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Vor Ort an der Säbener Straße: Nur der blonde Boateng glänzte

Vor Ort an der Säbener Straße: Nur der blonde Boateng glänzte

09/07/2019 um 09:08

Auch an der Säbener Straße rollt wieder der Ball. Als letzter Bundesligist ist der FC Bayern München am Montag in den Trainingsbetrieb zurückgekehrt, wenn auch in überschaubarer Besetzung. Zuvor hatte FCB-Boss Karl-Heinz Rummenigge bereits betont, dass man auf dem Transfermarkt noch auf den Domino-Effekt warte. Und auch im ersten Training entstand der Eindruck: Das ist nur die Ruhe vor dem Sturm.

Von der Säbener Straße berichtet Nico Scheck

Überschaubar. Das traf es wohl am besten zum Trainings-Auftakt des FC Bayern. Überschaubar war die Anzahl der gespannt wartenden Fans, überschaubar war die Anzahl der teilnehmenden Profis und überschaubar war auch die Intensität der ersten Einheit der neuen Saison. Ein Hingucker immerhin, weil er wie die Sonne an einem sonst eher grauen Tag leuchtete: Der frisch blondierte Schopf von Jérôme Boateng.

Stars wie Robert Lewandowski oder Kingsley Coman weilen noch im Urlaub, andere wie Neuzugang Lucas Hernández trainieren aufgrund einer Verletzung individuell.

Und dennoch: Mit Thomas Müller, Thiago, Boateng, Javi Martínez, Corentin Tolisso, Renato Sanches, Christian Früchtl und Jann-Fiete Arp konnte Trainer Niko Kovac immerhin acht Spieler aus der ersten Mannschaft begrüßen. So standen vor dem ersten Training einige Fragezeichen. Wie präsentiert sich Neuzugang Arp? Was ist mit dem abgangswilligen Boateng? Und ist Tolisso nach seinem Kreuzbandriss wieder fit für die neue Saison?

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Rummenigge fordert Geduld

Doch der Reihe nach! Mit Hochspannung war die offizielle Vorstellung von Lucas Hernández zusammen mit Bayern-Boss Rummenigge erwartet worden. Wohl weniger wegen Hernández, vielmehr aufgrund der Tatsache, das sich Rummenigge bezüglich Leroy Sané oder auch Manuel Neuer äußern könnte.

"Den Domino-Effekt, auf den warten wir aktuell noch."

Sobald es diesen Effekt gebe, "werden auch viele Transfers folgen."

Karl-Heinz Rummenigge

Karl-Heinz RummeniggeEurosport

Leroy Sané ist die Lösung

Diese scheint einem Großteil der Bayern-Anhänger jedoch langsam abhanden zu kommen. So poltert ein zum ersten Training erschienener FCB-Fan: "Für den deutschen Meister mit Ansprüchen, die Champions League zu gewinnen, ist das eine Transferpolitik, die nicht sehr erfolgsversprechend ist." Es gebe schließlich genügend potenzielle Spieler auf dem Markt, die die nötige Qualität für den deutschen Rekordmeister mitbringen.

An wen er dabei denkt? "Es gibt nur einen: Leroy Sané!", sprudelt es aus dem Bayern-Fan förmlich heraus. Und was ist mit Ousmane Dembélé? "Ich halte nichts von ihm. Der würde hier nicht reinpassen", ist sich ein anderer Bayern-Anhänger sicher.

Der Tenor ist in den vergangenen Wochen der gleiche. Bayern braucht neue Spieler. Vier an der Zahl, wenn es nach Kovac geht.

Boateng nicht bei der Sache, Thiago ist der Chef

Der Übungsleiter stellte sich zusammen mit seinem Trainer-Team vor Trainingsbeginn demonstrativ vor die Journalisten - für die ersten Bilder. Die Botschaft war klar: Jetzt geht es los!

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Und es ging los. Kurzes Aufwärmen zusammen mit einigen Nachwuchsspielern, gefolgt vom obligatorischen Rondo bis hin zum Abschlussspiel. Doch nach einem "Jetzt-geht-es-endlich-wieder-los" sah es nicht bei jedem aus.

Boateng wirkte nicht ganz bei der Sache, Sanches vor allem bei der Spielform verunsichert, Tolisso noch zurückhaltend und Arp war anzumerken, dass ihn die neue Welt Säbener Straße dann doch noch beeindruckt, ja fast einschüchtert.

Ein Tor schoss er dann trotzdem, der Neuzugang vom HSV. Die knapp 1.000 Fans applaudierten, von Vorlagengeber Thiago gab es einen Daumen nach oben.

Thiago überzeugt

Der Spanier präsentierte sich, wie man ihn aus der abgelaufenen Saison kennt. Passsicher, dominant, dirigierend - ein echter Chef eben. Als dann zum letzten Mal für diesen Tag die Pfeife von Kovac ertönte, wollte Thiago schon zu den Fans eilen. Das Trainer-Team hielt ihn jedoch zurück.

Für diesen Tag war offenbar genug gesagt. Geduld ist gefordert. Bei den Fans, aber auch intern. So präsentierten sich die Bayern-Stars im ersten Training, so präsentierte sich Rummenigge. "There's more to come", wie der Engländer sagt.

Oder wie es der Bayern-Anhänger formuliert: "So, wie der Kader jetzt ist, wird er nicht bleiben."

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