Hummels, Boateng, Müller: Hatte Joachim Löw doch Recht, FC Bayern?

Im März 2019 schlug die Degradierung von Mats Hummels, Jérôme Boateng und Thomas Müller aus der Nationalmannschaft hohe Wellen. Der FC Bayern echauffierte sich öffentlichkeitswirksam über den Umgang des Bundestrainers mit den eigenen Spielern. Gut ein halbes Jahr später spielen genau diese Spieler auch in München kaum mehr eine Rolle. Hatte Jogi Löw also doch den richtigen Riecher?

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Im März strich Bundestrainer Joachim Löw mit Mats Hummels, Jérôme Boateng und Thomas drei Spieler des FC Bayern München aus dem Kader der Nationalmannschaft.
Ein Schritt, der klar machte: Der DFB meint es nach der völlig verkorksten WM 2018 in Russland ernst – der vielbeschriebene Umbruch beginnt und macht auch nicht Halt vor den absoluten Topstars.

Rummenigge damals mit deutlichen Worten Richtung Löw

Nichtsdestotrotz sorgte die Degradierung dreier Weltmeister und langjähriger Leistungsträger deutschlandweit für Aufsehen, Diskussionen und teilweise sogar Empörung. Im Lager des FC Bayern zum Beispiel, der sich in Person von Karl-Heinz Rummenigge selbstverständlich schützend hinter die eigenen Spieler stellte:
Zudem seien die drei Spieler "nicht gerade das, was ich als altes Eisen bezeichnen würde", gab der Vorstandsvorsitzende der FC Bayern zu Protokoll und kündigte an: "Thomas, Mats und Jérome werden sich von dieser Entscheidung nicht irritieren lassen. Ich denke vielmehr, dass es eine Woche wird, in der unsere drei Spieler zeigen werden, welche Qualität in ihnen steckt."

Löw bleibt stur bei seiner Entscheidung

Doch Fußball ist ein schnelllebiges Geschäft. Ein knappes halbes Jahr später ist Hummels verkauft (BVB), Müller hat einen Stammplatz auf der Ersatzbank und Boateng wurde öffentlichkeitswirksam nahegelegt, sich einen neuen Verein zu suchen (Uli Hoeneß). Hatte Löw also doch recht?
Fakt ist: Der DFB macht in Sachen Umbruch Nägel mit Köpfen. Die Entscheidung, drei langjährige Säulen des Erfolges zu kippen, war radikal und scheint nach wie vor unumstößlich.
Das machte Löw nach seiner Ankunft in Dortmund, wo am Mittwoch gegen Argentinien getestet wird (ab 20:30 Uhr im Liveticker), noch einmal deutlich: "Wir gehen unseren Weg mit den jungen Spielern, es gibt keine Veranlassung, den Mats (Hummels, Anm. d. Red.) zu nominieren", sagte der Bundestrainer angesprochen auf die Absagenflut einiger Leistungsträger (u.a. Matthias Ginter, Timo Werner, Ilkay Gündogan, Toni Kroos, Jonas Hector). Dass für Müller und Boateng selbiges gilt, darf angenommen werden.

Hummels überzeugt noch im Verein

Ein wenig verwundert es dennoch dieser Tage, dass angesichts der Personalnot beim DFB keine Empfehlungen aus der Münchner Chefetage kommen. Vielleicht hat man aber auch erkannt, dass Boateng und Müller nicht die richtigen Spieler sind, die eine im Umbruch befindliche Mannschaft weiterbringen.
Auch die Bayern befinden sich aktuell in einem solchen Umbruch. Das Gesicht des Teams soll nach Jahren der "Robbery"-Herrschaft nach und nach angepasst, der Kader nachhaltig verjüngt werden.
Auf den Flügeln laufen deshalb Kingsley Coman und Serge Gnabry Publikumsliebling Müller den Rang ab, in der Zentrale setzt Kovac auf Coutinho und auch auf jüngere Spieler wie Leon Goretzka oder Corentin Tolisso.
Ein ähnliches Bild zeichnet sich im Abwehrverbund, wo ebenfalls frische, junge Leute Verantwortung übernehmen sollen. Sportlich ist Boateng auf seiner Position hinter Niklas Süle und den Neuzugängen Lucas Hernández und Benjamin Pavard nur noch Innenverteidiger Nummer vier.

Reus äußert sich pro Hummels

Derzeit ließen sich wohl einzig beim ehemaligen Münchner Hummels Argumente für ein Nationalmannschafts-Comeback finden. Der 30-Jährige überzeugte nach seiner Rückkehr zum BVB sportlich, ist Abwehrchef und Leader.
Sein Teamkollege beim BVB, Marco Reus, machte sich vorsichtig stark für eine Rückkehr des Verteidigers: "Aufgrund seiner Leistungen ist er immer herzlich willkommen und würde jede Mannschaft stärker machen. Aber ich bin nicht in der Position, das zu entscheiden."
Selbiges denkt man sich anscheinend auch beim FC Bayern. Vor allem deshalb, weil Hummels nicht mehr in München spielt und man Müller und Boateng mehr oder weniger selber die Gelegenheit verbaut hat, sich zurück in die Landesauswahl zu spielen.
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