RB Leipzig verpasst Sieg gegen SC Freiburg beim Bundesliga-Restart

RB Leipzig hat im ersten Spiel der Bundesliga nach der Corona-Pause Federn gelassen. Das Team von Julian Nagelsmann kam im Heimspiel am 26. Spieltag nicht über ein 1:1 (0:1) gegen den SC Freiburg hinaus. Verteidiger Manuel Gulde brachte die Gäste in Führung (34.), die Yussuf Poulsen in der Schlussphase ausglich (77.). Für den Sieg reichte es für RB trotz guter Chancen in Halbzeit zwei nicht mehr.

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So lief das Spiel:

Besondere Vorzeichen und ein besonderes Spiel. Denn trotz der bekannten spielerischen Qualitäten und Vorteile auf Seiten der Leipziger, zeigten die Gäste aus Freiburg eine ansehnliche Partie – sowohl defensiv, als auch offensiv. Freiburg verteidigte in einem 5-4-1-System und attackierte mit viel Flügeldruck in einer 3-4-3-Formation. So gelang es der Elf von Christian Streich, das schnelle Leipziger Vertikalspiel zu unterdrücken und gleichzeitig auch selbst Offensivgefahr zu erzeugen.
Die Roten Bullen konnten das eigene Offensivspiel, bei dem sie gerne mehrere Linien überspielen, nicht abrufen, da Freiburg sehr kompakt verschob und die Seiten dicht machte. Leipzig war gezwungen, über Kurzpassspiel in die Gefahrenzone zu gelangen – nicht selten mündeten die Versuche in Abschlüssen aus der Distanz. Wenn etwas ging, dann nach schnellem Vertikalspiel, das fast ausschließlich bei Konterangriffen möglich war.
Leipzig verbuchte zwar zunächst die besseren Torchancen – Konrad Laimer (2.) und Christopher Nkunku (8.) aus der Distanz – doch schaffte es zu selten, den Druck auf die Freiburger zu erhöhen. In der 34. Minute waren die Gäste schließlich selbst zur Stelle und markierten das 1:0-Führungstor. Nach einer Ecke von der linken Seite von Vincenzo Grifo, bekam Manuel Gulde den Ball am ersten Pfosten ungewollt an die Wade, von dort landete die Kugel im langen Eck. Freiburg belohnte sich für den eigenen Aufwand und stellte Leipzig vor noch größere Probleme.
Julian Nagelsmann reagierte zum zweiten Durchgang und stelle von einem 3-4-3- auf ein 4-4-2-System um, schaffte es so, mehr Breite ins Spiel zu bekommen. Diese Änderung zahlte sich aus – Leipzig erzeugte viel Druck und erspielte sich eine Fülle an guten Torgelegenheiten. Die Roten Bullen nutzten ihre Chancen jedoch nicht. Unter anderem der eingewechselte Ademola Lookman vergab freistehend aus fünf Metern (57.).
Freiburg konnte sich nun kaum noch aus der eigenen Hälfte befreien, Leipzig entfachte ein Dauerfeuer und ließ Chance auf Chance folgen. In der 77. Minute gelang den Sachsen der überfällige Ausgleichstreffer. Kevin Kampl hatte auf der linken Seite zu viel Platz, flankte punktgenau auf den Kopf von Yussuf Poulsen, der sich stark in der Luft durchsetzte und aus sechs Metern unhaltbar einköpfte.
Leipzig ging in der Folge auf Heimsieg, doch Freiburg schaffte es, das 1:1-Unentschieden zu halten. In der dritten Minute der Nachspielzeit gelang den Freiburgern gar das 2:1-Führungstor, doch der Treffer von Robin Koch nach einer Freistoßhereingabe fiel nach einer Abseitsposition. Kein Auswärtssieg für die Gäste, doch ein wichtiger Punkt. Für die Roten Bullen ist das Remis im Titelrennen zu wenig.

Die Stimmen:

Kevin Kampl (RB Leipzig): "Ich glaube, wir sind fünf Mal vor dem leeren Tor gestanden und müssen das Ding einfach nur reinmachen - wir hatten Chancen für zwei Spiele. Nichtsdestotrotz haben wir ein sehr gutes Spiel gemacht, haben uns viele Chancen erarbeitet. Wir haben bis zur 95. Minute alles gegeben, alles reingehauen und es hat leider nicht sollen sein."
Manuel Gulde (SC Freiburg): "Wenn man die zweite Halbzeit sieht, muss man mit dem Punkt glücklich sein. Leipzig hat viel Druck gemacht und da haben wir auch Glück gehabt, dass wir nicht zwei oder drei Tore kriegen. Die erste Halbzeit war gut von uns, in der zweiten Halbzeit kam nicht mehr viel von uns."
Robin Koch (SC Freiburg): "Wenn man am Ende noch ein Tor schießt, das dann Abseits ist, nimmt man das gerne auch noch mit, aber ich denke, dass das Unentschieden in Ordnung geht."

Das fiel auf: RB-Dekryptor

Wenn es ein Trainer schafft, das Spiel von RB Leipzig zu studieren und gleichsam zu entschlüsseln, dann ist es SC-Freiburg-Trainer Christian Streich. Bereits im Hinspiel gelang den Breisgauern ein 2:1-Sieg gegen die Roten Bullen – im Rückspiel also der nächste wichtige (Teil-)Erfolg.
Insgesamt bezwangen die Freiburger die Leipziger in der 1. Bundesliga dreimal in sechs Partien. Der SC schafft es in den Duellen gegen die Roten Bullen zumeist, das Vertikalspiel der Leipziger systematisch zu hemmen und zugleich offensiv Druck und Gefahr zu erzeugen – vor allem nach Standardsituationen.

Der Tweet zum Spiel:

Die Statistik: 14

Insgesamt zwölf Mal sind die Leipziger in dieser Saison in Rückstand geraten, drei Mal drehten die Roten Bullen diesen noch zu einem Sieg, fünf Mal kamen sie noch zu einem Remis. So verbuchten sie insgesamt 14 Punkte nach Rückständen. Top-Wert in dieser Saison.
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