Hasan Salihamidzic braucht eigentlich keinen Aufpasser, aber das interessiert Uli Hoeneß natürlich nicht.

Am Sonntagmittag schaltete sich der Noch-Präsident des FC Bayern München per Telefon persönlich in die TV-Sendung "Doppelpass" bei "Sport1" zu, um für seinen Sportdirektor Partei zu ergreifen:

Bundesliga
"Unverschämt!" Hoeneß mit Wut-Anruf live im TV
11/11/2019 AM 15:12
Ich habe Folgendes auf dem Herzen: Dass große Teile der Runde sich total despektierlich über Hasan Salihamidzic äußern. Ich muss ehrlich sagen: Hasan hat einen guten Job in diesem Jahr gemacht. Ich darf daran erinnern, dass die Transfers von Pavard, Hernández und nicht zuletzt Davies allein auf seinem Mist gewachsen sind, und wir sind glücklich, dass wir mit diesen drei Spielern schon sensationelle Transfers gemacht haben.

Hoeneß schäumt: "Unverschämt!"

Seiner Meinung nach komme der 42-Jährige aber nicht nur in TV-Talkrunden, sondern auch "in der öffentlichen Wahrnehmung total zu schlecht weg. Und ich finde es unverschämt, wie über ihn heute gar nicht gesprochen wurde, so als gebe es ihn gar nicht". Deswegen der Anruf, der am Sonntagnachmittag schon legendär zu nennen war.

Was dabei unterschwellig auch eine Rolle gespielt haben dürfte: Hoeneß würde Salihamidzic gerne befördert sehen. Am Montag wird in einer Aufsichtsratssitzung darüber abgestimmt werden, ob der ehemalige Profi zum derzeit nicht existenten "Vorstands für Lizenzspielerangelegenheiten" aufsteigt. So wie es vor ihm auch Matthias Sammer (2012-2016) war.

Und da hätte Hoeneß gerne bessere Publicity. "Gerade in den letzten Wochen, mit all diesen Entscheidungen, die da zu treffen waren, war er voll integriert und hat einen ganz wesentlichen Beitrag geleistet", keifte der Präsident außerdem noch. Fazit:

Mit dem werden wir beim FC Bayern noch ganz viel Spaß haben.

Salihamidzic steigt auf

Die Beförderung ist dabei eigentlich nur noch Formsache. "Das ist die Sache des Aufsichtsrats und der wird das zu gegebener Zeit mitteilen", hatte Salihamidzic schon selbst am Samstagabend etwas ungelenk mitgeteilt.

Seine eigenen Erfolge wollte er nicht rühmen. "Ich tue das alles nach bestem Wissen und Gewissen", sagte der Sportdirektor: "Ich habe versucht, für den Klub das Beste zu tun. Und wenn man dann in solchen Spielen abliefert, sind das gute Bestätigungen", so sein Fazit nach dem 4:0 über Borussia Dortmund.

Verdient, so sagen die Bayern-Bosse, habe er die Beförderung allemal. "Es gab in den letzten zweieinhalb Jahren einige turbulente Zeiten, die wir doch ganz gut gemeistert haben", sagte dann auch Salihamidzic, "auch mit der letzten Transferphase, in der wir viel Arbeit hatten, aber das gehört auch dazu und das macht Spaß".

Für den Sportvorstandsposten hatte sich der Bosnier Anfang des Jahres selbst in Stellung gebracht. "Die Vereinsverantwortlichen kennen meine Haltung: Wenn sie sich für einen anderen Sportvorstand als mich entscheiden, bin ich nicht mehr der richtige Sportdirektor", hatte er da gesagt.

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