Jürgen Klinsmann ist nicht mehr Trainer von Hertha BSC - ein Kommentar
Jürgen Klinsmann schmeißt bei Hertha BSC hin – wirklich überraschend ist das nicht. Von Anfang an war die Liaison des Ex-Bundestrainers mit der Alten Dame eher vorhersehbares Chaos als Königslösung auf dem Weg zum europäischen Schwergewicht. So war auch der öffentliche Rücktritt via Facebook-Post eher chaotisch und lässt am Ende nur Verlierer zurück. Ein Kommentar.
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Ein Kommentar von Florian Bogner
Klinsmann wollte mit der Hertha kurz- bis mittelfristig in der Champions League spielen und in der Bundesliga, wie sich das für einen Hauptstadtklub gehört, ein Wörtchen im Meisterschaftskampf mitreden.
Spätestens jetzt ist aber klar: Die Fragen nach dem "Wie" und vor allem dem "Wann" haben Verein und Trainer nicht endgültig geklärt. Klinsmann zieht daher die Reißleine – resolut aber letzten Endes konsequent. Auch nach nur 76 Tagen.
Klinsmanns Aussagen, es würde zu viele "verschiedene Denkweisen und vor allem verschiedene Kulturen" im Verein geben – Namen wollte er nicht nennen – offenbarten: Im Verein schwelt ein Machtkampf auf höherer Ebene, der sich früher oder später unweigerlich zu einem stattlichen Großbrand ausgeweitet hätte. Klinsmann war nur der Brandbeschleuniger.
So weit, so gut.
Es bleiben nur Verlierer
Aber: Mit seinem öffentlichen Rücktritt via Facebook, Nachtreten via "Bild" und der abschließenden Flucht in die USA hat er die Hertha zur Lachnummer der Liga gemacht. Seine Aussage, er habe ein "Himmelfahrtskommando" übernommen, ist frech bis respektlos gegenüber dem Berliner Kader, dem er ganz nebenbei den souveränen Klassenerhalt zutraut.
Ganz davon abgesehen, dass die Hertha in der Winterpause rund 76 Millionen Euro in neue Spieler investierte – so viel wie kein anderer Klub in Europa.
Am Ende bleiben im Berliner Chaos nur Verlierer zurück.
Klinsmann selbst, den so schnell in der Bundesliga keiner mehr verpflichten wird. Michael Preetz, der sich vorführen lassen musste. Lars Windhorst, dessen Heiland schneller weg ist, als Jesus "Amen" sagen konnte. Und Hertha BSC, das binnen weniger Stunden zum Chaosklub der Liga wurde.
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