PSG-Boss Leonardo attackiert FC Bayern, BVB und RB Leipzig
Publiziert 17/07/2020 um 19:59 GMT+2 Uhr
Deutliche Worte hat Leonardo, Sportdirektor bei Paris Saint-Germain, dafür gefunden, wie deutsche Spitzenklubs Talente aus Frankreich abwerben. "Deutsche Klubs, allen voran Bayern München, Leipzig und Borussia Dortmund, fallen über junge Spieler her, das ist ein großes Problem", kritisierte der Brasilianer, der gerade mit Tanguy Nianzou Kouassi ein weiteres Talent ablösefrei verloren hat.
Leonardo (PSG)
Fotocredit: Getty Images
Echte Stars sind teuer. Deshalb suchen europäische Spitzenvereine andere Wege, um dem harten Konkurrenzkampf standzuhalten und verpflichten immer mehr hoffnungsvolle Talente. Auch der FC Bayern München, Borussia Dortmund und RB Leipzig gehen so vor.
Ihre Art und Weise brachte Leonardo, Sportdirektor von Paris Saint-Germain, allerdings jetzt auf die Palme. Die Talentejagd von Bundesligisten in Frankreich geht dem Brasilianer gehörig auf den Senkel. "Le Parisien" sagte er: "Deutsche Klubs, allen voran Bayern München, Leipzig und Borussia Dortmund, fallen über junge Spieler her, das ist ein großes Problem. Sie rufen Eltern, Freunde, die Familie, die Spieler selbst an, und das selbst bei Spielern, die noch nicht mal 16 sind." Das gehe zu weit. "Sie verdrehen den jungen Leuten die Köpfe. Vielleicht sollten die Regeln verändert werden, um die französischen Klubs zu schützen."
Derzeit 28 Franzosen in der Bundesliga
Zuletzt schloss sich Tanguy Nianzou Kouassi (18) dem FC Bayern an. Aktuell spielen 28 französischstämmige Spieler in der Liga mit einem Durchschnittsalter von 21,42 Jahren. Dayot Upamecano (21, RB Leipzig) und Dan-Axel Zagadou (21, BVB) sind prominente Beispiele.
BVB-Sportdirektor Michael Zorc reagierte bei "Bild" prompt auf die Vorwürfe aus Frankreich: "Normalerweise kommentiere ich es nicht, wenn sich andere Klubs in der Öffentlichkeit äußern. Da wir in diesem Fall aber direkt erwähnt werden, muss ich schon feststellen, dass Leonardo da offensichtlich einem Irrtum unterliegt. In der Regel ist es nämlich genau andersrum, als er es darstellt. Wir werden von den Familien und Beratern aus Frankreich aktiv angesprochen, da sie bei uns oft eine bessere Durchlässigkeit und ein höheres Entwicklungs-Potenzial der Talente sehen."
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