Am Freitag wehte bereits ein Hauch von neuer Spielzeit über die Säbener Straße.

Premier League
Klopp will einen schlanken Kader: Wieso Liverpool so zaghaft auf Transfers anspringt
26/07/2020 AM 14:57

Beim Kleingruppentraining des FC Bayern München stießen erstmals die Neuzugänge Leroy Sané, Tanguy Nianzou Kouassi, Alexander Nübel und Adrian Fein zu den Profis. Sané nahm sogleich Tuchfühlung mit Robert Lewandowski auf, den er in der kommenden Spielzeit mit Vorlagen füttern soll.

Nianzou Kouassi suchte die Nähe zu Landsmann Benjamin Pavard, Nübel traf erstmals auf Platzhirsch Manuel Neuer. Fein dagegen begrüßte alte Bekannte - der U21-Nationalspieler kickte schließlich schon bis 2018 für die Nachwuchsmannschaften der Bayern.

Leihverträge verlängert, zwei Youngster verabschiedet

In der am 7. August re-startenden Champions League ist das Quartett bekanntlich noch nicht spielberechtigt; da muss es noch der "alte" Kader reißen.

Zu diesem gehören dann auch noch die Leihspieler Ivan Perisic (Inter Mailand), Philippe Coutinho (FC Barcelona) und Álvaro Odriozola (Real Madrid) - ihre Verträge wurden bis Ende August verlängert; die Königsklasse wird jedoch für alle drei höchstwahrscheinlich zur Abschiedstournee im Trikot der Bayern. Nur bei Perisic scheint das letzte Wort noch nicht gesprochen.

Neben Lars Lukas Mai (per Leihe zum SV Darmstadt 98) und Franck Evina (Hannover 96, zuletzt an KFC Uerdingen ausgeliehen) werden die Bayern aber vermutlich noch weitere Spiele verlassen. Ein gutes halbes Dutzend Profis trägt sich aktuell zumindest latent mit Wechselgedanken, nimmt diese mit in die heiße Phase der Champions League.

"Einen Summer Sale wird es trotz Corona beim FC Bayern nicht geben", behauptete Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge zwar am Donnerstag trotzig. Der ein oder andere könnte aber noch auf einen Wechsel pochen.

Der Stand bei David Alaba, Thiago, Kingsley Coman und Co.

David Alaba (Vertrag bis 2021)

Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge machte Alaba-Berater Pini Zahavi und dessen Vater George am Donnerstag öffentlich klar, dass sie in Sachen Gehaltsforderungen abrüsten müssen - sonst droht die Scheidung zwischen Klub und Spieler. Der Ball liege nun auf der Alaba-Seite, sagte Rummenigge, erhöhte so den Verhandlungsdruck.

Alabas Problem: Offenbar beißt kein Top-Klub so richtig an. Zudem müssten sich ein anderer Klub und Bayern dann erst noch auf eine Ablöse einigen (Vertrag bis 2021). Kein gutes Faustpfand für den Österreicher, der seit 2008 für Bayern spielt und auch bleiben soll. "Wir wollen verlängern", sagte Rummenigge klar.

Tendenz: Alaba wird einlenken und verlängern

QUIZ: Kennst du alle Europa-League-Sieger seit 1992/93?

Thiago Alcántara (Vertrag bis 2021)

Die Geschichte aus dem Umfeld der Bayern erzählt sich so: Eigentlich war alles klar zwischen Verein und Spieler, sogar ein Termin zur Vertragsunterschrift anberaumt - den Thiago dann kurzfristig doch nicht wahrnahm. Bei Bayern reagierte man verschnupft; Thiago, so sagte es Rummenigge, habe sich offenbar anders entschieden. Bayern tappt seither ein wenig im Dunkeln.

Laut der "Abendzeitung" hat sich der 29-Jährige in den letzten Spielen aber schon von Schiedsrichtern und DFL-Offiziellen verabschiedet. Laut "Bild" ist sich Thiago mit dem FC Liverpool weitestgehend einig. Ein offizielles Angebot liegt den Münchnern nach deren Aussage aber nicht vor. Liverpool mit Trainer Jürgen Klopp wagt sich noch nicht so recht aus der Deckung.

Tendenz: Thiago wird wechseln, Liverpool ist ein heißer Tipp

Thiago spielt seit 2013 beim FC Bayern München

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Javi Martínez (Vertrag bis 2021)

2012 als Top-Transfer geholt, hat der 31 Jahre alte Spanier sich in acht Jahren vollends bezahlt gemacht - und viele Körner verbraucht. Kommt er mit einem Verein, der eine Ablöse um die zehn Millionen Euro bezahlt, wird ihn Bayern gehen lassen.

Viele Perspektiven hat Martínez im Flick-Kader nicht mehr - mit Nianzou Kouassi und Fein gibt es bereits potenzielle Nachfolger. Athletic Bilbao ist interessiert, Martínez liebäugelt zudem mit der MLS.

Tendenz: Martínez wird gehen

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Jérôme Boateng (Vertrag bis 2021)

2019/20 wieder vollends fit und zum Stammspieler mutiert - Boateng wird auch in der Champions League noch voll mitmischen. Zur kommenden Saison ändern sich aber die Vorzeichen: Dann ist Niklas Süle wieder voll als rechter Innenverteidiger eingeplant.

Pavard meldet dort ebenso Ansprüche an, auch der junge Nianzou Kouassi mischt im Poker um Einsatzzeiten mit. Von unten drängt zudem Chris Richards (20) nach. Zeit also für Boateng, den Bayern Lebewohl zu sagen?

Das Problem für den Abwehrspieler: Der 31-Jährige würde gerne seinen letzten lukrativen Profi-Vertrag unterschreiben, da stören die Tatsachen, dass Bayern 2020 noch Ablöse verlangen darf und die anderen Vereine in Corona-Zeiten eher konservativ auf dem Transfermarkt aktiv sind.

Tendenz: offen

Jérôme Boateng

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Sven Ulreich (Vertrag bis 2021)

Der 31-Jährige hat selbst angekündigt, sich nach einem Verein umzusehen. Ulreich schließt aber auch nicht aus, in München zu bleiben und - zumindest für ein Jahr - mit Nübel um die Backup-Rolle für Neuer zu konkurrieren. Aktuell gibt es keine Gerüchte über einen neuen Klub für den Ex-Stuttgarter.

Tendenz: offen

QUIZ: Kennst du alle Welttorhüter seit 1987?

Corentin Tolisso (Vertrag bis 2022)

Nach Martínez und vor Lucas Hernández (80 Mio.) mit 41,5 Millionen Euro der Rekordtransfer der Bayern - doch Weltmeister Tolisso fand im Münchner Mittelfeld nie richtig Halt.

Von Verletzungen zurückgeworfen, überholten ihn andere - Joshua Kimmich und Leon Goretzka sind mittlerweile in der Bayern-Zentrale gesetzt. Tolisso könnte deshalb nach Luftveränderung streben, Manchester United gilt als zaghaft interessiert. Den 25-Jährigen gibt's jedoch nicht zum "Summer Sale"-Preis.

"Er ist ein hervorragender Fußballer und tut uns gut", sagte Flick am Sonntag "Wir hoffen, dass er wieder schmerzfrei trainieren und wieder spielen kann. Und dann schauen wir weiter."

Tendenz: Tolisso geht nur, wenn ein neuer Klub eine zufriedenstellende Ablöse zahlt

Unter Hansi Flick selten gefragt: Corentin Tolisso

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Kingsley Coman (Vertrag bis 2023)

Der Franzose ist eigentlich fest eingeplant und soll mit Leroy Sané und Serge Gnabry weiter auf den Bayern-Flügeln wirbeln. Der Sané-Transfer könnte den 24-Jährigen, der sich selbst eigentlich als legitimen Nachfolger von Franck Ribéry gesehen hatte, jedoch verstimmt haben.

Da passt es, dass es im Blätterwald gerade ein wenig raschelt und Manchester United sowie Manchester City Interesse am Flügelflitzer nachgesagt werden.

Comans Saison war mit "nur" 14 Torbeteiligungen in 35 Einsätzen nicht gerade brillant - angesichts seines Vertrags bis 2023 besteht für die Bayern aber keinerlei Anlass, ihn ziehen zu lassen.

Tendenz: Coman bleibt

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