Das Transferfenster ist zu.

Nun hat Bayern-Trainer Hansi Flick seinen Kader zusammen, den er möglichst erfolgreich durch den eng gestrickten Terminkalender manövrieren muss. Dass das nicht einfach ist, haben die beiden Bundesliga-Spiele gegen Hoffenheim (1:4) und Hertha BSC (4:3) gezeigt.

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Im Anschluss legten die Bayern nochmal auf dem Transfermarkt nach. Vier Neue (plus den zunächst für die zweite Mannschaft eingeplanten Tiago Dantas) präsentierte Sportvorstand Hasan Salihamidzic unmittelbar vor Transferschluss.

Flick erklärte daraufhin, dass er nun mit den Verstärkungen sehr zufrieden sei. Doch so richtig mag man es ihm nicht glauben. Mit Callum Hudson-Odoi (FC Chelsea) und Sergino Dest (von Ajax Amsterdam zum FC Barcelona) gingen den Bayern zwei Wunschspieler durch die Lappen.

"Es gibt Transfers, die an den Punkt kommen, an dem man sagen muss: Wir sind ab sofort draußen", sagte Salihamidzic der "Sport Bild" und ergänzte: "Umso wichtiger ist es, dass man Alternativen bzw. alternative Wege von Anfang an mitdenkt."

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Flick zufrieden? "Fragen Sie mich in zwei oder drei Monaten"

Mit sogenannten "Schattenteams" plane der Bosnier die Alternativen, sollte ein Transfer nicht klappen. In diesem Fall hießen die Alternativen Douglas Costa und Bouna Sarr. Auf die Frage, ob Flick mit den Verstärkungen zufrieden sei, antwortete Flick auf der Pressekonferenz vor dem Pokalspiel gegen Düren: "Zufrieden mit den neuen Spielern ist man als Trainer erst dann, wenn sie zu 100 Prozent ihre Leistung abrufen. Da fragen Sie mich mal in zwei oder drei Monaten."

Auch auf mögliche Streitigkeiten mit Salihamidzic im Zuge der Transferplanungen angesprochen, ließ Flick zumindest ein wenig durchblicken. "Es sind Dinge, die immer wieder mal passieren", erklärte Flick und betonte erneut: "Ich habe vorhin gesagt: Ich bin dann zufrieden mit den Neuen, wenn sie 100 Prozent das rausholen, was in ihnen steckt."

Flick sieht Roca als Ergänzungsspieler

Volle Überzeugung von den Neuzugängen sieht anders aus. Auch bei Thiago-Ersatz Marc Roca vermittelte Flick nicht den Eindruck, dass er ihn als echte Verstärkung für die erste Elf einschätze. "Er ist ein Spieler, der einfach eine gute Balance bringen kann, der Ballsicherheit im Spiel bringen kann.

Von daher erwarte ich mir von ihm, dass er da anknüpft", fand der Trainer des Jahres zwar ein paar lobende Worte für Roca, bemerkte aber auch: "Er wird dann hoffentlich immer wieder mal für den einen oder anderen einspringen können und dann, wenn er die Minuten auf dem Platz steht, hoffentlich auch die Leistung abrufen können."

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Dennoch wollte Flick immer wieder unterstreichen, dass er mit den Verstärkungen glücklich sei. "Der erste Eindruck ist sehr positiv", sagte er und wiederholte wenig später mit Blick auf die Belastungssteuerung: "Deswegen bin ich auch froh, dass wir fünf neue Spieler dazubekommen haben."

Flick betonte es so oft, dass es schon fast gezwungen wirkte. Als müsste er sich selbst davon überzeugen. "Ich bin happy. Das habe ich am Sonntag beim Hertha-Spiel schon gesagt, dass ich froh bin, wenn die Transferperiode zu Ende ist. Das ist jetzt so. Also bin ich da einen Tick weiter. Also, ich bin happy", erklärte er zum Ende und schob noch nach "Alles andere ist Vergangenheit und ist nix für Ihre Ohren."

Man wünschte sich, man könnte ihm glauben.

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