FC Bayern: Was der Transfer von Álvaro Odriozola für die Bayern-Abwehr bedeutet

Hansi Flick hat Neuzugänge beim FC Bayern München gefordert und wurde von seinem Sportdirektor Hasan Salihamidzic erhört. Mit Álvaro Odriozola bekam der Trainer einen Rechtsverteidiger von Real Madrid, der dem Rekordmeister sofort weiterhelfen soll. Doch was bedeutet der Transfer für die Verteidigungsreihe des Rekordmeisters genau? Wer sind die Gewinner und Verlierer des Deals?

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"Am liebsten", sagte Álvaro Odriozola bei seiner Vorstellung am Mittwoch-Nachmittag, "würde ich schon gegen Schalke 04 (Samstag ab 18:30 Uhr im Liveticker auf Eurosport.de) spielen." Hört sich nach einem forschen Plan an, könnte aber genau so passieren.
Der 24-Jährige steht voll im Saft, kommt mitten aus dem madrilenischen Training, ist konditionell auf der Höhe. Einzig die Spielzeit bei den Königlichen entsprach nicht den Vorstellungen des Mannes, der im Sommer 2020 unbedingt bei der Europameisterschaft zum spanischen Nationalkader gehören will.
Gut also, dass Odriozola mit dem FC Bayern kurzfristig bis Saisonende einen neuen Verein gefunden hat, der sich a) auf dem gleichen Niveau wie Real Madrid befindet und b) Bedarf auf der rechten Verteidigungsseite hat.

Verletzungssorgen prägen Bayern-Saison

Die Hinrunde des deutschen Rekordmeisters ist geprägt von Verletzungssorgen - vor allem im Defensivverbund. Mit Niklas Süle (Kreuzbandriss) und Lucas Hernández (Innenbandriss im Sprunggelenk) fehlen und fehlten zwei Abwehrstützen langfristig. Süle befindet sich noch immer in Reha, wird frühestens Anfang Mai zurückerwartet. Rekordtransfer Hernández ist seit wenigen Tagen wieder im Mannschaftstraining.
Die Folge: In der Hinrunde avancierte der nominelle Linksverteidiger David Alaba zum Chef in der Innenverteidigung, Alphonso Davies wurde vom Flügelstürmer zum Linksverteidiger umfunktioniert, während Weltmeister Benjamin Pavard (eigentlich für die Innenverteidigung eingeplant) zumeist auf der rechten Abwehrseite aushelfen musste, damit Joshua Kimmich im defensiven Mittelfeld die Strippen ziehen konnte.

Kimmich muss auf die Sechs

Letzteres ist Flick besonders wichtig. Der 54-Jährige sieht den deutschen Nationalspieler wie im DFB-Team in der zentralen Rolle im Mittelfeld. Damit er diese dauerhaft einnehmen kann, brauchte der FCB einen Rechtsverteidiger, den er mit Odriozola nun gefunden hat - zumindest bis Saisonende.
Pavard kann so auf die von ihm favorisierte Innenverteidigung rücken und dort Partner von Alaba oder Jérôme Boateng werden. Letztgenannter ist zwar auf dieser Position groß geworden, wird aber mit hoher Wahrscheinlichkeit wieder ins zweite Glied rücken müssen.
Der Grund ist einfach: Auf der linken Abwehrseite kann der junge Kanadier Davies ob seiner überragenden Leistungen aktuell nicht aus dem Team genommen werden. Für Alaba in der Mitte gilt dasselbe. Und dann ist da ja noch die zeitnahe Rückkehr von 80-Millionen-Mann Hernández.

Startelf für Hernández? Kein Selbstläufer

Auch der Spanier muss sich seinen Platz im Team erst wieder verdienen. Ein Selbstläufer wird eine Rückkehr in die Startelf jedenfalls nicht - vielmehr wird es auf einen Zweikampf zwischen ihm und Pavard in der Innenverteidigung hinauslaufen.
Doch was passiert eigentlich, wenn Abwehrchef Süle komplett genesen wieder ins Team drängt? Dann könnte es für Flick durchaus kompliziert werden. Der deutsche Nationalspieler dürfte im komplett fitten Zustand gesetzt, Hernández rein qualitativ der logische Nebenmann sein.
Auf der linken Seite müsste dann Alaba zurück auf seine angestammte Position rücken, während rechts Odriozola mit Pavard um den Stammplatz kämpft. Ein Szenario, in dem Davies als großer Verlierer dastehen würde. Von Boateng ganz zu schweigen.
Wie auch immer: Flick wird sich seine Gedanken machen und am Ende die für ihn sinnigste Formation starten lassen. Ob Odriozola überhaupt kurzfristig in die Startformation rückt, ist nicht gesagt. Schließlich hatte der Spanier auch bei den Königlichen Probleme, sich dauerhaft gegen Dani Carvajal durchzusetzen.
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