FC Bayern München | Corona-Pause bringt Zeit für Vertragsgespräche mit Hansi Flick
Publiziert 15/03/2020 um 13:50 GMT+1 Uhr
Für den FC Bayern München bietet die Fußball-Pause eine ausgezeichnete Gelegenheit, die Personalplanungen voranzutreiben. Der Schlüssel ist die Trainerposition. Dabei scheint eine Einigung mit Hansi Flick wieder etwas weiter weg zu sein, als zuletzt gedacht. Für zwei Spieler könnte im Sommer indes Schluss beim deutschen Rekordmeister sein. Eurosport.de gibt einen Überblick.
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Der Druck beim FC Bayern München sei immer hoch, heißt es bekanntlich. Doch in der aufgrund der Corona-Pandemie verhängten Fußball-Zwangspause kühlt eventuell auch der Kessel an der Säbener Straße ein bisschen ab und gibt den Entscheidungsträgern die Gelegenheit, sich der strategischen Planung noch intensiver als sonst zu widmen.
Baustellen gibt es genug. Die wichtigste Personalie ist die des Cheftrainers. Noch ist nicht klar, ob Hansi Flick tatsächlich einen langfristigen Vertrag beim deutschen Rekordmeister unterschreiben wird, obwohl zuletzt alles daraufhin deutete. Laut "kicker" habe es noch keine konkreten Verhandlungen gegeben, zugleich schwappte aus England das Gerücht herüber, ManUnited habe großes Interesse an Flick. Es soll nicht das einzige Angebot sein, das dem 55-Jährigen vorliege.
Flick kokettiert mit anderen Angeboten
Der frühere Assistent von Bundestrainer Joachim Löw kokettiert damit öffentlich, spricht von "mit Sicherheit auch interessanten" Anfragen. Wohlwissend, dass er sich angesichts seiner Erfolgsbilanz mit 18 Siegen aus 21 Spielen in einer starken Position befindet. Losgelöst von den Einflüssen durch die Corona-Krise ist der FCB in allen drei Wettbewerben in einem Favoritenstatus.
Ehrenpräsident Uli Hoeneß hielt sich am Sonntag im "Sport1-Doppelpass" bedeckt, erwähnte lediglich:
Spannend bleibt, inwiefern die Bayern-Verantwortlichen auf die konkreten Forderungen Flicks - beispielsweise die nach einem Veto-Recht bei Transfers - eingehen wollen. Dass es beim Thema Transfers Spannungen geben kann, ist spätestens seit den Vorfällen im Trainingslager in Doha bekannt, als es zwischen Flick und Bald-Vorstand Hasan Salihamidzic knirschte.
Es mag extern wie intern einige überrascht haben, aber Flick ist ein Mann, der nach seinen Vorstellungen rigoros durchgreift. Passt etwas nicht, scheut er sich nicht, Konsequenzen zu ziehen. Bei der TSG 1899 Hoffenheim kündigte er seinen Fünfjahresvertrag nach acht Monaten.
Nun möchte Flick gerne Miroslav Klose, der aktuell die U17 betreut, als seinen Co-Trainer installieren. Doch auch dessen Zukunft ist noch nicht schriftlich fixiert, sein Vertrag gilt nur bis zum 30. Juni.
Und apropos Bayern-Campus: Um den Leiter Jochen Sauer ranken sich Wechsel-Gerüchte, er wird mit Ralf Rangnick in Verbindung gebracht, der wiederum zum AC Mailand wechseln könnte. Beide kennen sich bestens aus gemeinsamen Zeiten bei RB Salzburg. Pikant: Sauers Vertrag läuft auch aus. Es scheint aus Sicht des FC Bayern höchste Zeit, sich mit ihm zusammenzusetzen und umgehend Nägeln mit Köpfen zu machen, sollten beide auch weiterhin erfolgreich zusammenarbeiten wollen. Zuletzt wirkte es, als sei die Durchlässigkeit von Jugend zu Profis wieder deutlich gegeben, was absolut im Sinne des Vereins ist.
Verlängerung wäre ein großes Signal
Herrscht Klarheit mit Flick, wäre das ein deutliches Signal für alle im Verein. Auch für die Führungsspieler Thomas Müller und Manuel Neuer, deren Verträge im Sommer 2021 auslaufen. Mit beiden Spielern möchten die Bayern gerne verlängern, beide sprachen sich bereits klar für einen Verbleib von Flick aus.
Flick spielt den Ball clever zurück. Müller hob er auf ein schon fast vergessenes Niveau zurück, Neuer, der im Sommer Konkurrenz von Alexander Nübel bekommt, stärkt er, wann immer er kann:
Mit David Alaba und Thiago (beide ebenfalls mit Verträgen bis Sommer 2021 ausgestattet) müssen ebenfalls Verhandlungen aufgenommen werden. Alternativen für Javi Martinez und Jérome Boateng soll es künftig dagegen aber sehr wohl geben. Beide können den Verein dem Vernehmen nach bei entsprechenden Angeboten verlassen. Flick verdeutlichte bereits, dass er den Kader durchgehend doppelt besetzen würde, "bei drei Positionen müssen wir nachlegen", merkte er einmal mehr forsch an.
Salihamidzic wird es vernommen haben - und die gewonnene Zeit ohne Ergebnisdruck auf dem Rasen nun nutzen wollen.
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