein bisschen schwierig", gestand der Nationalsspieler hinsichtlich seiner wechselnden Positionen und ergänzte:

    "Für mich ist es was Neues, wenn du an einem Tag 90 Minuten spielst und dann in Freiburg wieder auf der Bank sitzt."

    Fakt ist, dass Dortmund seinen Neuzugang in der Form der vergangenen Rückrunde braucht, in der er 18 Scorerpunkte für Bayer Leverkusen verbuchen konnte. Besonders jetzt, da für den BVB nach einem ernüchternden Start die Wochen der Wahrheit anstehen.

    Julian Brandt - Borussia Dortmund

    Julian Brandt - Borussia DortmundGetty Images

    Michael Cuisance: Dritte Liga statt Champions League

    Transfer: Für 12 Millionen Euro von Borussia Mönchengladbach zum FC Bayern

    "Gladbach ist ihm zu klein geworden", kritisierte Gladbach-Trainer Marco Rose den Abgang seines ehemaligen Schützlings Michael Cuisance in Richtung München. Gegenwärtig hat es jedoch den Anschein, dass der FC Bayern noch eine Nummer zu groß für den 20-Jährigen ist.

    Lediglich 30 Minuten Bundesligaluft durfte Cuisance bislang beim deutschen Rekordmeister schnuppern. Allerdings ist der Neuzugang als Investition für die Zukunft einzuordnen, was sein langfristiger Vertrag bis 2024 beweist.

    Seit seinem vorerst letzten Einsatz am fünfen Spieltag im Heimspiel gegen den 1. FC Köln (4:0) ist der junge Franzose nur noch in der Drittligamannschaft des FC Bayern zu finden.

    "Das sind junge Talente, und für sie ist es wichtig, dass sie in einer gewissen Kontinuität spielen. Nur so können sie sich entwickeln", begründete Bayerns Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge die Rückversetzung des Mittelfeldspielers in einem Interview auf der vereinseigenen Homepage und fügte an:

    "Bei der Qualität des Kaders unserer Profi-Mannschaft ist das nicht ganz so einfach."

    Dass der Neuzugang großen Potential hat und gute Anlagen mitbringt, zeigte seine Nominierung für den Golden-Boy-Award, die Auszeichnung für den besten Nachwuchsfußballer Europas unter 21 Jahren.

    Michael Cuisance - FC Bayern München

    Michael Cuisance - FC Bayern MünchenGetty Images

    Ozan Kabak: Leidtragender des Schalker Aufschwungs

    Transfer: Für 15 Millionen Euro vom VfB Stuttgart zum FC Schalke 04

    35 Gegentore in 17 Rückrunden-Partien - nicht gerade ein Empfehlungsschreiben für einen Innenverteidiger. Trotzdem mauserte sich Ozan Kabak in der vergangenen Spielzeit zu einem der wenigen Leistungsträger im Trikot des VfB Stuttgart (drei Tore) und verpasste nach seinem Wechsel von Galatasaray Istanbul ins Schwabenland nur zwei Spiele.

    Selbst der FC Bayern soll dem Vernehmen nach seine Fühler nach dem türkischen Nationalspieler ausgestreckt haben. Letztlich sicherte sich jedoch der FC Schalke die Dienste des 19-Jährigen.

    Zum überraschenden Aufschwung der Königsblauen in der laufenden Spielzeit konnte der Youngster bislang jedoch so gut wie nichts beitragen. Eine Fußverletzung machte Kabak im Sommer einen Strich durch die Rechnung. Seit seiner Rückkehr in den Kader der Gelsenkirchener musste der Türke mit einem Platz auf der Bank Vorlieb nehmen.

    Lediglich zwei Kurzeinsätze über zwölf Minuten stehen für Kabak bei seinem neuen Klub zu Buche. "Er ist voll auf der Höhe und wäre jederzeit bereit. Er stellt sich dem Konkurrenzkampf, der auf einem ganz hohen Niveau stattfindet", sagte Trainer David Wagner gegenüber "Der Westen".

    Der 47-Jährige hält aber nach wie vor große Stücke auf den jungen Verteidiger. "Er ist sicher eines der größten Abwehrtalente in diesem Alter in Europa“, schwärmte der Schalker Coach.

    Ozan Kabak - FC Schalke 04

    Ozan Kabak - FC Schalke 04Imago

    Moussa Diaby: Taktische Umstellung verhindert Einsatzzeit

    Transfer: Für 15 Millionen Euro von Paris Saint-Germain zu Bayer Leverkusen

    Moussa Diaby kam mit vielen Vorschusslorbeeren und der Empfehlung von 34 Pflichtspielen (vier Tore, sieben Vorlagen) im Trikot von Paris Saint-Germain nach Leverkusen.

    Besonders PSG-Trainer Thomas Tuchel habe der 20-Jährige bei seiner Entwicklung viel zu verdanken. "Er hat mir die Chance gegeben – und ich habe sie genutzt", sagte der pfeilschnelle Flügelstürmer und ergänzte hinsichtlich seines Wechsels in die Bundesliga:

    "Tuchel hat mir geholfen, die Entscheidung zu treffen. Er hat mich bestärkt."

    Doch anders als beim französischen Meister wartet Diaby bei der Werkself noch auf seinen Durchbruch. Wettbewerbsübergreifend kommt der Neuzugang auf nur 64 Einsatzminuten in vier Partien.

    Nach der Verletzung von Leistungsträger Leon Bailey wäre der Platz auf der linken Außenbahn für den jungen Franzosen frei geworden - ein Faktor ist Diaby beim Tabellensiebten aber auch weiterhin nicht. Grund dafür ist die taktische Änderung von Trainer Peter Bosz, der Kevin Volland aus dem Sturmzentrum auf den linken Flügel zurückzog und infolgedessen Stürmer Lucas Alario neu in die Sturmspitze beorderte.

    Die Verantwortlichen sprachen bei der Verpflichtung von Diaby von einer Investition in die Zukunft. Der 20-Jährige hat also noch genügend Zeit, um sich dauerhaft für einen Platz im Leverkusener Aufgebot zu empfehlen - schließlich ist sein Vertrag bis 2024 datiert.

    Moussa Diaby - Bayer Leverkusen

    Moussa Diaby - Bayer LeverkusenGetty Images

    Patrik Schick: Last-Minute-Transfer im Wartestand

    Leihe: Für 3,5 Millionen Euro (Leihgebühr) von der AS Rom zu RB Leipzig

    Über Wochen hinweg wurde Patrik Schick als potentieller Backup bei Borussia Dortmund für Torjäger Paco Alcacer gehandelt.

    Letztlich kam ein Transfer zum BVB nicht zu Stande und Ligakonkurrent RB Leipzig schnappte am letzten Tag der Sommer-Tranferperiode zu.

    Der große, kopfballstarke Stürmer stellt im Angriff des Chmpions-League-Teilnehmers das wohl perfekte Pendant zu Stümerstar Timo Werner dar. Während der deutsche Nationalstürmer seine Qualitäten im schnellen Umschaltspiel besitzt, ist Schick eher in der Kategorie "Brecher" einzuordnen.

    Bislang befindet sich der 23-Jährige aber noch im Wartestand. Mehr als ein Kurzeinsatz über 27 Minuten sprangen für den Angreifer in der laufenden Spielzeit noch nicht heraus.

    Dies hindert den ehemaligen Römer aber in keinster Weise, über die Qualitäten seines neuen Arbeitgebers in den höchsten Tönen zu sprechen.

    "Wir gehören aktuell und auch generell zu einem der besten drei Klubs in Deutschland und haben großes Potenzial. Wir werden auf jeden Fall alles geben, um weiterhin im Titelrennen mitzukämpfen“, erklarte der tschechische Nationalspieler offensiv.

    Patrik Schick - RB Leipzig

    Patrik Schick - RB LeipzigImago