Martínez: Heynckes' Königstransfer droht leiser Abschied vom FC Bayern
Javi Martínez kam im Sommer 2012 als absoluter Wunschspieler von Jupp Heynckes zum FC Bayern München. Mit dem Spanier fügte der Rekordmeister seiner Mannschaft das entscheidende Puzzleteil auf dem Weg zum Triple hinzu, mittlerweile befindet sich der einst teuerste Bundesligaspieler in den letzten Zügen beim FC Bayern. Der schleichende Abgang des Spaniers findet nun wohl seinen finalen Akt.
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Zwei Spielzeiten ohne Meisterschaft, die 2:5-Demütigung im DFB-Pokalfinale gegen den BVB, dazu das verlorene "Finale Dahoam" gegen den FC Chelsea. Dem Transfer von Javi Martínez im Sommer 2012 lag ohne Frage auch das angekratzte Selbstverständnis des FC Bayern zugrunde.
Der Spanier, damals zarte 23 Jahre alt, war der Wunschspieler von Jupp Heynckes und stellte ein Novum dar. Zum ersten Mal in der Bundesliga-Geschichte überwies ein Verein 40 Millionen Euro für einen Spieler. In erster Linie jedoch war seine Verpflichtung eine unmissverständliche Ansage an den aufmüpfigen BVB, der zwei Jahre in Folge die Bundesliga dominiert hatte: Genug jetzt!
Martínez: Rekordtransfer und Titelgarant
Dass der FC Bayern goldrichtig damit lag, eine solch hohe Summe in einen Defensiv-Allrounder aus dem Baskenland zu investieren, war spätestens im Juni 2013 für jedermann ersichtlich, als die Münchner mit Meisterschale, DFB-Pokal und Champions-League-Trophäe vom Rathaus-Balkon grüßten.
Martínez wurde als einer der wichtigsten Bausteine des größten Erfolges der Vereinsgeschichte gefeiert. Nun, knapp acht Jahre später, trudelt seine Zeit in München langsam aber sicher aus. Es droht der Abschied durch die Hintertür.
Martínez: Sein Typ ist nicht gefragt
Unter Niko Kovac gehört Martínez nicht zum unumstrittenen Stammpersonal, pendelte zwischen Startelf und Auswechselbank hin und her. Zum Saisonende schaffte er es dann teilweise nicht mal mehr in den Spieltagskader. Unter Flick verbesserte sich die Martínez Situation kaum. Der 55-Jährige machte mit der Versetzung von Joshua Kimmich ins zentral, defensive Mittelfeld deutlich, dass er auf der Sechser-Position, wo Martínez unter Kovac noch vornehmlich zum Einsatz kam, eher auf spielerische Qualitäten denn auf rustikale Abräumer setzt.
Martinez sei "ein wichtiger Teil der Mannschaft und auf mehreren Positionen einsetzbar", schwärmte Flick zwar noch im Dezember auf einem Fanclub-Treffen. Als Trainer könne man sich auf den 31-Jährigen verlassen, denn "er geht für einen durchs Feuer". Allein die Gelegenheiten, dies zu tun, fehlen mehr und mehr.
Neben Kimmich ist Thiago, der Medienberichten zufolge vor einer Vertragsverlängerung stehen soll, im defensiven Mittelfeld gesetzt. Martínez wurde deshalb in der laufenden Spielzeit doppelt so oft als Innenverteidiger (zwölf Einsätze) als auf der Sechs (sechs Einsätze) eingesetzt. Bedenkt man, dass mit Niklas Süle (acht Bundesligaspiele) und Lucas Hernández (elf Bundesligaspiele) der eigentliche Stamm über weite Strecken der Saison verletzt fehlte, lässt sich die mangelnde sportliche Perspektive deutlich herauslesen.
Der ständige Kampf mit den Verletzungen
Auf Dauer wird sich Martínez nicht darauf verlassen können, in der Innenverteidigung erste Wahl zu sein. In der Bayern-Hierarchie sind neben Süle und Hernández auch Benjamin Pavard, der neue Abwehrchef David Alaba und auch Jérôme Boateng vor dem gebürtigen Basken anzusiedeln.
Dass Martínez nach fabelhaftem Start in München (verlor keines seiner ersten 39 Bundesligaspiele mit dem FC Bayern) sukzessive an Standing verlor, passierte schleichend und lag besonders an einer großen Problematik: Martínez ist verletzungsanfällig.
Der Spanier hat regelmäßig mit kleineren, dafür aber immer wiederkehrenden Wehwehchen zu kämpfen. In der aktuellen Spielzeit verpasste er aufgrund von Oberschenkelproblemen und einem anschließenden Muskelbündelriss schon insgesamt zehn Spiele.
Auch in den Jahren zuvor schaffte er es nur selten, über mehrere Wochen hinweg topfit in der Startelf zu stehen.
Martínez vor Rückkehr in die Heimat
Es ist daher keine allzu kühne Prognose, zu behaupten, dass Martínez den FC Bayern im Sommer nach acht Jahren verlassen wird, um ein neues (sein letztes als Spieler!?) Kapitel bei einem anderen Verein zu beginnen. Gerüchte gibt es bereits zuhauf.
Wie es sich für einen loyalen Basken gehört, gilt sein Jugend- und Heimatverein Athletic Bilbao als wahrscheinlichste Destination.
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Verhandlungen zwischen Martínez’ Berater und Bilbao-Verantwortlichen laufen laut Informationen von "Sky" bereits. Demnach soll sich besonders Athletic-Präsident Aitor Elizegi eine Rückkehr des verlorenen Sohns wünschen.
Für den FC Bayern würde ein Verkauf in diesem Sommer ebenfalls Sinn machen, würde man doch bei einem noch bis Juni 2021 gültigen Vertrag im Sommer noch eine Ablöse erzielen können. Auch wenn diese nicht annähernd der Summe entspräche, die der deutsche Rekordmeister einst für Martínez hinlegte.
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