Kommentar zu Mario Götze: Warum er die Bundesliga verlassen sollte

Mario Götze wird Borussia Dortmund nach der laufenden Saison verlassen. Wohin es den 27-Jährigen zieht, ist noch nicht klar. Doch es kann nur eine Stoßrichtung geben. Der Weltmeister-Macher von 2014 muss die Bundesliga verlassen, gerade, weil er hierzulande immer der Weltmeister-Macher von 2014 bleiben wird. Den Schritt weg aus Deutschland hätte er eigentlich schon 2016 gehen sollen.

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Lothar Matthäus hat Hertha BSC als neuen Verein für Mario Götze ins Spiel gebracht.
"Charmant" sei dieser Gedanke. Schon im vergangenen Winter hatte es Gerüchte über einen solchen Wechsel gegeben. Auch jetzt dementierte der Ober-Berliner Michael Preetz nicht.
Allein, ich kann daran nichts Charmantes finden.

Mario Götze: Wechsel ins Ausland sehr wahrscheinlich

Schon als der 27-Jährige im Sommer 2016 nach seiner Zeit beim FC Bayern einen neuen Verein suchte, hatte er ein paar Auslandsoptionen.
Er schlug sie aus, weil er seinen - nach dem Wechsel zum FC Bayern im Jahr 2013 - arg ramponierten Ruf reparieren wollte. Er hatte vor, es nochmal allen zu beweisen. Doch dann kam ihm eine Stoffwechselerkrankung dazwischen. Sie bremste ihn aus. Der Versuch scheiterte.
Dass sich Götze dennoch in den Dunstkreis der Dortmunder Stammelf zurückkämpfte, ist eine tolle Leistung. In Deutschland aber wird ihm dies nicht als solche angerechnet.
Die Fans hier haben deutlich Besseres von ihm gesehen. Sie sahen erst ein Wunderkind, einen Überflieger, später einen Hoffnungsträger und schließlich den Mann, der eine ganze Nation erlöste. Von diesen Bildern kann sich im Land der Bundesliga niemand freimachen. Sie werden immer als Ideal an den heutigen Spieler Götze angelegt werden.

Der Weg zu Klopp ist gar nicht nötig

Deswegen kann der Weg - aus sportlicher Sicht - nur ins Ausland gehen. Dort kennt man diese Bilder auch, klar. Das Buch Götze ist aber nicht auf allen Seiten doppelt und dreifach beschrieben.
Die Geschichte rund um das Tor, die wenigen Aufs und die vielen Abs wurden in Italien, Frankreich, Spanien oder sonstwo nicht bis zur Ermüdung aller Beteiligter besprochen. Erwartungen werden trotzdem da sein, das ist klar. Die Stimmung wird aber freundlicher, nicht komplett vorbelastet sein.
Es muss ja auch gar nicht der FC Liverpool sein. Das würde ohnehin nur nach jedem nur halbwegs guten Spiel Fragen provozieren, warum der große Götze-Förderer Jürgen Klopp seinen Lieblingsschützling nicht im Handumdrehen auf sein altes Niveau heben kann.
"Super-Mario" muss raus aus dem Rampenlicht. Er braucht einen Trainer, der ihm die Hand reicht, ihm vertraut. Dazu ein Umfeld, dass keine Wunderdinge von ihm erwartet.

Götze: Die Familie trifft die Entscheidung

Er muss kein Retter sein. Kein Erlöser. Kein (Welt-)Meister-Macher. Wenn Mario Götze einfach nur Fußball spielen konnte, war er bislang immer am allerbesten. Er braucht einen echten Neustart.
Die Entscheidung - so viel ist klar - trifft am Ende sowieso Götze selbst. Im Zusammenspiel mit seinen engsten Vertrauten. Frau Ann-Kathrin erwartet zum ersten Mal Nachwuchs.
Die junge Familie wird selbst genau überlegen, wo sie ihre Zelte aufschlägt.
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