FC Bayern: Darum ist der Transfer von Tanguy Nianzou Kouassi ein Gewinn
Der FC Bayern treibt die Personalplanung für die kommende Spielzeit weiter voran. Am Mittwoch gab der Rekordmeister die Verpflichtung von Tanguy Nianzou Kouassi von Paris Saint-Germain bekannt. Jedoch fand der Transfer des Top-Talents bei Weitem nicht überall Anklang. Welche Qualitäten bringt das französische Talent mit und kann er gleich auf Anhieb eine Verstärkung für die Münchener werden?
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Die Freude über seinen jüngsten Transfer-Coup war Hasan Salihamidzic auf der Pressekonferenz am Mittwoch deutlich anzusehen und auch Hansi Flick ließ es sich nicht nehmen, die Bühne zu betreten, um den Neuzugang persönlich zu begrüßen.
"Tanguy [Nianzou Kouassi; Anm. d. Red.] ist einer der besten Spieler Europas in seinem Jahrgang 2002. Er ist ein Innenverteidiger, der auf mehreren Positionen spielen kann, auch auf der Sechs. Er ist in der Spieleröffnung sehr weit, hat eine gute Technik und ist kopfballstark. Wir sind sehr glücklich, dass wir ihm vom FC Bayern überzeugen konnten", schwärmte Bayerns frisch gebackener Sportvorstand über Nianzou Kouassi.
Der 18-Jährige, der ablösefrei von Paris Saint-Germain an die Säbener Straße wechselt, ist nach Alexander Nübel (FC Schalke) der zweite Transfer des Rekordmeisters in diesem Sommer und gilt als Versprechen in die Zukunft. Der Defensivspezialist gab in der abgelaufenen Spielzeit sein Profidebüt für PSG und absolvierte unter Trainer Thomas Tuchel wettbewerbsübergreifend 13 Pflichtspiele (drei Tore).
Vorbild Thuram: Vorschusslorbeeren für Nianzou Kouassi
"Ich habe mich für Bayern München entschieden, weil es für mich eine sehr gute Wahl war. Ich möchte vorankommen, auch was meine eigene Ausbildung betrifft", erklärte Nianzou Kouassi, auf dessen eigenen Wunsch lediglich der Name "Nianzou" auf seinem Trikot mit der Nummer 23 zu lesen ist.
Fußball-Experte Cyril Morin von Eurosport in Paris sieht bei Bayerns Neuzugang keine Grenzen: "Er hat diese Fähigkeit, ein Spiel zu lesen. Dazu ist Kouassi flexibel einsetzbar und bringt bereits jetzt eine enorme Power und Ballsicherheit mit."
Vorschusslorbeeren bekam Nianzou Kouassi auch von seinem Landsmann und einstigem Vorgänger beim FC Bayern, Willy Sagnol. "Kouassi ist ein guter, junger Spieler mit viel Potenzial. Er ist körperlich robust, flexibel einsetzbar und sehr kopfballstark, gerade in der Offensive. Das spricht für ihn", lobte er den Youngster im "Sportbuzzer".
Genau jene Eigenschaften zeichneten auch den ehemaligen Kapitän der französischen Nationalmannschaft, Lilian Thuram, aus, den Nianzou Kouassi seit Kindheitstagen bewundert. "Als ich kleiner war, war mein Vorbild Thuram. Ich habe mir immer seine Videos angeschaut", verriet er.
PSG: Tuchel und Rothen kritisieren Abgang scharf
Trotzdem fand der Wechsel des Top-Talents an die Säbener Straße nicht überall Anklang. Besonders PSG-Coach Tuchel nahm den Abgang seines Schützlings enttäuscht zur Kenntnis.
"Er war wirklich ein Schlüsselspieler, im Alter von 17, 18. Wir haben ihm Vertrauen gegeben, er hat Spielminuten bekommen. Ich kann es nicht verstehen. Ich bin traurig, aber so ist es nun mal", erklärte der ehemalige Trainer von Borussia Dortmund.
In die gleiche Kerbe schlug auch Ex-PSG-Profi Jérôme Rothen im Interview mit "RMC Sport": "Ich verstehe nicht, wie ein Spieler so reagieren kann, nachdem ihm das ganze Jahr lang Vertrauen entgegengebracht wurde. Was ist seine Ausrede? Ich finde das einfach nur skandalös."
Nianzou Kouassi hatte beim französischen Serienmeister eine Verlängerung seines auslaufenden Vertrages ausgeschlagen, um beim FC Bayern den nächsten Schritt in seiner noch jungen Karriere zu machen.
"Ich hatte eine sehr gute Beziehung zum Trainer und bin ihm sehr dankbar. Ich habe mich entschieden, zum FC Bayern zu gehen, weil ich etwas ändern muss und mich weiterentwickeln möchte", kommentierte der 18-Jährige seinen Wechsel.
FC Bayern: Nianzou Kouassi muss sich wohl hinten anstellen
Jedoch wird sich Nianzou Kouassi beim FC Bayern aufgrund des Überangebotes in der Abwehrzentrale ähnlich wie bei PSG wohl erst einmal hinten anstellen müssen. "Die Konkurrenz ist enorm und ich bin nicht ganz sicher, ob der FC Bayern die richtige Wahl war", gibt Fußball-Experte Morin zu bedenken.
Salihamidzic hingegen glaubt fest an den Durchbruch des Verteidigers, der auf lange Sicht in die Fußstapfen von Jérôme Boateng treten soll. "Hansi Flick und sein Trainerteam haben in den letzten Monaten bewiesen, dass sie junge Talente weiterentwickeln können. Wir sind zu hundert Prozent davon überzeugt, dass Tanguy einen guten Weg gehen wird", so der Sportvorstand.
Auch Nianzou Kouassi selbst sieht sich in München an der richtigen Adresse: "Die jungen Spieler, die dieses Jahr gespielt haben, können ein Vorbild für mich sein. Ich hoffe, auch so einen Weg hinzulegen oder sogar besser."
Sollte dem Abwehr-Talent eine ähnliche Entwicklung wie Alphonso Davies und Co. gelingen, wird er dem FC Bayern auch in Zukunft noch viel Freude bereiten.
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