Zwei Bayern-Rohdiamanten lassen ihr Potenzial aufblitzen
Publiziert 20/06/2020 um 19:13 GMT+2 Uhr
Der FC Bayern München steht seit dem 32. Bundesliga-Spieltag als Deutscher Meister fest. Die Partie am 33. Spieltag gegen den SC Freiburg (3:1) eröffnete dafür einigen jungen Akteuren eine Einsatzchance. FCB-Trainer Hansi Flick brachte Sarpreet Singh und Michael Cuisance von Beginn an. Eurosport.de hat deren Leistungen vor Ort in der Allianz Arena genauer unter die Lupe genommen.
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Wenn es für den FC Bayern München in der Bundesliga am 33. Spieltag gegen den SC Freiburg eigentlich um nichts mehr geht, weil er ohnehin schon Deutscher Meister ist, schlägt die Stunde für den Nachwuchs.
Trainer Hansi Flick steht mit seinem Namen dafür, die Jugend künftig noch konsequenter einzubauen und verhalf beim souveränen 3:1-Heimsieg vor Geisterkulisse in der Allianz Arena sowohl Sarpreet Singh (21 Jahre alt) zur Premiere in der Startelf als auch Chris Richards (20) und Jamal Musiala (17) zum Debüt im Fußball-Oberhaus. Zudem fand sich Michael Cuisance zum zweiten Mal überhaupt in der ersten Elf.
"Wir machen auf dem Bayern-Campus gute Arbeit. Alle Top-Nachwuchsspieler sind auf einem sehr, sehr guten Weg. Auch wenn der Weg, bei Bayern München regelmäßig zu spielen noch ein weiter ist, wollte ich sie mal belohnen", erklärte Flick seine Hintergedanken. Eurosport.de hat vor allem zwei Youngster vor Ort genauer unter die Lupe genommen und sah Vielversprechendes.
Sarpreet Singh:
Im Training darf sich der Neuseeländer mit indischen Wurzeln regelmäßig beweisen, gegen Freiburg wirbelte der Linksfuß überraschend von Beginn an los - und wie. Die Anfangsphase gehörte "Sarri", wie er von seinen Kollegen gerufen wurde, voll und ganz. Es lief extrem viel über seine linke Seite, die er gemeinsam mit Lucas Hernandez beackerte.
Dabei präsentierte er sich energisch im Zweikampf, behauptete sich gut im Duell mit dem im direkten Vergleich geradezu "bullig" daherkommenden Jonathan Schmid. Schon nach fünf Minuten bekam er für einen gelungenen Pass ein Lob von Thomas Müller ("Gut, Sarri! Braaavo!"). Singhs Körperhaltung wechselte von eher geduckt zu breitschultrig.
Es dauert nicht lange, bis er selbst den Abschluss sucht. In der 13. Minute wird sein gefährlicher Seitfallzieher gerade noch zur Ecke abgefälscht. Beinahe hätte er auch seinen ersten Assist verbucht, Robert Lewandowski rauschte aber knapp an seiner scharfen Hereingabe vorbei.
"Wir wollten gierig sein. Die Jungs sind aktuell sehr heiß und pushen sich gegenseitig. Alle, die ins Team kommen, haben Qualität. Ob das Mika ist (Michael Cuisance, d. Red) oder auch der Sarri", stellte Thomas Müller bei "sky" klar.
So selbstbewusst der 21-Jährige in der Offensive wirkte, so angespannt verhielt er sich dagegen in der eigenen Hälfte. Ein Rückpass auf Ulreich misslang ihm.
Auch Anpassungsprobleme beim Tempo waren ihm anzumerken. Nach dem Seitenwechsel setzte er kaum noch Akzente und wurde schließlich in der 64. Minute ausgewechselt. Wäre die Arena voll besetzt gewesen, hätte er sich da sicher seinen verdienten Applaus abgeholt. Insgesamt war es ein gelungenes Debüt. Singh hat seine Chance genutzt.
Michael Cuisance:
Normalerweise agiert er in der Zentrale, im defensiven oder offensiven Mittelfeld. Gegen Freiburg kam der 20-Jährige dagegen oft über die rechte Angriffsseite - und war sofort im Spiel. In Robben-Manier zog er nach innen und legte sich den Ball auf den starken linken Fuß. Gleichzeitig scheute er sich nicht, auch mal mit rechts zu flanken.
Ein deutlicher Beleg für die hervorragenden technischen Fähigkeiten des Franzosen, der in seiner ersten Bayern-Saison bislang nicht den Durchbruch schaffte.
Cuisance kommt langsam in Fahrt, macht den Mund auf und versucht, wo es geht zu dirigieren. Es war ein starker Auftritt, den er fast mit einem Tor krönte. In der 60. Minute zog er zehn Meter frei vor dem Tor mit Links ab - und verzog völlig.
Bei seiner Auswechslung in der 64. Minute wirkte er wahrscheinlich deshalb auch etwas enttäuscht. Er bekreuzigte sich, klatschte mit Flick ab und wird wohl auch am letzten Spieltag in Wolfsburg noch mal eine Chance in der Startelf bekommen.
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