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Ivan Perisic bei den Bayern: Wo ordnet sich der Neuzugang ein?
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Publiziert 13/08/2019 um 17:05 GMT+2 Uhr
Mit Ivan Perisic reagiert der FC Bayern München auf die Abgänge von Arjen Robben und Franck Ribéry sowie die Verletzung von Wunschspieler Leroy Sané. Der Kroate ist erfahren genug, um den Bayern sofort helfen zu können. Doch auch wenn Niko Kovac Vergleiche zu Stefan Effenberg zieht, bleiben Zweifel. Denn Perisic ist eher eine Verpflichtung in die Breite des Kaders als in die Spitze.
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"Es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis Ivan Perisic seine Unterschrift unter einen Leihvertrag mit dem FC Bayern setzt", erklärte Niko Kovac den kritisch dreinblickenden Journalisten nach dem 3:1-Sieg über Cottbus im DFB-Pokal - und hatte dabei wohl ein wenig geflunkert.
Laut Pressemitteilung des FC Bayern vom Dienstag hatte der Kroate nämlich bereits am Montag im Anschluss an den bestandenen Medizin-Check seine Vertragsunterschrift an der Säbener Straße geleistet. Der 30-Jährige kommt leihweise für kolportierte fünf Millionen Euro Gebühr bis Saisonende von Inter Mailand, die Bayern können ihn zur nächsten Saison jedoch per Kaufoption fest verpflichten. 20 bis 25 Millionen soll dies kosten. Laut Medienberichten teilen sich beide Vereine das Gehalt zu je knapp fünf Millionen.
Wegen Perisic: Kovac im Verteidigungsmodus
Rein wirtschaftlich ist wenig gegen den Deal einzuwenden; ein Vize-Weltmeister mit Bundesliga-Knowhow, der die Bayern auf der nach den Abgängen von Arjen Robben und Franck Ribéry personell doch eher engen Flügelposition unterstützt - es geht schlechter.
Und dennoch war Kovac am Montagabend einmal mehr im Verteidigungsmodus. Weil Perisic nach dem offensichtlich nicht realisierbaren Transfer von Callum Hudson-Odoi (FC Chelsea) und der Kreuzbandverletzung von Leroy Sané (Manchester City) nicht gerade als A-Lösung bei den Bayern gilt.
"Jetzt kriegst du den einen nicht, dann den anderen nicht. Dann hast du womöglich eine XY-Lösung. Ich finde, das ist nicht schön. Man macht hier einen Spieler schlecht", sagte Kovac also in Cottbus, als Perisic offiziell noch gar nicht sein Spieler war. Und forderte: "Man kann nicht über eine B-, C- oder D-Lösung sprechen. Jeder Spieler hat den gleichen Respekt verdient. Da müssen wir uns alle mal hinterfragen."
Ivan Perisic: Willkommene Alternative für Kovac
Dass Perisic bei Inter Mailand, zuletzt nicht gerade Champions-League-Inventar, offensichtlich überzählig war, spielt für Kovac dabei nur eine untergeordnete Rolle.
Für den Bayern-Trainer ist der 30 Jahre alte Landsmann, den er noch aus gemeinsamen Tagen in der kroatischen Nationalmannschaft kennt, in erster Linie eine willkommene Alternative zu Kingsley Coman und Serge Gnabry. Da beide Flügelstürmer recht verletzungsanfällig sind, war eine weitere Option dringend notwendig.
"Ivan wird uns mit seiner langjährigen Erfahrung auf internationalem Top-Niveau sofort weiterhelfen", frohlockte Sportdirektor Hasan Salihamidzic am Dienstag und zählte Perisics Vorzüge auf:
Lob von den Bald-Teamkollegen
Am wohlsten fühlt sich der 1,87-Meter-Mann auf der linken Außenbahn, kann aber auch rechts agieren.
Für Inter stand Perisic 141 Mal in der Serie A auf dem Feld - wobei er zwei Saisons mit 22 Scorerpunkten zuletzt eine dürftigere mit nur acht Toren und vier Vorlagen folgen ließ. Hinzukommt Bundesliga-Expertise aus Wolfsburger (2011 bis 2013) und Dortmunder (2013 bis 2015) Tagen.
In der Champions League stand er dagegen "erst" 17-mal auf dem Platz, mit mickriger Ausbeute: lediglich ein Tor aus Dortmunder Tagen steht hier zu Buche. Besser liest sich seine Ausbeute als Nationalspieler: 82 Einsätze, 23 Tore. Seit 2018 mit Prädikat "Vize-Weltmeister".
"Er ist ein Spieler, der viel Erfahrung mitbringt, er ist sehr kopfballstark und beidfüßig", fasste David Alaba die Stärken von Perisic treffend zusammen: "Er wird uns weiterhelfen und weiß, wie man auf höchstem Level spielt."
Die Zweifel bleiben
Dennoch bleibt ein Fragezeichen hinter Perisic. Mit 30 Jahren ist er nicht mehr der Jüngste und auch nicht mehr der Schnellste.
So bringe Perisic "nicht ganz die Schnelligkeit mitbringt, die Kingsley Coman oder Leroy Sané auszeichnen, um im Eins-gegen-Eins an einem Gegenspieler regelmäßig vorbeizuziehen", schrieb Matthäus in seiner "Sky"-Kolumne.
Ein Vorwurf, den Kovac nicht gelten lassen will. "Stefan Effenberg ist damals auch mit 30 gekommen und hat dann die Champions League geholt", verteidigte der Bayern-Trainer seinen Neuen:
Einen Nachweis, den Perisic jetzt erbringen muss.
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