Neue Fan-Proteste angekündigt: Ultras nehmen Spielabbruch weiter bewusst in Kauf

Der Disput zwischen Ultras und DFB auf dem Rücken der Symbolfigur Dietmar Hopp geht am 25. Bundesliga-Spieltag sehr wahrscheinlich in die nächste Runde. Am Freitag hat der Zusammenschluss "Fanszenen Deutschlands" in einer Stellungnahme weitere Protestaktionen gegen Kollektivstrafen und Paralleljustiz angekündigt - im Zweifel gebe es dann eben "weiter Unterbrechungen und auch Abbrüche".

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Am kommenden Bundesliga-Spieltag wird es mit hoher Wahrscheinlichkeit wieder zu Fan-Protesten kommen. Die Frage: Wie weit treiben es die protestierenden Fans?
Der Zusammenschluss "Fanszenen Deutschlands", in der mehrere Ultra-Gruppen verschiedener Fanlager organisiert sind, hat am Freitag jedenfalls weitere Plakataktionen gegen den DFB angekündigt.
Kernaussage: Man werde "die Praxis vom letzten Spieltag nicht einfach so hinnehmen und im Zweifel weiter Unterbrechungen und auch Abbrüche in Kauf nehmen".

Fans werfen dem DFB andere Motive vor

In einer Stellungnahme mit dem Titel "Kollektivstrafen zum 'Schutze' eines Milliardärs - der DFB zeigt erneut sein wahres Gesicht" klagte die Fanvereinigung an, dem Deutschen Fußball-Bund gehe es in er aktuellen Debatte nicht um die Bekämpfung von Rassismus oder Diskriminierung, sondern vielmehr um die Spaltung der Fanszene.
Es gehe dem Verband, so der Vorwurf, "schlichtweg um die Bekämpfung unserer Fankultur und unserer Werte". Die "Profiteure des Geschäfts 'Fußball'" würden versuchen "mit diesem scheinbar verfänglichen Thema die Fankurven zu spalten, um letztlich die aktiven Fanszenen zu entfernen".
Die Ultras nehmen jedoch für sich in Anspruch, stets den Finger in die Wunde zu legen "und sich für demokratische Vereine, effektive Mitbestimmung im Fußball, für den Erhalt der 50+1 Regel, für bezahlbare Eintrittskarten und fangerechte Anstoßzeiten" einzusetzen und somit letztlich für das zu sorgen, "was uns Fans die Identifikation mit diesem Sport noch halbwegs gelingen lässt".

BVB-Ausschluss brachte Stein ins Rollen

Die "tatsächliche Schande der vergangenen Wochen" läge daher im Verhalten der Verbände, "allen voran des DFB". Stein des Anstoßes war der Ausschluss der Fans von Borussia Dortmund für Auswärtsspiele bei der TSG 1899 Hoffenheim für die zwei kommenden Spielzeiten.
Dieses Strafe hatte der DFB im November 2018 zur Bewährung ausgesetzt, nun jedoch wirksam gemacht. Laut den Ultras habe der DFB damit jedoch gegen das ebenfalls 2018 abgegebene Versprechen, eben keine Kollektivstrafen mehr aussprechen zu wollen, gebrochen. Deswegen der Protest.
Der DFB argumentiert wiederum, der Widerruf der Bewährung sei angesichts weiterer Verfehlungen des BVB-Anhangs beim Hinrundenspiel in Hoffenheim alternativlos gewesen. Der Widerruf sei "unausweichlich", hatte Hans E. Lorenz als Vorsitzender des DFB-Sportgerichts gesagt. Der BVB hatte das Urteil anerkannt.

Ultras beklagen Paralleljustiz

Für die Ultras wurde damit jedoch eine Grenze überschritten. "Zuerst wurden die öffentlichkeitswirksam ausgesetzten Kollektivstrafen wieder eingeführt. Wohlgemerkt, in einer von einem Fußballverband geschaffenen Paralleljustiz. Diese verfassungswidrige Art der Bestrafung ist mit unserem Verständnis von Demokratie nicht in Einklang zu bringen", schreibt der Zusammenschluss "Fanszenen Deutschlands" nun:
Die Vereinigung ruft deshalb zum Kampf gegen die "wirklich hässlichen Gesichter des Fußballs" auf. Unterzeichnet wurde der offene Brief mit einem wenig deeskalierenden: "Fick dich, DFB!"
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