Die Mainzer Profis feierten noch ausgelassen auf dem Platz, da holte Martin Schmidt schon zur nächsten Attacke auf die bereits zitternde Konkurrenz aus. "Mit jedem Punkt den wir holen, schüren wir vorne Unsicherheit", sagte der Sportvorstand des FSV Mainz 05. Die Botschaft im Abstiegskampf durch das eminent wichtige 1:0 (0:0) gegen den SC Freiburg war für den Schweizer deshalb glasklar: "Jetzt muss Bielefeld. Jetzt muss Köln wieder. Jetzt muss Hertha."
Die nach der Hinrunde bereits abgeschlagenen Rheinhessen heizen mit ihrer beeindruckenden Aufholjagd den Abstiegskampf der Fußball-Bundesliga gewaltig an. Die vergangenen 14 Spieltage lagen sie mit teilweise bereits riesigem Rückstand auf einem direkten Abstiegsplatz. Mainz ist punktgleich mit Hertha BSC (21) und nur noch einen Zähler hinter dem 1. FC Köln (22).
"Auf welchem Platz wir stehen, ist jetzt nicht so relevant", betonte Schmidt, viel wichtiger sei das Zeichen an die Kellernachbarn: "Solange wir dieses Spielchen hochhalten und der Jäger sind, sind wir auf einem guten Weg." Trainer Bo Svensson trat indes auf die Euphoriebremse. "Wir sind lange noch nicht am Ende", sagte der Däne am "ARD"-Mikrofon und fügte schmunzelnd hinzu: "Aber die Stimmung ist auch gut."
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1. FSV Mainz 05 mit unglaublicher Wandlung

Das ist nicht verwunderlich, erhielt der Glaube an das Wunder durch Joker Robin Quaison doch neue Nahrung. Nur zwölf Minuten nach seiner Einwechslung staubte der Stürmer zum viel umjubelten Tor des Tages (84.) ab und erlöste die Mainzer nach zuvor vielen vergebenen Chancen.
"Wir wollten diesen Sieg zu 100 Prozent", sagte der schwedische Nationalspieler, der sich gerade erst nach einer schweren Knieprellung zurückgekämpft hatte: "Wir waren vielleicht ein bisschen hungriger." Sportdirektor Schmidt sprach bei "Sky" von "erarbeitetem Glück" und erklärte: "Das bringt auch Erleichterung mit sich. Das muss einen unheimlichen Schub geben."
Schon jetzt ist die Mainzer Wandlung beeindruckend. Mickrige sieben Punkte gab's in der Hinrunde - noch nie hat ein Team in der Bundesliga mit solch einer Ausbeute die Klasse gehalten. Schlagzeilen schrieb die Mannschaft vor allem durch einen Trainingsstreik. Und nun beißt und kämpft das Team, glänzt durch Zusammenhalt und lässt sich auch durch Rückschläge wie zuletzt gegen den FC Augsburg (0:1) oder bei Schalke 04 (0:0) nicht aus der Bahn werfen.
Die Teamchemie in Mainz stimmt. "Es kommt nicht von ungefähr, dass wir im Spiel topfit sind, bis zum Schluss kämpfen und an uns glauben", sagte Mittelfeldspieler Dominik Kohr, von Trainer Svensson gab's ein dickes Lob für seine Spieler. "Ich habe eine geile Gruppe und es ist echt eine Freude, mit denen arbeiten zu dürfen", sagte der 41-Jährige stolz. Und satt sind seine "hungrigen" Mainzer noch lange nicht.
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