FC Bayern München - FC Augsburg: Coutinho schwächelt, doch Kovac bleibt stur
Der FC Bayern München lässt beim 2:2 (1:1) in Augsburg zum zweiten Mal in Folge Punkte liegen. Während die Defensive des Rekordmeisters erneut keinen stabilen Eindruck macht und nun auch noch Niklas Süle auszufallen droht, wird sich Niko Kovac wegen Philippe Coutinho und seinen fragwürdigen Rotations-Entscheidungen Kritik gefallen lassen müssen. 3 Dinge, die auffielen.
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1.) Coutinho ein Schatten, doch Kovac bleibt stur
Wer in den ersten 50 Minuten in der WWK Arena nach Philippe Coutinho Ausschau hielt, der musste auf dem Platz schon etwas genauer hinsehen. Viel zu sehen war von der Nummer Zehn des FC Bayern München im Derby beim FC Augsburg nämlich nicht.
Schlappe 23 Ballaktionen konnte der Brasilianer im ersten Spielabschnitt vorweisen, die Bindung zum Spiel fehlte völlig. Szenen, wie in der 48. Minute, als Coutinho einen Pass über zwei Meter mindestens genausoweit an Javi Martínez vorbeispielte, gab es an diesem Samstagnachmittag zu viele.
Kein Vergleich zu den auffälligen Auftritten vor der Länderspielpause. Dennoch ließ Trainer Niko Kovac Coutinho bis zur 80. Minute auf dem Feld.
Zwar steigerte sich die Leihgabe des FC Barcelona nach dem 2:1-Führungstreffer von Serge Gnabry (49.) und hatte in der 52. Minute sogar den dritten Treffer aus dem Fuß, dennoch war das stoische Festhalten des Trainers am feinen Techniker durchaus überraschend.
Vor allem, da Thomas Müller, der seinem Ärger über zu wenig Einsatzzeit zuletzt öffentlich Luft gemacht und mit Wechselgedanken kokettiert hatte, wieder auf der Bank schmorte.
Eigentlich die perfekte Situation, um dem Bayern-Urgestein Spielzeit zu geben und ihn zu besänftigen. Nicht wenige hatten gar mit einem Startelf-Einsatz des 30-Jährigen gerechnet. Doch Kovac ließ die Rotations-Maschine aus, gönnte Müller nur zehn Minuten.
Im Nachhinein tat sich der Kroate damit keinen Gefallen, denn die Münchner gaben das Spiel in der Nachspielzeit (90.+1, Alfred Finnbogason) noch aus der Hand und ließen beim 2:2 (1:1) erneut Punkte liegen.
Das Streitthema Rotation wird Kovac in den kommenden Wochen sicher weiter begleiten.
2.) Bayerns Defensive wird zum Sorgenkind
Das vierte Pflichtspiel in Folge zwei Gegentore kassiert, bereits zehn Gegentreffer nach dem 8. Spieltag. Langsam aber sicher entwickelt sich die Defensive des FC Bayern zum Sorgenkind.
Auch in Augsburg kosteten Unachtsamkeiten wie vor dem 0:1 durch Marco Richter nach gerade einmal 32 Sekunden und ein individueller Fehler von Lucas Hernández vor dem späten Ausgleich den Sieg.
"Das waren heute zwei Schüsse und zwei Gegentore. Das geht nicht, das ärgert mich", schimpfte Niko Kovac nach Abpfiff bei "Sky":
Als wären die Sorgenfalten beim Bayern-Trainer nicht schon groß genug, verletzte sich in der 9. Minute auch noch Abwehrchef Niklas Süle am Knie und musste ausgewechselt werden.
"Was ich gehört habe ist, dass das Kreuzband beschädigt ist", teilte Kovac auf der Pressekonferenz mit. Zwar sind die schlimmen Befürchtungen noch nicht offiziell bestätigt, doch der FCB wird sich wohl auf einen längeren Ausfall des Nationalspielers einstellen müssen.
3.) Koubek mit beeindruckender Antwort an die Kritiker
Was war vor dem großen Duell gegen den FC Bayern nicht alles über Tomás Koubek geschrieben worden. Transfer-Flop, Übergewicht, schlechtester Keeper der Liga.
Doch Martin Schmidt hielt trotz großer Unsicherheiten in den vergangenen Wochen an seinem Keeper fest - und wurde dafür belohnt!
Gegen die Treffer von Robert Lewandowski (14.) und Gnabry machtlos, wuchs der Tscheche in der zweiten Halbzeit über sich hinaus, hielt Augsburg unter anderem gegen Coutinho (52.) und Kingsley Coman (54.) im Spiel und legte dadurch den Grundstein für den Coup.
"Koubek war in der zweiten Halbzeit mein Man of the Match", lobte Schmidt folgerichtig. Auch Rani Khedira zeigte sich von der Leistung des Schlussmanns begeistert:
Sechs Paraden standen am Ende für den Neuzugang von Stades Rennes auf dem Arbeitspapier. Eine bessere Antwort hätte Koubek seinen Kritikern nicht geben können.
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