FC Bayern München: Oliver Kahn erklärt seinen Job im Vorstand des Rekordmeisters

Oliver Kahn ist seit Januar Vorstandsmitglied beim FC Bayern. Seitdem wählte er seine öffentlichen Auftritte mit Bedacht. Nun erklärte der 50-Jährige im Podcast "kicker meets DAZN" erstmals ausführlich seine derzeitigen Aufgaben und wie er den Rekordmeister in Zukunft führen möchte. Dabei wurde klar: Der Sportler Oliver Kahn ist Vergangenheit. Der "Titan" sieht sich längst als Geschäftsmann.

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Viel war nicht zu sehen von Oliver Kahn in den vergangenen Wochen.
Das neue Vorstandsmitglied des FC Bayern machte sich rar, trat nur hier und da öffentlich in Erscheinung. So geschehen beim oft besprochenen Spiel des FC Bayern in Hoffenheim. Dort verließ der 50-Jährige nach den Fan-Protesten seinen Platz auf der Tribüne und eilte in die Kurve, um für Ruhe zu sorgen.
Eine Woche später meldete er sich im Vereinsmagazin "51" zu Wort - seine erste Boss-Ansage. Kahn ermahnte die Spieler zur Konzentration im anstehenden Titelkampf in Meisterschaft und Champions League.
"Wir müssen das Level hochhalten, weil jedes Spiel entscheidend ist", redete der ehemalige Nationaltorwart den Bayern-Stars ins Gewissen. Man könne sich "keinen Ausrutscher erlauben". Ein echter Kahn.

"Was macht eigentlich jetzt der Oliver Kahn hier?"

Nicht wenige hatten erwartet, den Bayern-Chef-Azubi deutlich häufiger in der Öffentlichkeit zu sehen. Doch Kahn handelt kalkuliert und folgt einem übergeordneten Plan. Für ihn ist sein Engagement beim FC Bayern ein Marathon, kein Sprint.
"Ich habe die Mannschaft Anfang Januar im Trainingslager besucht und mich dort vorgestellt, einfach erklärt, was ich hier jetzt so mache", verriet er nun im Podcast "kicker meets DAZN". Ganz einfach, weil er sich vorstellen konnte, dass es Fragen zu seiner "neugeschaffenen Rolle geben könnte. Ganz nach dem Motto: 'Was macht eigentlich jetzt der Oliver Kahn hier?'"
Viel zugehört hat Kahn seitdem, in Einzelgesprächen und Workshops seinen Verein auf Herz und Nieren abgeklopft. Aus einem einfachen Grund:

Kaffeetrinken hält Kahn für "nicht zielführend"

Kahn nimmt seine Aufgabe sehr ernst. Vom ersten Tag an. Es ginge nicht darum, mit den einzelnen Mitarbeitern "einen Kaffee zu trinken und zu fragen 'Wie läuft's bei euch so? Ja, gut' - und dann gehen wir alle wieder heim'". Das sei nicht zielführend.
Vielmehr will Kahn den Verein fühlen, Informationen aufsaugen und bestens gerüstet sein, wenn er dann endgültig in den Chefsessel rutscht. Am 1. Januar 2022 wird dies der Fall sein. Kahn wird dann zum Vorstandsvorsitzenden, weil Karl-Heinz Rummenigge sich dann zurückzieht.
Die Mia-san-mia-DNA des aktuellen Meisters kennt der ehemalige Bayern-Torwart aus dem Effeff. Auch viele Mitarbeiter sind ihm nach wie vor bekannt. Trotzdem hat sich der Klub seit Kahns Karriereende im Jahr 2008 weiterentwickelt. Besonders in Sachen Mitarbeiter- und Mitgliederanzahl, aber auch bei der "Umsatzentwicklung", wie der 50-Jährige bemerkt. Da müsse er vorsichtig sein.

Kahn bekräftigt: "Das alleine reicht heute nicht mehr"

Der "Titan" weiß, dass seine neue Rolle ganz andere Fähigkeiten von ihm verlangt, als die, für die er während seiner aktiven Zeit als Bayern-Profi bekannt war. Schwer falle ihm diese Umstellung nicht, bemerkt er fast lapidar und führt aus, im Grunde habe er "in den vergangenen zehn Jahren nichts anderes gemacht, als eigene Unternehmen aufzubauen oder mich an dem ein oder anderen zu beteiligen". Für den neuen Bayern-Vorstand ist das ohnehin eine Grundvoraussetzung:
Gemeinsam mit seinem ehemaligen Mitspieler, dem heutigen Sportdirektor Hasan Salihamidzic, will Kahn den großen Tanker FC Bayern auch in Zukunft in ruhigem Fahrwasser durch die wilde Fußball-Welt lenken. Dabei strebt er eine klare Aufgabenteilung an. "Brazzo" ist für den sportlichen Bereich zuständig, Kahn hält die Zügel in der Hand, mit besonderem Auge auf den finanziellen Aspekt.
"Der Zweck des Vereins FC Bayern München ist es, seinen Fans immer wieder attraktiven Fußball auf absolutem Weltklasseniveau anzubieten", beschreibt er. Und weiter: "Aber dafür muss man die höchsten finanziellen Voraussetzungen schaffen. Nichtsdestotrotz bin ich mir natürlich im Klaren darüber, dass letztendlich die Grundlage beim FC Bayern der sportliche Erfolg ist."
Diesen will Kahn auch in Zukunft garantieren. Er mache sich Gedanken darüber, welche Hebel er dafür in Bewegung setzen müsse.

Bayern-Präsident Hainer lobt Kahn

Herbert Hainer hat sich bereits als Kahn-Fan geoutet. Der Bayern-Präsident sagte im vereinseigenen Magazin "51":
Der Rekordmeister scheint mit dem Geschäftsmann Kahn einen guten Fang gemacht zu haben...
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