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Salihamidzic und Sané als Fixpunkte: FC Bayern startet eine neue Ära

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Bayern-Sportvorstand Hasan Salihamidzic und Manchester-City-Star Leroy Sané

Fotocredit: Imago

VonTobias Hlusiak
01/07/2020 Am 10:40 | Update 01/07/2020 Am 10:41
@THlus

Der 1. Juli 2020 begründet beim FC Bayern den Start in eine neue Zeitrechnung. Denn eigentlich war das abgeschlossene Spieljahr mehr als eines des Übergangs gedacht, auch wenn es (vorläufig) in einer Meisterschaft mit 13 Punkten Vorsprung endete. Nun stellt sich der Rekordmeister neu auf. Mit Stars wie Leroy Sané auf dem Platz und starken Männern - wie Sportvorstand Hasan Salihamidzic - daneben.

"Das will ich, das wollen wir alle unbedingt."

Hasan Salihamidzic hat das "Mia san mia"-Mantra seines Vereins längst verinnerlicht. Nicht erst seit er vor drei Jahren überraschend die Stelle als Sportdirektor beim FC Bayern antrat. Schon als Spieler hatte er dieses Motto gelebt. Mit vollem Einsatz und Enthusiasmus.

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Deswegen ist es keine Überraschung, wenn der heute 43-Jährige im Interview mit dem "kicker" ganz selbstverständlich darüber redet, im August das Finalturnier der Champions League gewinnen zu wollen. Es ist einfach der Anspruch seines Vereins. Und damit auch sein eigener.

Mit dieser Denke ist Herr Salihamidzic - der zu Beginn seiner Funktionärszeit noch viel zu oft bei seinem Spitznamen Brazzo gerufen wurde - nun also zum zweiten Mal in seiner Karriere an der Säbener Straße durchgestartet.

Als junger Spieler hatten ihm nur wenige einen dauerhaften Kaderplatz im Münchner Starensemble zugetraut. Trotzdem entwickelte sich der gebürtige Bosnier zu einem absoluten Leistungsträger. Irgendwann war er einfach nicht mehr wegzudenken.

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Antritt im neuen Job mit einem Knall

Knapp 20 Jahre später wurde er bei seinem Amtsantritt eher als Übergangslösung wahrgenommen. Nun hat er sich festgespielt. Seit dem 1. Juli 2020 sitzt Hasan Salihamidzic im Vorstand des deutschen Rekordmeisters.

Gemeinsam mit Präsident Herbert Hainer, Karl-Heinz Rummenigge, Jan-Christian Dreesen und dem ebenfalls neu installierten Oliver Kahn gibt er die Richtung des Vereins vor. "Hasan ist ein guter Typ, sehr agil, extrem gut vernetzt. Er tut dem FC Bayern gut", sagt Jörg Wacker, ebenfalls Mitglied im obersten Gremium des Klubs, in der "AZ".

Salihamidzic ist für den sportlichen Bereich zuständig. Spielertransfers und die Planung des Teams fallen dort hinein.

Und pünktlich zum Einstand im neuen Job hat er genau auf diesem Gebiet für ein Ausrufezeichen gesorgt. Seit mehr als einem Jahr hatte er an Leroy Sané herumgebaggert. Der Transfer des deutschen Ausnahmespielers von Manchester City war zu einer Hängepartie geworden.

Nun hat sie Salihamidzic in beeindruckender Manier für sich entschieden. Das zumindest legen die Zahlen nahe, über die Medien länderübergreifend berichten. Demnach hat Bayerns-Verhandlungsführer seinen Wunschtransfer deutlich günstiger in die Tat umgesetzt, als es noch vor einem Jahr möglich schien.

FC Bayern München: Hasan Salihamidzic und Oliver Kahn

Fotocredit: Getty Images

Salihamidzic handelt Preis für Sané herunter

Rund 45 Millionen Euro plus Boni statt der 2019 noch aufgerufenen 120 Millionen Euro überweist man nach Manchester. Auf das Konto des Spielers fließen jährlich 17 Millionen Euro. Das ist - gerade in Corona-Zeiten - immernoch sehr viel Geld. Die Summe liegt aber unter der Ausgangsforderung von über 20 Millionen Euro.

Mit dem Sané-Deal schließt Salihamidzic eine seiner herausforderndsten Aufgaben ab: Den Umbruch nach dem Abgang der Vereinsikonen Franck Ribéry und Arjen Robben. Die Außenbahnen sind nun wieder mehrfach mit Spitzenspielern besetzt.

"Wenn zwei solche Topspieler weggehen, ist es nicht einfach für den Klub, den nächsten Schritt zu machen. Wie es die Mannschaft umgesetzt hat, damit muss man zufrieden sein. Denn gerade auf starken Außenpositionen basiert unser Spiel", weiß Salihamidzic.

Die Herausforderung aber bleibe, "Jahr für Jahr, diese Mannschaft weiter zu ergänzen, zu verstärken, zu entwickeln. Das ist keine leichte Aufgabe. Wir haben jetzt wieder eine Achse, eine Basis, aber man kann sich nicht ausruhen".

Die Unterschriften unter die Wechselpapiere sollen in diesen Tagen erfolgen und dürften dem neuen Sportvorstand intern weiter an Ansehen einbringen.

Leroy Sane

Fotocredit: Getty Images

Sané und Hernández sind Salihamidzics Projekte

Salihamidzic' Transferbilanz war lange als durchwachsen wahrgenommen worden. Langsam aber sicher hat sie sich nun ins Positive verlagert. Mit den starken Leistungen von Leon Goretzka, Benjamin Pavard und nicht zuletzt Durchstarter Alphonso Davies hat auch der 43-Jährige viele Zweifler überzeugt.

"Die Jungs, die in den vergangenen drei Jahren dazukamen, machen es überwiegend sehr gut und haben die Mannschaft verstärkt. Manche haben noch Luft nach oben", sagt er selbst und meint höchstwahrscheinlich Lucas Hernández. Der mit 80 Millionen Euro teuerste Transfer der Vereinsgeschichte kommt bislang noch nicht in Fahrt.

Der französische Weltmeister bleibt damit auch ein persönliches Projekt von Salihamidzic. Der sagt nicht umsonst: "Man verbindet ihn immer mit der hohen Ablöse, aber ich bin sicher, Lucas wird seine Qualitäten voll entfalten und einbringen und wertvoll werden für die Mannschaft. Ich habe volles Vertrauen in ihn."

Salihamidzic weiß, dass er bei seinem hochambitionierten Verein besonders an den großen Transfers, denen mit hohem Investitionsvolumen, gemessen wird. Es sind die Verpflichtungen von Hernández und Sané, die auch über das Wohl und Wehe des neuen Vorstands entscheiden.

Sein Erfolg wird in Titeln gemessen.

"Wir wollen der großen Ära, die Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge geprägt haben, eine neue Ära hinzufügen", kündigte Salihamidzic deshalb unlängst an. Die Grundsteine dafür hat er selbst gelegt.

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