DFB-Pokal: Drei Dinge, die beim Bayern-Sieg in Cottbus auffielen
Der FC Bayern München hat die Pflichtaufgabe Energie Cottbus in der ersten DFB-Pokal-Runde seriös abgehandelt und steht nach dem 3:1 (1:0)-Erfolg in der zweiten Runde. Eine Glanzleistung lieferte der Rekordmeister aber nicht ab – dem Sieg ging harte Arbeit voraus, was vor allem an leidenschaftlichen Cottbussern lag. Wirklich überzeugen konnte auf Münchner Seite nur Kingsley Coman. Was auffiel.
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1. Nix weißes Ballett
Der FC Bayern ganz in weiß. Fußball-Romantiker denken da sicher an glorreiche Zeiten mit Akteuren wie Michael Ballack, Willy Sagnol oder Bixente Lizarazu im Münchner Dress zurück – natürlich abgespeichert unter dem allseits bekannten "weißen Ballett“.
Das DFB-Pokal-Spiel der Bayern in Cottbus (3:1) hatte jedoch wenig mit der Leichtigkeit und Unbeschwertheit von Balletttänzern zu tun – Bayern musste sich den Einzug in die zweite Runde beim Regionalligisten erkämpfen.
"Wir haben ja schon in den letzten Tagen gesehen, wie schwer es für die Bundesligisten ist, in der ersten Pokalrunde weiterzukommen", analysierte Trainer Niko Kovac in der "ARD".
Gerade in der ersten Halbzeit hatten die Münchner zwar knapp 80 Prozent Ballbesitz, zwingende Offensivaktionen blieben aber Mangelware. Kovac monierte:
Insgeamt wirkte der Auftritt der Bayern etwas behäbig. Die entscheidenden Pässe kamen oft zu ungenau, alles dauerte ein wenig zu lange. Das hatte zur Folge, das Cottbus Räume zulaufen und Zweikämpfe annehmen konnte.
Am Ende steht ein Pflichtsieg und der seriöse Einzug in Runde zwei. Dennoch bleibt Luft nach oben.
Es muss noch mehr kommen, sowohl von denen, die schon da sind, als auch von der Transferfront. Als erster Schritt soll der Wechsel des Mailänders Ivan Perisic so gut wie fix sein. Am Montag-Nachmittag absolvierte der Kroate den Medinzincheck in München. "Es ist richtig", bestätigte Niko Kovac in der Halbzeitpause und gab sich zuversichtlich, die Leihe schon bald öffentlich machen zu können:
2. Leidenschaftliches Cottbus
Der FC Energie Cottbus scheitert zum fünften Mal in Folge in der 1. Runde des DFB-Pokals. In diesem Jahr geht der Viertligist aber erhobenen Hauptes und unter dem Applaus der eigenen Anhänger. Nach Abpfiff rief Coach Claus-Dieter Wollitz seine Spieler am Mittelkreis zusammen – die TV-Kameras zeigten während seiner Ansprache ein stolzes, fast gerührtes Gesicht des Kult-Coaches.
Dass es am Ende nur drei Gegentore gegen den deutschen Serienmeister gab, lag vor allem am starken Torhüter Torwart Lennart Moser. 27 Torschüsse gaben die Münchner ab, von denen neun auf den Kasten des erst 19-Jährigen kamen.
Für seine Leistung gab es ein ganz besonderes Lob, wie Trainer Wollitz verriet:
Moser selber war "froh, viel zu tun bekommen" zu haben. Nur so könne er sich auch verbessern. Anschließend richtete er ein großes Dankeschön an die ebenso großartigen Fans:
Kapitän und Altmeister Dimitar Rangelov (36) schlug in die gleiche Kerbe: "Wenn die Fans auf der Tribüne glücklich sind, dann ist alles in Ordnung. Wir haben uns gut präsentiert. Unsere Mannschaft hat eine gute Zukunft, wenn wir so weiterarbeiten."
Cottbus kann sich nun komplett auf die Regionalligasaison konzentrieren. Der Wiederaufstieg in die 3. Liga ist das große Ziel. Nach drei Spielen in der Regionalliga Nordost rangiert Energie mit 6 Punkten auf dem 5. Tabellenplatz.
Am zweiten Spieltag erst gab es eine herbe 2:5-Auswärtsniederlage bei Hertha BSC II.
3. Coman in Topform
Verstärkungen hin oder her. Dass Kingsley Coman eine Hauptrolle auf dem Bayern-Flügel in der kommenden Saison spielen wird, ist längst klar. In der Vorbereitung zeigte er einmal mehr, dass er mit zum Besten gehört, was das Fußball-Business derzeit auf den Außenstürmerpositionen zu bieten hat.
Der Franzose befindet sich in bestechender Form und zeigte das auch in Cottbus.
Seine Schnelligkeit gepaart mit technischer Finesse brachte ihn nahezu in jedem Versuch zur Grundlinie, von wo er gefährlich in die Mitte geben konnte. Am 1:0 durch Robert Lewandowski war er entscheidend beteiligt. Seinen Kopfball aus fünf Metern parierte Moser auf der Linie, Lewandowski staubte ab. Beim vorentschiedenden 2:0 bedurfte es keiner Nacharbeit. Der 23-Jährige zog auf der linken Seite auf, dribbelte in Arjen-Robben-Manier nach innen und schloss trocken ins lange Eck ab.
Insgesamt gab Coman drei Torschüsse ab und bereitete vier weitere vor (Bestwert). Zudem arbeitete er auch gegen den Ball vorbildlich, gewann starke 72 Prozent seiner Zweikämpfe. Keine Frage: In Coman haben die Bayern bereits jetzt einen wichtigen Baustein für die Zukunft in ihren Reihen.
Wenn er denn fit bleibt.
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